Achim Engstler

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Achim Engster (2019)

Achim Engstler (* 14. März 1959 in Wilhelmshaven) ist ein deutscher Schriftsteller und Philosoph.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Engstler wuchs an der Nordseeküste auf. Bereits als Kind war er in die Geschichten und Grübeleien seiner ostfriesischen Verwandtschaft verstrickt, die ostpreußischen Erzähler auf mütterlicher Seite taten ein Übriges. Nach dem Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Wilhelmshaven studierte er zunächst in Göttingen, dann in Münster Germanistik, Philosophie, Pädagogik und Publizistik. Seine wichtigsten akademischen Lehrer waren Albrecht Schöne und Hans Blumenberg. 1988 promovierte er in Philosophie mit einer Arbeit über den jüdischen Kantianer Salomon Maimon. Bis 1997 forschte und lehrte Engstler an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und verschiedenen anderen Universitäten, wobei sein Hauptinteresse der philosophischen Skepsis, der Lebensphilosophie und der Philosophie Spinozas galt. Von 1996 bis 2000 war er im Vorstand der Spinoza-Gesellschaft. Seit 1997 ist er freiberuflich tätig als wissenschaftlicher Autor und Dozent in der Erwachsenenbildung. 2008 begann seine literarische Arbeitsgemeinschaft mit Astrid Dehe, die es ihm erlaubte, den Faden der Kindheitsgeschichten wieder anzuknüpfen. Engstler ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und im VS. Er ist gemeinsam mit Sabine Prilop Vorsitzender des VS Niedersachsen/Bremen[1] und als Nachfolger von Johann-Günther König Vorsitzender des Fördererkreises deutscher Schriftsteller in Niedersachsen und Bremen. 2019 war er künstlerischer Leiter der 51. Niedersächsischen Landesliteraturtage in Varel und Dangast[2].

Literarisches Schaffen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit Astrid Dehe hat Engstler bislang zwei Essaybände über Franz Kafka und vier belletristische Werke publiziert, darunter die Novelle Auflaufend Wasser, die das Schicksal des Baltrumer Matrosen Tjark Evers erzählt, und den Roman Nagars Nacht, in dessen Zentrum Shalom Nagar steht, der Gefängniswärter, der gegen seinen Willen zum Henker Adolf Eichmanns bestimmt wurde. In ihrem Roman Unter Schwalbenzinnen. Florenz, Frühling 1442 erfinden Dehe und Engstler die Entstehungsgeschichte des legendären Voynich-Manuskripts, in ihrer Photopoesie Der flüchtige Ruhm des Herrn Neubronner betrachten sie mit dem Apotheker und Tüftler Julius Neubronner die Welt aus der Taubenperspektive. Obwohl Dehes und Engstlers belletristische Werke ausnahmslos historische Sujets haben und auf sorgfältigen Recherchen beruhen, wären sie als historische Literatur missverstanden. Sie versuchen vielmehr, vergangenen Ereignissen und Schicksalen mit den Mitteln literarischer Fiktion aktuellen Sinn zu verleihen.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Untersuchungen zum Idealismus Salomon Maimons. Frommann Holzboog, Stuttgart 1990.
  • Philosophie und Skepsis. FernUniversität-Gesamthochschule Hagen, Hagen 2001.
  • mit Astrid Dehe: Kafkas komische Seiten. Essays. Steidl, Göttingen 2011.
  • mit Astrid Dehe: Auflaufend Wasser. Novelle. Steidl, Göttingen 2013. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt a. M. 2014. dtv, München 2015.
  • mit Astrid Dehe: Nagars Nacht. Roman. Steidl, Göttingen 2014.
  • mit Astrid Dehe: Unter Schwalbenzinnen. Florenz, Frühling 1442. Roman. Steidl, Göttingen 2015.
  • mit Astrid Dehe: Kafkas dunkle Augen. Essays. Bernstein, Bonn 2015.
  • mit Astrid Dehe: Der flüchtige Ruhm des Herrn Neubronner. dtv, München 2017.
  • mit Astrid Dehe: Eichmann’s Executioner. A Novel. Transl. by Helen MacCormac and Alyson Coombes. The New Press, New York 2017.
  • Nur blättern. Nicht studieren. Nachwort in: Ernst Volland, Eingebrannte Bilder, Plakate, Cartoons, Buntstiftbilder, Fakes, Dokumente. Hirnkost, Berlin 2018.
  • mit Astrid Dehe: Mein Leben ist eine brutale Anekdote. In: poetin nr. 24 (2018), S. 40–49.
  • Was geht da vor, Sophie? Der Roman des Grafen Aldenburg. Isensee, Oldenburg 2018.
  • mit Ernst Volland: Ohne Dangast geht's nicht. Bilder & Texte. profero, Varel 2019.

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • mit Martin Schewe: Spinoza. Peter Lang, Bern 1990.
  • mit Hans-Dieter Klein: Perspektiven und Probleme systematischer Philosophie. Peter Lang, Bern 1996.
  • mit Robert Schnepf: Affekte und Ethik. Spinozas Lehre im Kontext. Olms, Hildesheim 2002.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alyson Coombes: Understanding the importance of Holocaust fiction for the future: Developing strategies for translating ‘Nagars Nacht‘. Dissertation, University of East Anglia 2015.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]
  2. [2]
  3. [3]