AcademiaNet
| AcademiaNet | |
| The Portal to Excellent Woman Academics | |
| Datenbank mit Profilen herausragender Wissenschaftlerinnen | |
| Sprachen | Englisch |
|---|---|
| Sitz | Bern, Schweiz |
| Gründer | Robert Bosch Stiftung |
| Betreiber | Schweizerischer Nationalfonds |
| Redaktion | Ann-Kristin Ebert, Laura Lots |
| Registrierung | optional |
| Online | 2010 – 2025 |
| (aktualisiert 10. Jan. 2025) | |
| https://www.academia-net.org | |
AcademiaNet war eine internationale Datenbank mit Profilen exzellenter Wissenschaftlerinnen. Sie sollte dazu beitragen, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Führungspositionen zu erhöhen. Initiiert wurde AcademiaNet 2010 von der Robert Bosch Stiftung GmbH und der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft. 2020 übernahm der Schweizerische Nationalfonds (SNF) die Trägerschaft.[1] Im September 2025 wurde die Plattform geschlossen.[2]
Ziele und Funktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Angesichts eines niedrigen und nur langsam steigenden Frauenanteils in Professuren und Führungspositionen an Forschungseinrichtungen in Europa sollte AcademiaNet Entscheidungsträgern die Suche nach Wissenschaftlerinnen für Berufungsverfahren, Rednerinnen für Konferenzen, Expertinnen für wissenschaftliche Gremien oder Gutachterinnen erleichtern.[3] Mittels einer Suchfunktion konnten Wissenschaftlerinnen aus ganz Europa in der Datenbank fachgebietsweise recherchiert werden.
Im Gegensatz zu anderen Datenbanken für Wissenschaftlerinnen wie FemConsult des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung und DAWN (Datenbank Wissenschaftlerinnen in Niedersachsen), FEMtech oder femdat.ch konnten Wissenschaftlerinnen selbst kein Profil bei AcademiaNet anlegen, sondern mussten von einem Wissenschaftspartner anhand fest definierter Auswahlkriterien nominiert werden.[4][5]
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Robert Bosch Stiftung gründete AcademiaNet im Jahr 2010 in Kooperation mit der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft.[6] Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte in ihrer Rede anlässlich der Freischaltung der Plattform im November 2010, dass eine Wissenschaft unter ihren Möglichkeiten bliebe, wenn sie nur männlich sei und nur die Hälfte ihrer Talente fördere.[7] AcademiaNet biete Wissenschaftlerinnen die Chance, ihre Kompetenzen noch besser und sichtbarer als bisher in den Wissenschaftsbetrieb einzubringen.[8]
Zunächst beinhaltete die deutschsprachige Plattform vor allem Profile von Wissenschaftlerinnen aus Deutschland, die beispielsweise von der Leibniz-Gemeinschaft, der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und der Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung nominiert wurden. AcademiaNet wurde ab 2012 schrittweise internationalisiert.[9] Das Portal wurde in der Folge in englischer Sprache betrieben.
2020 übergab die Robert Bosch Stiftung die Verantwortung für AcademiaNet an den Schweizerischen Nationalfonds mit Sitz in Bern, der das Portal weiterhin in Zusammenarbeit mit der Spektrum der Wissenschaft Verlagsgesellschaft betrieb.[10]
Nachdem eine 2024 vom SNF in Auftrag gegebenen Analyse des Umfelds der Plattform verschiedene Herausforderungen, insbesondere finanzieller Art, aufgezeigt hatte, wurde beschlossen, die Plattform zum September 2025 zu schließen. Wissenschaftlerinnen mit einem Profil auf AcademiaNet bekamen die Möglichkeit, dieses auf das Bosch Alumni Network zu übertragen.[2]
Partnerorganisationen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]AcademiaNet war ein Non-Profit-Projekt. Es wurde vom Schweizerischen Nationalfonds, der Robert Bosch Stiftung und 21 europäischen Forschungsorganisationen finanziert. Dazu gehörten etwa die deutsche Max-Planck-Gesellschaft, die britische Royal Society, der spanische Consejo Superior de Investigaciones Científicas, die schwedische Vetenskapsrådet und die European Molecular Biology Organization.[11]
Mehr als 40 europäische Wissenschaftsorganisationen nominierten Wissenschaftlerinnen, die den Selektionskriterien von AcademiaNet entsprachen. Unter anderem gehörten folgende Organisationen dazu:[12]
- Akademie von Finnland
- Centre national de la recherche scientifique, Frankreich
- Fundacja na rzecz Nauki Polskiej („Stiftung für polnische Wissenschaft“, FNP), Polen
- Fonds de la recherche scientifique (FNRS), Belgien
- Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung FWF, Österreich
- Fraunhofer-Gesellschaft, Deutschland
- Royal Society of Edinburgh, Schottland
- Det Frie Forskningsråd („Rat für freie Forschung“, DFF), Dänemark
- Wellcome Trust, Großbritannien
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ AcademiaNet - SNF. Abgerufen am 14. Mai 2020.
- ↑ a b AcademiaNet schliesst im September 2025 – Überführung ins Bosch Alumni Network. In: snf.ch. Schweizerischer Nationalfonds, abgerufen am 3. September 2025.
- ↑ Science for all. In: Nature News. Band 495, Nr. 7439, 7. März 2013, S. 5, doi:10.1038/495005a (nature.com [abgerufen am 18. Mai 2020]).
- ↑ Selection criteria - AcademiaNet. Abgerufen am 18. Mai 2020.
- ↑ BRINGING WOMEN SCIENTISTS TO THE FORE. In: Gearing Roles. 13. Mai 2020, abgerufen am 18. Mai 2020 (britisches Englisch).
- ↑ No more Excuses! Spitzenfrauen in der Wissenschaft. In: AcademiaNet. Abgerufen am 20. Mai 2020.
- ↑ Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel anlässlich der Festveranstaltung zur Freischaltung der Internetplattform AcademiaNet. In: bundeskanzlerin.de. Abgerufen am 20. Mai 2020.
- ↑ Bundeskanzlerin Merkel präsentiert AcademiaNet. AcademiaNet, abgerufen am 20. Mai 2020.
- ↑ Stephanie Hanel: Women in Science: Schluss mit den Ausreden! In: Lindau Nobel. 5. März 2015, abgerufen am 20. Mai 2020 (deutsch).
- ↑ Plattform für Forscherinnen: SNF übernimmt AcademiaNet. Schweizerischer Nationalfonds, abgerufen am 20. Mai 2020.
- ↑ AcademiaNet - SNF. Schweizerischer Nationalfonds, abgerufen am 4. Juni 2020.
- ↑ Partners - AcademiaNet. Abgerufen am 4. Juni 2020.