Achim Heukemes

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Achim Heukemes (* 25. September 1951 in Wuppertal) ist ein deutscher Leichtathletiker, der seine größten Erfolge bei Etappenläufen im Alleingang hat.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achim Heukemes wuchs in Wuppertal auf und erlernte den Beruf des Industriekaufmanns.

Mit 14 Jahren verließ er die Volksschule, um bei einer Spedition als Kaufmann in die Lehre zu gehen. Durch seine erste Arbeitsstelle bei einer Spedition erwachte seine Leidenschaft für Fernfahrten, so dass er mit 21 Jahren den Führerschein der Klassen I und II machte, um fortan die Bürotätigkeit gegen die des Fernfahrers einzutauschen. Aber auch in seiner Freizeit hatte er bereits damals eine Vorliebe für Länder und die Straße. So durchquerte er mit dem Motorrad zahlreiche Länder und unternahm Nonstop-Touren: Beispielsweise fuhr er mehrmals rund 2000 Kilometer nonstop von Wuppertal zur Eiger-Nordwand.

1983 zog er von Wuppertal nach Mittenwald (Oberbayern). Dort lernte er Kurt König, einen erfolgreichen Bergläufer, kennen, der ihn überredete an einem 10-km-Lauf in München teilzunehmen (Silvesterlauf 1984). Heukemes war von da an vom Laufen begeistert und so begann er auf seinen Fahrten als Fernfahrer Wartezeiten zum Laufen zu nutzen. Bereits nach neun Monaten lief er seinen ersten Marathon in Berlin in 3:03 h. Bald galt er als der „schnellstlaufende Fernfahrer“ in Deutschland und nahm an zahlreichen großen Bergläufen (Osterfelderkopf, Kitzbüheler Horn, Matterhorn, Kanzelwand) teil.

1985 gab er nach einem Motorrad-Unfall das Motorradfahren auf und konzentrierte nun sich völlig auf das Laufen. Um mehr trainieren zu können, wechselte er 1988 erneut seine Tätigkeit vom Fernfahrer zum Schichtführer eines Versandes in Nürnberg. Durch seine guten sportlichen Resultate lernte Heukemes bei einem Wettkampf den 100-km-Läufer Hartmut Häber kennen und war sofort von der Strecke 100 km fasziniert.

Schließlich gab Heukemes seinen Beruf auf, um sich als einer der wenigen Profisportler im Ultramarathon völlig seiner Lauf-Leidenschaft widmen zu können. So folgten mehrere Länderdurchquerungen in Rekordzeit (z. B. 2005 Australien-Durchquerung, 4568 km in 43 Tagen). Nach der USA-Doppeldurchquerung 2011 wechselte er zum Extrem-Radfahren, wo er jetzt an den härtesten Radrennen der Welt teilnimmt. Heute wird er von Sponsoren unterstützt, hat zwei Bücher geschrieben und hält Vorträge über seine Länderdurchquerungen.

Sportliche Erfolge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Insgesamt hat Heukemes bis heute fünfzehn Gesamtsiege bei internationalen Rennen und vierzehn zweite Plätze sowie acht dritte Plätze bei internationalen Rennen erreicht.

Eventläufe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998 – Italiendurchquerung: Solo-Rekordlauf, 1770 Kilometer in 16 Tagen, 8 Stunden und 30 Minuten
  • 1999 – Mallorca-Umrundung: Solo-Rekordlauf, 357 Kilometer in 46 Stunden und 51 Minuten
  • 2000 – Europadurchquerung: Solo-Rekordlauf vom Nordkap nach Trapani (Sizilien), 5735 km in Weltbestleistung von 55 Tagen, 6 Stunden und 45 Minuten
  • 2001 – Deutschlanddurchquerung: Rekordlauf über 1154 Kilometer vom tiefsten Punkt (Neuendorf bei Wilster, 3,54 Meter unter NN) zum höchsten Punkt (Zugspitze, 2964 Meter) in Deutschland in Weltbestleistung in 6 Tagen, 21 Stunden und 15 Minuten[1]
  • 2004 – Elba-Umrundung: Solo-Rekordlauf, 117 km, 2550 Höhenmeter in 10 Stunden und 14 Minuten
  • 2005 – Australien-Durchquerung: Als erster Mensch die 4568 km von West (Perth) nach Ost (Sydney) in 43 Tagen, 13 Stunden und 8 Minuten[2]
  • 2007 – Frankreichdurchquerung: 1062 km von Nordfrankreich nach Südfrankreich in 12 Tagen 4 Stunden 4 Minuten
  • 2011 – Doppeldurchquerung: Amerika 6000 km Rad + 5000 km Run in 79 Tagen als erster Mensch von New York City nach San Diego, San Diego NY 9/11
  • 2013 – Deutschlanddurchquerung: Solorekord mit dem Fahrrad, 51 Stunden und 30 Minuten, 1100 Kilometer von Flensburg nach Garmisch-Partenkirchen[3]

Meisterschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1991 und 1992 – Deutscher Mannschaftsmeister 100 km – Straße[4]
  • 1997, 1998 und 2000 – Deutscher Vizemeister 100 km – Bahn
  • 1999 – Deutscher Vizemeister 24-Stunden-Lauf
  • 2000 und 2001 – Deutscher Meister 24 Stunden-Lauf
  • 2002 – Vize-Europameister 24-Stunden-Lauf (DUV Nationalteam)
  • 2006 – 5. Platz bei den Weltmeisterschaften im 10-fachen Ironman in Vidauban, Frankreich[5] - Weltmeister M 55...
  • 2007 – 14. Platz beim Badwater Ultramarathon mit 33 Stunden, 2 Minuten und 42 Sekunden[6]
  • 2008 – 10-Tage-Rennen New York – 2. Platz Gesamt – 701 Meilen – Masters Sieg 50 - 59
  • 2009 – 13. Platz beim Transeuropalauf von Bari bis zum Nordkap, 4500 km in 488 Stunden und 51 Minuten[7]
  • 2016 – Duathlon DM – Long Distance in Ulm – Dt.Vizemeister – Master 65 – 69
  • 2016 – DUV – DM – 6 Std. Lauf – Nürnberg – Dt.Vizemeister – Master 65 – 69
  • 2016 – ITU WORLD CHAMPIONSHIPS – Duathlon – Zofingen CH Vizeweltmeister – AGE GRUOP 65 - 69...
  • 2016 - 10-Tage-Rennen New York, 7. Platz, Sieger Master der 60 bis 69-Jährigen[8][9]
  • 2017 – Duathlon – DM – Long Distance in Ulm – Dt. Vizemeister – Master 65 – 69
  • 2017 – DUV – DM – 6 Std. Lauf – Münster – Dt. Vizemeister – Master 65 – 69
  • 2017 – ITU WORLD CHAMPIONSHIPS – Duathlon – Zofingen CH Bronze – AGE GROUP 60-65..
  • 2017 – 24 Hour Time World Championships 🚴 – Borrego Springs Wüste – USA – Vizeweltmeister – Master AGE GROUP 60 – 69...
  • 2018 – DM - Ironman Hamburg...Bronze Medaille - Master AGE GROUP 65 - 69
  • 2018 – 24 Hour Time World Championships 🚴 - Borrego Springs Wüste - USA -
  • Bronze Medaille - Master AGE GROUP 60 - 69...
  • 2019 - DM - Duathlon - Alsdorf - Mitteldistanz...Bronzemedaille - Master 65 - 69..
  • 2019 - DM - Ironman - HH - Langdistanz....Silbermedaille - Master 65 - 69...
  • 2019 - DM - Treppenlauf - Dt. Vizemeister - Master..65 - 69...Towerrun - Rottweil..
  • 2019 - Ironman - Ostseeman - Langdistanz....Master Sieger 65 - 69..

Aufgestellte Rekorde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1999 – Deutscher Rekord 48 Stunden-Lauf, Straße, 389,5 km
  • 2001 – Deutscher Bahn Rekord – 48 Stunden Lauf – Surgeres – France 377 km
  • 2002 – Deutscher Rekord 6 Tage-Lauf, Straße, 843,274 km
  • 2002 – Deutscher Rekord über 1000 Kilometer, 7 Tage, 4 Stunden, 57 Minuten und 18 Sekunden
  • 2002 – Deutscher Rekord über 1000 Meilen (zweitbeste Zeit aller Zeiten), 11 Tage, 18 Stunden, 30 Minuten und 54 Sekunden
  • 2002 – Weltrekord M50 6 Tage-Lauf, Straße, 843,274 km
  • 2002 – Weltrekord M50 über 1000 Kilometer, 7 Tage, 4 Stunden, 57 Minuten und 18 Sekunden
  • 2002 – Weltrekord M50 über 1000 Meilen [zweitbeste Zeit aller Zeiten], 11 Tage, 18 Stunden, 30 Minuten und 54 Sekunden
  • 2004 – Deutscher Rekord 6 Tage-Lauf, Bahn, 822,7 km
  • 2016 - Deutscher Rekord Master New York 6 Tage - Lauf - 664,6 km

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • DUV Sportler des Jahres 2000 und 2001
  • DUV Ehrenpreis 2002, 2004 und 2005

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heukemes ist einer der porträtierten Protagonisten im Dokumentarfilm I Want to Run – Das härteste Rennen der Welt über den Transeuropalauf 2009, der im Frühjahr 2012 in Deutschland im Kino lief.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ULTRAMARATHON – Ausgabe 3/2001 (Memento vom 25. August 2014 im Internet Archive) (PDF; 14,3 MB)
  2. Interview mit Achim Heukemes
  3. Race across Germany Solo. Göpfert Agentur UG, abgerufen am 18. März 2014.
  4. DUV-Statistiken über Achim Heukemes
  5. World's Toughest Endurance Test Near End (Memento vom 27. Dezember 2013 im Internet Archive)
  6. Ergebnisse Badwater Ultramarathon 2007
  7. Ergebnisse Transeuropalauf 2009
  8. Achim Heukemes: Platz 1 „Männer Masters“ beim 10-Tage-Rennen
  9. Würzburger bei einem der längsten Wettrennen der Welt (Memento vom 10. Juni 2016 im Internet Archive)