Achalkalaki

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Achalkalaki
ახალქალაქი
Flagge
Flagge
Staat: GeorgienGeorgien Georgien
Region: Samzche-Dschawachetien
Munizipalität: Achalkalaki
Koordinaten: 41° 24′ N, 43° 29′ OKoordinaten: 41° 24′ N, 43° 29′ O
 
Einwohner: 8.295 (2014)
 
Zeitzone: Georgian Time (UTC+4)
 
Gemeindeart: Stadt
Achalkalaki (Georgien)
Achalkalaki
Achalkalaki
Osmanische Festungsruine

Achalkalaki (georgisch ახალქალაქი, „Neustadt“; armenisch Ախալքալաք; russisch Ахалкалаки) ist eine Stadt in Georgien.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt 30 Kilometer von der türkischen Grenze entfernt im Süden der Verwaltungsregion Samzche-Dschawachetien am Rande des Dschawacheti-Plateaus.

Sie hat 8.295 Einwohner (Stand 2014). Die Zahl der Einwohner ist seit der Unabhängigkeit Georgiens gesunken. 1989 lebten noch 15.192 Menschen in der Stadt. Bis 2002 wanderten 5.390 Einwohner aus Achalkalaki ab. Vor allem junge Männer zogen nach Russland oder Armenien. 90 % der Einwohner gehören zur armenischen Volksgruppe. Sie sind bilingual, sprechen hauptsächlich russisch und umgangssprachliches Armenisch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1068 wurde die Stadt von dem seldschukischen Sultan Alp Arslan erobert, ab dem 16. Jahrhundert gehörte sie zum Osmanischen Reich. Die Einwohner wurden islamisiert. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Achalkalaki eine türkische Festung, eine Moschee und eine große Karawanserei.

Im 8. Russischen Türkenkrieg wurde die Stadt am 24. Juli 1829 von russischen Truppen unter dem Kommando General Iwan Fjodorowitsch Paskewitschs eingenommen und dem russischen Gouvernement Tiflis eingegliedert. Der größte Teil der islamischen Bevölkerung wurde vertrieben und an ihrer Stelle Armenier aus Ostanatolien angesiedelt.

Im Friedensvertrag von Brest-Litowsk trat Sowjetrussland Achalkalaki vorübergehend an das Osmanische Reich ab. Nach Abschluss des Vertrags von Kars zwischen Sowjetrussland und der Türkei wurde die Stadt 1921 der Georgischen SSR zugeschlagen. 1944 ließ Stalin sämtliche ca. 20.000 Mescheten aus Achalkalaki nach Zentralasien deportieren.

Bis 1991 lag die Stadt im sogenannten Grenzgebiet. Besucher von außerhalb benötigten eine Sondergenehmigung, um sie besuchen zu können. Es gab um diese Zeit lokale armenische Nationalbewegungen, die eine territoriale Autonomie forderten. Armenische Kampfeinheiten der Region beteiligten sich am Bergkarabachkonflikt.[1]

In Achalkalaki war die 62. Militärbasis der Gruppe der Russischen Streitkräfte in Transkaukasien mit 30.000 Soldaten stationiert. Sie wurde zum 1. Oktober 2007 geschlossen, Soldaten und Waffen aus Georgien abgezogen. Bereits 2006 waren viele Fahrzeuge und Waffen aus der Basis entfernt worden.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Basaren Achalkalakis wird neben georgischen Lari auch armenische und russische Währung angenommen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bahnstrecke Tiflis–Achalkalaki wurde zwischen 1982 und 1986 in drei Abschnitten eröffnet. Sie zweigt in Marabda von der Bahnstrecke Tiflis–Jerewan ab und endete im Bahnhof Achalkalaki Samsg.[2] Dieser war im Sommer 2017 nicht mehr in Betrieb. Die Gleise waren im Bereich der Baustelle des Spurwechselbahnhofs unterbrochen und die elektrischen Oberleitungsanlagen in dem Bereich unbenutzbar. Der Umspurbahnhof dient dem Wechsel zwischen der westeuropäischen Normalspur (1435 mm) und der „russischen“ Breitspur (1520 mm) und liegt etwa 8 km vom bisherigen Endbahnhof entfernt in der Nähe des Dorfes Kulalisi. Mit der Inbetriebnahme der neuen Strecke nach Kars (voraussichtlich 2017) erhält die Stadt sowohl einen rekonstruierten schnelleren Anschluß nach Tiflis als auch einen direkten Eisenbahnanschluss in die benachbarte Türkei. Diese Neubaustrecke ist Teil der politisch intendierten Verbindung Kars–Achalkalaki–Tiflis–Baku, mit der Russland und Armenien umfahren werden sollen.

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von Tiflis aus kann Achalkalaki auf der Straße entweder nördlich über die Straßenverbindung GoriBordschomiAchalziche erreicht werden, oder südlich über NinotsmindaTsalka zu einem großen Teil entlang der Bahnstrecke.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Achalkalaki – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Uwe Halbach: Ethnische Vielfalt in Georgien, in: Bernd Schröder (Hrsg.): Georgien: Gesellschaft und Religion an der Schwelle Europas, Röhrig Universitätsverlag, St. Ingbert 2005, S. 27.
  2. Neil Robinson: World Rail Atlas. Bd. 8: The Middle East and Caucasus. 2006. ISBN 954-12-0128-8, S. 15f