Academia.edu

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Academia.edu

Logo
Rechtsform privat
Gründung September 2008
Sitz San Francisco, Kalifornien, USA
Leitung Richard Price
Mitarbeiterzahl 23[1]
Website academia.edu

Academia.edu ist ein Unternehmen, welches einen kommerziellen Dokumentenserver betreibt. Es wurde 2008 von Richard Price gegründet. Academia.edu versteht sich als Verteilstation für OpenAccess Papers, die von Autoren selbst hochgeladen und verwaltet werden. Im Jahr 2015 wurde eine Peer-Review-Funktion namens „Draft Session“ hinzugefügt, welche das Annotieren von PDF-Dokumenten unterstützt.[2] Eine weitere Funktionalität besteht darin, über einen Follow-Button den Aktivitäten anderer Nutzer folgen zu können. 2018 gab es etwa 70 Millionen User weltweit.[3]

Funktionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Academia.edu wurde im Rahmen des Open Science Summit 2012 als zukunftsfähige Plattform bezeichnet, welche sowohl die Geschwindigkeit in der Wissenschaftskommunikation erhöht als auch die Kosten senkt.[4] Die Plattform ist minimalistisch gestaltet und besitzt eine hohe Anzahl neuer User pro Monat. Anders als bei etablierten Preprint-Servern wie ArXiv ist der Dokumentenupload einfach gehalten. Auch Nicht-Universitätsangehörige können sich über einen Google-Account anmelden. Sie erhalten dann in der URL ein vorangestelltes „independent“ zu ihrem Profil. Während ResearchGate eventuell eher einen etwas stärkere Verbreitung in Natur-, Sozialwissenschaften und den Humanwissenschaften (inkl. Psychologie) hat, hat Academia.edu eher einen Schwerpunkt bei den Geisteswissenschaften. So finden sich zahlreiche Paper über Philosophie und Kunstgeschichte. Allerdings gleichen sich die inhaltlichen Profile beider Wissenschaftsnetzwerke an, so dass dies nur begrenzt ein Auswahlkriterium darstellt.

Kommerzielles Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Organisation academia.edu ist ein kommerzielles Unternehmen, auch wenn die Top-Level-Domain .edu den Eindruck einer öffentlichen Einrichtung erweckt, weil sie heute nur noch an US-amerikanische öffentliche Universitäten u. ä. vergeben wird. Die .edu Domain des Unternehmens unterliegt jedoch dem Bestandsschutz, da sie bereits vor der 2001 beschlossenen Restriktion auf akkreditierte Bildungsinstitutionen registriert war. (Das Unternehmen wurde erst 2008 gegründet.)

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Academia.edu wurde mehrmals vom Elsevier Verlag mit sogenannten „Takedown“-Anfragen konfrontiert.[5] Vorgeworfen wurde Academia.edu, dass seine User dort urheberrechtlich geschützte Dokumente hochgeladen haben. Auf die Takedown-Anfragen hat Academia.edu reagiert und die entsprechenden Dokumente vom Netz genommen, außerdem wurden die User informiert, was einige Autoren verärgert hat.

Academia.edu steht in der Kritik, weil dort als Spam empfundene Nachrichten versendet werden. Dies betrifft Koautoren von Papern, die selbst noch nicht Mitglied sind. Offenbar versucht Academia.edu mit aggressiven Methoden seinen Nutzerbestand zu erhöhen.

Bei Academia sind einige Serviceleistungen eines wissenschaftlichen Netzwerks (Anzeige der Verweise in anderen Schriften etc.), die es bei anderen wissenschaftlichen Netzwerken (etwa ResearchGate) teilweise kostenlos gibt, nur mit einer kostenpflichtigen Premium-Mitgliedschaft (gegenwärtig 99 $ per annum) zugänglich und man erhält bei Diensten (etwa eine Erwähnung in anderen Texten) zwar Mails, wird beim Weiterklicken dann immer wieder darauf hingewiesen, dass man auf die Bezahlte-Version umsteigen muss, um die regelmäßig beworben Dienste in den Mails überhaupt nutzen zu können.

In einem Blog der Technischen Universität Berlin wurde Academia.edu nur bedingt für das wissenschaftliche Publizieren empfohlen, da die Betreiber eine Parallelpublikation in einem etablierten Journal aus Urheberrechtsgründen verbieten.[6] Außerdem gilt Academia.edu nicht als echter OpenAccess-Server, weil eine DOI-Schlüsselvergabe fehlt.

Die Webseite finanziert sich über Werbung und über die oben erwähnte Premiummitgliedschaften. So wird großflächige, animierte Bannerwerbung geschaltet, unter anderem für das Computerspiel Battlefield 1.

Academia.edu steht zudem in der Kritik mit dem Anschein von Open Access Profitziele zu verfolgen und intransparent zu agieren. So deutet bspw. die Top-Level-Domain .edu irrtümlich auf eine öffentliche Universität hin, tatsächlich handelt es sich allerdings um ein kommerzielles Unternehmen mit Sitz in San Francisco. Es gab daher mehrfach Aufrufe Academia zu boykottieren, bspw. durch einen Artikel, den Forbes publizierte.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Academia.edu: About. Abgerufen am 18. Dezember 2016.
  2. Daniel Cressey: Social network launches bid to get academics chattering about papers online. 25. September 2015, abgerufen am 18. Dezember 2016.
  3. Academia.edu: Hiring. Abgerufen am 6. Dezember 2018.
  4. Richard Price: Academia.edu & The Future of Science. 7. November 2012, abgerufen am 18. Dezember 2016.
  5. Olivia Solon: Elsevier clamps down on academics posting their own papers online. 17. Dezember 2013, abgerufen am 18. Dezember 2016.
  6. Michaela Voigt: Artikel bei ResearchGate und Co hochladen: Welcher Verlag erlaubt was? Und wie Open Access ist das eigentlich? 10. August 2016, abgerufen am 18. Dezember 2016.
  7. Sarah Bond: Dear Scholars, Delete Your Account At Academia.Edu. In: Forbes. (forbes.com [abgerufen am 8. August 2018]).