Abyssal

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Schichten der Pelagic zone

Abyssal (vom griechischen ἄβυσσος abyssos - grundlose Tiefe, das Bodenlose; nach frühen Vorstellungen besaß der Ozean keinen Boden) ist nach mehrheitlicher Auffassung in der Forschung der Teil des Meeresbodens (marines Benthal) zwischen 2.000 m und 6.000 m Wassertiefe, manchmal wird aber auch der gesamte Tiefseebereich darunter verstanden.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Abyssal umfasst die tiefsten Teile der Kontinentalsockel (Kontinentalfuß) und die sich meerwärts daran anschließenden, von relativ mächtigen Sedimenten bedeckten Tiefsee-Ebenen, auch Abyssal-Ebenen genannt, sowie die basaltischen, kaum von Sedimenten bedeckten Mittelozeanischen Rücken. Diese Areale machen insgesamt fast 60 % (58,3 %) der Oberfläche des Erdkörpers aus. Auf dem Kontinentalfuß und im landwärtigen Bereich der Tiefsee-Ebenen können die Sedimente aus turbiditischen und damit sand­haltigen Abfolgen bestehen, weil die an der Schelf­kante akkumulierenden klastischen Sedimentmassen sich mancherorts regelmäßig in Form gewaltiger submariner Rutschungen (Trübeströme) den Kontinentalhang hinabbewegen. Ansonsten kommen im Abyssal vorwiegend rein pelagische Sedimente zur Ablagerung, das heißt Sedimente, die fast ausschließlich aus mikroskopisch feinen Partikeln bestehen, die ganz allmählich in der Wassersäule absinken. Hierbei sind carbonatische Schlämme auf Meerestiefen oberhalb der bei etwa 4.000 bis 5.000 m liegenden Calcit-Kompensationstiefe (CCD) beschränkt. Unterhalb der CCD ist der Meeresboden großflächig von rotem bis braunem Tiefseeton oder anderweitig nicht-karbonatischen Schlämmen bedeckt.

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Abyssal ist lichtlos und darum ohne Pflanzenleben. Dieser durch kalte und konstante Bedingungen gekennzeichnete Lebensraum (Biotop) wird von benthischen Schwämmen, Hohltieren, Würmern, Krebsen und Stachelhäutern besiedelt.

Am Rande der Mittelozeanischen Rücken finden sich hydrothermale Quellen mit so genannten Black Smokern (Schwarzen Rauchern), White Smokern und Hot Vents mit einer hoch spezialisierten Fauna, die ihre Energie aus den aufsteigenden Schwefelverbindungen bezieht.

siehe auch: Bathyal, Hadal

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert J.Menzies et al.: Abyssal environment and ecology of the world oceans. Wiley, New York, 1973
  • Richard Ellis: Deep Atlantic - life, death, and exploration in the abyss. Knopf, New York 1998, ISBN 0-679-43324-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Abyssal – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Abyssus – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen