Abwind

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Abwind ist die Bezeichnung für verschiedene Luftbewegungen in Meteorologie und Luftfahrt.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meteorologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Meteorologie steht der Begriff je nach Kontext für verschiedene Luftbewegungen. Im Lee von Berghängen oder an schwach geneigtem Gelände bezeichnet er eine talwärts strömende Luft. Im Bereich von Fronten, in Schauerwolken und Gewitterwolken bezeichnet er fallende Winde. In einer Region steht Abwind für eine Luftströmung, die jemandem Emissionen zuführt. Herrscht z. B. in einer Region vorwiegend Westwind und ein Wohngebiet liegt östlich einer Industrieanlage, lässt sich sagen, dass das Wohngebiet im Abwind der Industrieanlage liegt.

Luftfahrt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Downwash eines Hubschraubers beim Schweben über dem Wasser
Beim Flug mit wenig Abstand über eine glatte Wolkendecke hinterlässt der downwash eine deutliche Spur

In der Luftfahrt bezeichnet Abwind (englisch downwash) einen technischen Abwind, wie er von Flugzeugen und Hubschraubern von den Tragflächen bzw. Rotoren bei der Erzeugung von dynamischem Auftrieb entsteht. Bei Hubschraubern wird dieser durch die sich drehenden Rotorblätter erzeugt und ist für die Umgebung bei Start und Landung sehr deutlich wahrnehmbar. Bei Flugzeugen wird dieser Luftstrom in Richtung Erdboden wegen der erforderlichen schnellen Vorwärtsbewegung in der Regel am Boden nicht wahrgenommen bzw. ist ein Aufenthalt auf der Startbahn eines Flugzeugs aus Sicherheitsgründen für Menschen nicht praktikabel. Bei Senkrechtstartern wirkt dagegen eine Düse nach unten, die den Abwind erzeugt. Aus dem Abwind erzeugt sich ein Gegenimpuls, der dafür sorgt, dass das jeweilige Luftfahrzeug sich vom Boden erheben kann und in der Luft bleibt.

Ebenfalls im Luftverkehr ist im Gebirgsflug immer der Abwind hinter einem Berggrat zu beachten (siehe Abwind im Lee von Berghängen). So ist auch bei einer Hubschrauberlandung auf einer Bergkuppe damit zu rechnen, dass der korrekte Anflug gegen den Wind plötzlich in einen Bereich gerät, in dem Rückenwind herrscht, was ausreichen kann, einen Absturz herbeizuführen. Beim Flugzeugabsturz am Biferten wäre ebenfalls ein solcher Grund in Frage gekommen, da das Flugzeug nur drei Meter unter dem Grat aufschlug.[1]

Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der technische Begriff tauchte auch im Rennsport auf. So war es für die Formel-1-Regeln ab dem Jahr 2008 im Gespräch, einen „CDG wing“, (englisch „Centerline Downwash Generating wing“, Abwind erzeugender Mittelachsenflügel) einzuführen.[2][3] Damit sollte der Windschatten für den nachfolgenden Verkehr verbessert werden, um mehr Überholmöglichkeiten bzw. -manöver und damit mehr Spannung im Rennen zu erzeugen. Allerdings wurde diese Entwicklung nicht eingesetzt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Downwash – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Abwind – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Madeleine Kuhn-Baer: Vor 50 Jahren: Tragischer Flugunfall im Tödigebiet (Memento des Originals vom 20. August 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/v2.suedostschweiz.ch. In: Glarner Woche, Ausgabe Glarus Süd, 13. Juli 2016, S. 1–3.
  2. Artikel in Computer Science(engl.)
  3. F1-Technical