Achenseebahn

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Jenbach–Seespitz am Achensee
Bahnhof Seespitz am Achensee
Bahnhof Seespitz am Achensee
Kursbuchstrecke (ÖBB): 311
Streckenlänge: 6,80 km
Spurweite: 1000 mm (Meterspur)
Maximale Neigung: Adhäsion 25 
Zahnstange 160 
Minimaler Radius: Adhäsion 100 m
Zahnstange 120 m
Zahnstangensystem: Riggenbach
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von Innsbruck
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0,0 Jenbach 530 m
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0,2 Beginn der Zahnstange
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nach Mayrhofen
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nach Kufstein
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1,4 Burgeck 624 m
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3,5 Ende der Zahnstange
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3,6 Eben 970 m
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4,8 Maurach 956 m
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5,3 Maurach-Mitte (seit 2012) 959 m
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6,2 Seespitz (bis 1929)
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6,7 Seespitz am Achensee 931 m

Koordinaten: 47° 23′ 20″ N, 11° 46′ 46″ O

Die Achenseebahn ist eine schmalspurige Zahnradbahn in Österreich mit einer Spurweite von 1000 Millimetern. Sie führt von Jenbach zum Seespitz am Achensee und wurde 1889 eröffnet. Die Strecke wird fahrplanmäßig ausschließlich mit Dampflokomotiven befahren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1886 beantragte Konsul Theodor Friedrich Freiherr von Dreifuss aus Grüneck beim Dorf Kreuth in Oberbayern die Konzession für eine Zahnradbahn- und Eisenbahnverbindung von Jenbach im Inntal bis zur Südspitze des Achensees. Trotz Bedenken der Seeanrainer gegenüber dieser damals neumodischen Zahnradbahn erteilte Kaiser Franz Josef der Erste nach Befürwortung durch das Kloster Fiecht, das den Achensee besaß und darauf Dampfschifffahrt betrieb, am 1. August 1888 die Konzession zum Bau und Betrieb einer schmalspurigen Lokomotiv-Eisenbahn mit gemischtem Adhäsion- und Zahnschienen-Betrieb auf neunzig Jahre. Die zum Teil in Gold handschriftlich geschriebene Urkunde mit kaiserlichem Siegel ist noch unversehrt im Besitz der Achenseebahn.

Gebäude des ehemaligen alten Bahnhofs am Seespitz

Am 8. Juni 1889 wurde die ursprünglich 6,36 Kilometer lange Strecke feierlich eröffnet, endete aber bereits einige hundert Meter früher als heute, bei den alten Bahnhofsgebäuden der Achenseebahn, die heute noch stehen. Eine Schleppbahn mit 600 Millimeter Spurweite führte zur heutigen Station Seespitz und somit der Dampferanlegestelle. Die österreichische Militärverwaltung ließ 1916 die Schleppbahn auf 1000 Millimeter umspuren, wobei die Lokomotiven diesen Streckenabschnitt nicht befahren durften. Die Achenseebahn konnte das Gleis schließlich erwerben und ab dem 23. Juli 1929 mit ihren Zügen befahren. Die Strecke verlängerte sich damit auf 6,76 Kilometer. An der neuen Endstation Seespitz/Achensee existieren seitdem ein neues Stationsgebäude und ein neuer Dampfersteg. Nach Umbau von 1971 zur Anpassung an aktuelle Bedürfnisse besteht diese Anlage bis heute.

1950 hielten die Tiroler Wasserkraftwerke AG (TIWAG) die Mehrheit der Aktien. 1979 übernahmen die umliegenden Gemeinden diese. Nun wurde die Flachstrecke mit Hilfe von Bund und Land saniert. Die Gemeinden Eben, Jenbach und Achenkirch waren seit 1991 Hauptaktionäre.[1] 2009 wurden das Aktienkapital der AG erhöht, seitdem verfügen die drei Gemeinden statt über 70 Prozent nur noch über 30,2 Prozent des Aktienkapitals.[2]

2012 wurde der Haltepunkt Maurach-Mitte in Betrieb genommen.[3]

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergfahrt

Bahnhof Jenbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginn des Zahnstangenabschnitts bei der Remise im Bahnhof Jenbach

Die knapp sieben Kilometer lange Strecke beginnt im Bahnhof Jenbach, dem einzigen österreichischen Bahnhof mit drei unterschiedlichen Spurweiten. Hier treffen sich die normalspurige ÖBB, die 760-mm-Schmalspur der Zillertalbahn und die Meterspur der Achenseebahn.

Zahnradstrecke Jenbach–Eben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug auf Bergfahrt (1977)

Die Steilstrecke von Jenbach hinauf nach Eben ist mit einer Leiterzahnstange nach dem System Riggenbach ausgestattet, da hier eine maximale Steigung von 160 Promille überwunden werden muss. Auf der Steilstrecke muss die Lokomotive immer auf der Talseite des Zuges eingereiht sein, die Züge von Jenbach zum Achensee werden deshalb bis Eben geschoben.

