Abwind

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Abwind ist die Bezeichnung für einen Wind, der sich vom Standpunkt des Betrachters fortbewegt. Herrscht z. B. in einer Region vorwiegend Westwind und das Wohngebiet Musterwalde liegt östlich der Industrieanlage XYZ, dann kann man sagen, dass das Wohngebiet Musterwalde im Abwind der Industrieanlage XYZ liegt.

Ebenso sind Hangabwinde Winde, die sich am Hang abwärts vom Hang weg bewegen.

Abwind bei Luftfahrzeugen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Downwash beim Start auf einer Skipiste

Die englische Bezeichnung downwash bezeichnet in der Luftfahrttechnik ebenfalls einen technischen Abwind, wie er von Flugzeugen und Hubschraubern erzeugt wird. Bei Hubschraubern wird dieser durch die sich drehenden Rotorblätter erzeugt und ist für die Umgebung bei Start und Landung sehr deutlich wahrnehmbar. Bei Flugzeugen wird dieser Luftstrom in Richtung Erdboden wegen der erforderlichen schnellen Vorwärtsbewegung in der Regel am Boden nicht wahrgenommen bzw. ein Aufenthalt auf der Startbahn eines Flugzeugs ist aus Sicherheitsgründen für Menschen nicht praktikabel. Bei Senkrechtstartern wirkt dagegen eine Düse nach unten, die den Abwind erzeugt. Aus dem Abwind erzeugt sich ein Gegenimpuls, der dafür sorgt, dass das jeweilige Luftfahrzeug sich vom Boden erheben kann und in der Luft bleibt.

Ebenfalls im Luftverkehr ist im Gebirgsflug immer der Abwind hinter einem Berggrat zu beachten. So ist auch bei einer Helikopterlandung auf einer Bergkuppe damit zu rechnen, dass der korrekte Anflug gegen den Wind plötzlich in einen Bereich gerät, in welchem Rückenwind herrscht, was ausreichen kann, einen Absturz herbeizuführen. Beim Flugzeugabsturz am Biferten wäre ebenfalls ein solcher Grund in Frage gekommen, da das Flugzeug nur drei Meter unter dem Grat aufschlug.[1]

Abwind im Motorsport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der technische Begriff tauchte auch im Rennsport auf. So war es für die Formel-1-Regeln ab dem Jahr 2008 im Gespräch, einen „CDG wing“, (engl. „Centerline Downwash Generating wing“, Abwind erzeugender Mittelachsenflügel) einzuführen[2][3]. Damit sollte der Windschatten für den nachfolgenden Verkehr verbessert werden, um mehr Überholmöglichkeiten bzw. -manöver und damit mehr Spannung im Rennen zu erzeugen. Allerdings wurde diese Entwicklung nicht eingesetzt.

Siehe auch: Aufwind und Fallwind

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Madeleine Kuhn-Baer: Vor 50 Jahren: Tragischer Flugunfall im Tödigebiet. In: Glarner Woche, Ausgabe Glarus Süd, 13. Juli 2016, S. 1–3.
  2. Artikel in Computer Science(engl.)
  3. F1-Technical