Achstetten

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Achstetten
Achstetten
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Achstetten hervorgehoben
Koordinaten: 48° 16′ N, 9° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Biberach
Höhe: 503 m ü. NHN
Fläche: 23,38 km²
Einwohner: 4382 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 187 Einwohner je km²
Postleitzahl: 88480
Vorwahl: 07392
Kfz-Kennzeichen: BC
Gemeindeschlüssel: 08 4 26 001
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Laupheimer Straße 6
88480 Achstetten
Webpräsenz: www.achstetten.de
Bürgermeister: Kai Feneberg
Lage der Gemeinde Achstetten im Landkreis Biberach
Bayern Alb-Donau-Kreis Landkreis Ravensburg Landkreis Reutlingen Landkreis Sigmaringen Ulm Achstetten Alleshausen Allmannsweiler Altheim (bei Riedlingen) Attenweiler Bad Buchau Bad Schussenried Berkheim Betzenweiler Ummendorf (bei Biberach) Biberach an der Riß Burgrieden Dettingen an der Iller Dürmentingen Dürnau (Landkreis Biberach) Eberhardzell Erlenmoos Erolzheim Riedlingen Ertingen Gutenzell-Hürbel Hochdorf (Riß) Ingoldingen Kanzach Kirchberg an der Iller Kirchdorf an der Iller Kirchdorf an der Iller Langenenslingen Laupheim Laupheim Maselheim Mietingen Mittelbiberach Moosburg (Federsee) Ochsenhausen Oggelshausen Riedlingen Riedlingen Riedlingen Rot an der Rot Schemmerhofen Schwendi Seekirch Steinhausen an der Rottum Tannheim (Württemberg) Tiefenbach (Federsee) Ummendorf (bei Biberach) Unlingen Unlingen Uttenweiler Wain WarthausenKarte
Über dieses Bild
Achstetten

Die Gemeinde Achstetten ist die nördlichste Gemeinde im Landkreis Biberach in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achstetten um 1900

Achstetten liegt in Oberschwaben im Tal der Rot etwa fünf Kilometer nord-nordöstlich von Laupheim.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtgemeinde Achstetten besteht aus den Teilgemeinden Achstetten, Bronnen, Oberholzheim und Stetten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Herrschaft Achstetten wurde erstmals 1194 in einer Urkunde von Papst Coelestin III. erwähnt. Im 14. Jahrhundert kam der Ort unter die Herrschaft der Herren von Freyberg. Über weitere Besitzer – teilweise war das Dorf auch unter verschiedenen Besitzern aufgeteilt – fiel die Landeshoheit 1806 an das Königreich Württemberg. Dort wurde es 1810 dem Oberamt Wiblingen zugeteilt und kam 1845 zum neu gegründeten Oberamt Laupheim. Im Zuge der Kreisreform 1938 wurde Achstetten mit dem Großteil des Oberamtes Laupheim in den neuen Landkreis Biberach eingegliedert.
siehe auch Burg Stetten

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Gemeindereform in Baden-Württemberg wurden die ehemals selbständigen Gemeinden zum 1. März 1972 (Oberholzheim), 1. November 1972 (Bronnen) und 1. Januar 1975 (Stetten) in die Gemeinde Achstetten eingemeindet.

Wappen der früheren Gemeinden

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerentwicklung der Gemeinde Achstetten einschließlich der heutigen Ortsteile:

Jahr 1939 1961 1970 1987 1990 1995 2000 2005 2007
Einwohner 1.899 2.071 2.472 3.088 3.207 3.491 3.744 3.756 4.116

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achstetten, Brunnen. Aquarell von Eduard von Kallee, 1861

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Die Kommunalwahl am 7. Juni 2009 ergab im Gemeinderat folgende Stimm- und Sitzverteilung:

Partei Stimmen +/− Sitze +/−
Unabhängige Wählervereinigung 55,7 % (–1,9) 8 (–1)
Bürgerliche Wählervereinigung 44,3 % (+5,8) 6 (±0)
Sonstige 0,0 % (–3,9) 0 (0)

Die Wahlbeteiligung lag bei 61,0 % und war damit um 4,8 Prozentpunkte geringer als bei der Kommunalwahl 2004. Dem Gemeinderat gehören zwölf Männer und zwei Frauen an.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: In Blau ein doppelreihig von Rot und Silber geschachteter Schrägbalken, oben von einer, unten von zwei silbernen Kugeln begleitet.

Aus dem Wappen der Freiherren von Freyberg, die von 1356 bis 1625 Ortsherren waren, sind die drei silbernen Kugeln in Blau entnommen. Der rot-silbern geschachtete „Zisterzienserbalken“ erinnert an das Kloster Gutenzell, mit dem sich die Herren von Freyberg ab dem Jahr 1447 die Ortsherrschaft teilten.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Achstetten
Kirche der Heiligen Oswald und Agatha
Kapelle Mariae Verkündigung
Landgasthof Rössle aus dem 18. Jahrhundert
Wieland-Geburtshaus und evangelische Kirche in Oberholzheim

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Achstetten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1386 wurde eine Burg in Achstetten erwähnt. Aus dem Jahr 1449 ist ein die Burg umfassender Burggraben überliefert. Die Burg wurde im Verlauf des Bauernkriegs 1525 durch aufständische Bauern zerstört. Ein Wiederaufbau der Burg wurde im Jahr 1583 erwähnt. Der letzte Komtur der Deutschordensritter, Freiherr Beat Conrad Reuttner von Weyl, ließ das Schloss an der Stelle von Vorgängerbauten durch den offiziellen Architekten der Deutschordensritter, Franz Anton Bagnato, 1794 im klassizistischen Stil renovieren und umbauen. Bagnatos Entwurf bestand aus einem unverzierten, dreistöckigen Gebäude als Wohnbereich und zwei Flügeln, die als Wirtschaftsgebäude dienten. Das Schloss wird noch von der gräflichen Familie Reuttner von Weyl bewohnt.

Kirche der Heiligen Oswald und Agatha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Achstetten gehörte ursprünglich zur Pfarrei Laupheim. 1442 stifteten die Freiherrn von Freyberg eine eigene Pfarrei. Sie unterstand der Reichsabtei Ochsenhausen. Die Reichsabtei ließ 1625 die bestehende mittelalterliche Kirche abbrechen und die Kirche der Heiligen Oswald und Agatha errichten. 1823 wurde der Kirchturm erhöht und im Jahre 2001 eine neue Orgel installiert. Der Bogengang ist in zwei Teile geteilt: ein Teil für das gemeine Volk und ein zweiter Teil, dessen Benutzung nur den Angehörigen der gräflichen Familie gestattet war. Dieses abgesonderte Abteil für die Adligen ist mit dem Schloss durch einen Gang, der auf hölzernen Säulen verläuft, verbunden. Ein ähnliches Bauwerk war auch in Laupheim vorhanden. Dort ist es jedoch nur noch in Fragmenten erhalten.

Kapelle Mariae Verkündigung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kapelle Mariae Verkündigung wurde unmittelbar nach dem Dreißigjährigen Krieg um 1650 erbaut. Geplant als Grablege für die Freiherrn von Freyberg, erfüllt sie heutzutage dieselbe Funktion für die ortsansässigen Grafen Reuttner von Weyl. Die Kapelle wurde als ein außen und innen mit flachen Wandpfeilern gegliederter Saalbau mit einem halbrund geschlossenen Altarraum und spitzgedeckten Westturm errichtet.

Landgasthof Rössle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon 1449 wurde eine Taverne in Achstetten erwähnt. 1573 legten die beiden Dorfherrschaften fest, dass es neben diesem Gasthaus kein anderes in Achstetten geben sollte. Schon damals wurde die Örtlichkeit als Versammlungsort der Gemeinde genutzt. Das heutige Gebäude wurde anfangs des 18. Jahrhunderts errichtet, diente bis 2008 als Gasthof und ist heute ein Wohnhaus. Im Jahr 2011 wurde das denkmalgeschützte Gebäude grundlegend saniert und wird nun als Handwerkerhotel geführt.

Wieland-Geburtshaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im evangelischen Pfarrhaus von Oberholzheim wurde am 5. September 1733 der Dichter und Schriftsteller Christoph Martin Wieland geboren. Im Haus gibt es ein kleines Gedenkzimmer mit Schreibtisch und Ausgaben von Wielands Werken. An den Wänden hängen eine Ahnentafel, Kupferstiche und Zeichnungen sowie ein Abguss von Wielands Totenmaske. Auf Wunsch kann auch Einsicht in das Taufregister mit den Eintragungen zu Wielands Geburt genommen werden. Zu Wielands 200. Geburtstag am 5. September 1933 wurde über der Haustüre eine Gedenktafel angebracht.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballverein TSG Achstetten stieg als Meister der Bezirksliga in der Saison 2010/2011 nach 10-jähriger Abstinenz wieder in die Landesliga 4 auf. Daneben existieren in der Gemeinde noch die Sportfreunde Bronnen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christoph Martin Wieland (* 5. September 1733 im Ortsteil Oberholzheim; † 20. Januar 1813 in Weimar), Dichter
  • Oskar Ameringer (* 4. August 1870 in Achstetten; † 5. November 1943 in Oklahoma City), deutsch-amerikanischer Publizist und Politiker

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Achstetten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Wahlergebnis beim Statistischen Landesamt Baden-Württemberg - abgerufen am 12. September 2009