Flachstrecke Eben–Seespitz/Achensee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zug am Ufer des Achensees

In Eben umfährt die Lok den Zug und zieht ihn dann ohne Zahnrad in leichtem Gefälle vorbei an Maurach zum Seespitz am Ufer des Achensee. Dort besteht Anschluss zu den Schiffen der Achensee-Schifffahrt. In Seespitz setzt die Bahn erneut um, so dass die Beiwagen bis Eben gezogen werden und hier das Umsetzen entfällt.

Betrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentümer und Betreiber ist die Achenseebahn AG, deren Kapital sich zu 30,2 Prozent in den Händen der Anliegergemeinden befindet.[2]

Die Strecke ist nicht elektrifiziert und wird fahrplanmäßig ausschließlich mit Dampflokomotiven befahren. Sie dient überwiegend dem touristischen Betrieb. Der örtliche ÖPNV wird weitestgehend mit Autobussen bedient.[4] Es bestehen allerdings Überlegungen, das zu ändern. Im Zuge einer anstehenden Streckensanierung soll auch die Möglichkeit eines Ausbaus zu einer modernen elektrischen Regionalbahn und eine Verlängerung bis Pertisau berücksichtigt werden. Die Infrastruktur soll dazu so ausgelegt werden, dass ein Dampfzugbetrieb im Stundentakt mit zeitweiser Verdichtung in der Hauptsaison bis Seespitz zusammen mit einem elektrischen Betrieb über die Gesamtstrecke möglich wird. Gedacht ist dabei an einen Betrieb mit Elektrotriebwagen. Geeignete Fahrzeuge seien verfügbar. Mit ihnen sollen Fahrzeiten von acht Minuten von Jenbach bis Eben und von 25 Minuten von Jenbach nach Pertisau möglich sein.[5]

Betriebsmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lokomotiven[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Achenseebahn 1 bis 4
Lok 2 JENBACH

Zur Eröffnung der Achenseebahn wurden 1889 vier Zahnrad-Dampflokomotiven mit der Achsfolge Bzt-n2 beschafft. Sie erhielten die Nummern 1 bis 4 und die Namen Theodor, Hermann, Georg und Carl. Lokomotive 4 wurde in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg als Ersatzteilspender herangezogen und in Folge verschrottet. Der Betrieb wurde bis 2005 ausschließlich mit den verbliebenen drei Maschinen geführt, die als die ältesten Zahnradbahnlokomotiven Österreichs gelten. Im Jahr 2005 wurde eine aus aufgearbeiteten Altbestandteilen der anderen Maschinen und einigen Ersatzteilen rekonstruierte Lokomotive 4 erstmals wieder angeheizt. Allerdings diente sie hier nur als stehende Filmkulisse und es fehlten noch einige wichtige Teile, um sie in den Betrieb nehmen zu können. Nachdem die Lokomotive 1 am 16. Mai 2008 bei einem Brand im Heizhaus in Jenbach schwer beschädigt wurde,[6] wurde die Lokomotive 4 innerhalb dreier Monate mit nicht schadhaften Teilen der Lokomotive 1 dann auch einsatzfähig hergerichtet, so dass vorerst weiterhin drei Lokomotiven zur Verfügung standen. Bis Ende 2009 wurde die beschädigte Lokomotive 1 wieder neu aufgebaut und ist seitdem wieder betriebsfähig.

Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Offener und geschlossener Wagen auf Bergfahrt

An Wagen stehen mehrere zweiachsige Personenwagen zur Verfügung, die 1889 von der Wagen- und Waggonfabrik, Eisen- und Metallgießerei Joh. Weitzer aus Graz gebaut wurden. Ein Zug besteht im Normalfall aus einem geschlossenen Wagen und einem offenen Sommerwagen, die bis Eben bergwärts geschoben und ab dort zum Seespitz gezogen werden. Weiters stehen für innerbetriebliche Transporte einige Güterwagen zur Verfügung, einen regulären Güterverkehr gibt es jedoch auf der Achenseebahn nicht mehr.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • A. Chvatal: Große Geschichte einer kleinen Bahn – Achensee-Dampf-Zahnradbahn 1889–2014. Eigenverlag Pro Arte, Jenbach 2014.
  • W. Duschek, W. Pramstaller u. a.: Local- und Straßenbahnen im alten Tirol. Eigenverlag Tiroler MuseumsBahnen, Innsbruck 2008.
  • Karl Armbruster, Hans Peter Pawlik: Jenbach–Achensee, Die Tiroler Zahnradbahn. Verlag Slezak, Wien 1993, ISBN 3-85416-149-2.
  • Arthur Meyer, Josef Pospichal: Zahnradbahnlokomotiven aus Floridsdorf. Verlag bahnmedien.at, Wien 2012, ISBN 978-3-9503304-0-3.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Achenseebahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Achenseebahn – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geschichte der Achenseebahn auf achenseebahn.at
  2. a b Die Museums-Eisenbahn: Zeitschrift für Kleinbahn-Geschichte. Nr. 1. DME Selbstverlag, 2015, ISSN 0936-4609, S. 8.
  3. tt.com
  4. gwa: KBS 311 Jenbach – Achensee Schiffstation. In: IBSE-Telegramm. 298 (9/2015), S. 4.
  5. Zukunft der Achenseebahn. Auf: Homepage der Achenseebahn.
  6. orf.at