Abzu (Gottheit)

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Abzu ist ein Gott der sumerischen und damit auch der akkadischen (hier Apsu), babylonischen und assyrischen Religion. Somit ist Abzu auch Vorbild und Bestandteil anderer Gottheiten diverser altorientalischer und anderer Völker.

Abzu ist die göttliche Personifizierung des sich unter der Erde befindlichen Süßwasserozeans. Seine Wohnstatt trägt seinen Namen und liegt tief unter der Erde. Sie ist Quelle allen Süßwassers und liegt im Verborgenen. Des Weiteren gilt Apzu als kosmischer Süßwasser-Ozean, auf dem die Erde als Weltenberg (Ninḫursanga) sowohl schwimmt, als auch von ihm umgeben scheint (im Himmel kahnfahrende Götter). Nach akkadischer Tradition ist Abzu Gemahl und Gegenpart der Meeresgöttin Tiamat, die den Salzwasserozean symbolisiert. Zusammen bildeten sie den Urozean aus Süß- und Salzwasser. Er ist einer der alten Götter, die durch die Erhebung Enkis, der dadurch „Herr des Abzu“ wurde, in einem Götterkampf von einer jüngeren Generation Götter gestürzt und getötet wurde. Aus den toten Körpern wurde der Himmel geschaffen, was zur Erschaffung der Welt und auch der Menschen führte. Enkis Tempel in Eridu war Eapsu, das „Haus des Ozeans“.

Im Enuma Elisch sind Abzu („der Uranfängliche“) und Tiamat („die sie alle gebar“) die ersten Daseinsformen, lange vor der Schöpfung. Sie zeugen mehrere Götter, unter anderem Laḫmu und Laḫamu, über die außer den Namen jedoch nichts bekannt ist. Später jedoch werden Abzu und Tiamat von den jungen Göttergenerationen gestört und Abzu will sie deshalb vernichten. Sein Berater und Begleiter Mummu unterstützt ihn dabei und regt den Plan zur Tötung der anderen Götter an. Tiamat ist damit nicht einverstanden und versucht, ihn zu beschwichtigen. Der Gott Enki erhält Kunde von Abzus Plänen und lässt diesen durch einen Zauber in tiefen Schlaf versinken. Danach tötet er ihn, nimmt Mummu gefangen und beansprucht den getöteten Abzu als Wohnstatt für sich. Er wird nun der Herr über das Süßwasser. Tiamat ist nun lange Zeit alleine und vergessen. Als jedoch der Marduk als strahlender, mächtiger Sohn von Enki erscheint, wenden sich die alten Götter, die ihn fürchten, an Tiamat, rühren an ihre Einsamkeit und bewegen sie dazu, ihnen zu helfen und Abzus Tod damit zu rächen. Sie fühlt sich endlich wieder gebraucht und geht darauf ein. In dem darauffolgenden Kampf wird sie von Marduk getötet, die rebellierenden Götter werden eingesperrt, bis Marduk die Erde neu geordnet hat, wobei er Teile der toten Tiamat benutzt. Daraufhin holt er die Gefangenen wieder heraus, tötet den Anstifter Kingu und setzt die Götter als Wächter über die verschiedenen Regionen ein.

Sowohl Abzu als auch Tiamat sind nicht nur Götter, sie repräsentieren auch das jeweilige Prinzip des Süß- und Salzwassers. So war Apsu auch die Bezeichnung für den „Süßwasserozean“, dem auch die sieben als Abgal bekannten Geisterwesen entstammten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]