Sechs auf einen Streich

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Seriendaten
Originaltitel Sechs auf einen Streich
Acht auf einen Streich
(Titel der 2. Staffel)
SechsaufeinenStreich.jpg
Produktionsland Deutschland
Jahr(e) seit 2008
Länge ca. 60 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
jedes Jahr am 1. und 2. Weihnachtstag
(mit Ausnahme: Staffel 1)
Genre Fernsehreihe
Erstausstrahlung 20. Dezember 2008 auf Das Erste

Sechs auf einen Streich, beziehungsweise Acht auf einen Streich (Titel der 2. Staffel), ist eine deutsche Filmreihe des Ersten Deutschen Fernsehens mit Verfilmungen von Märchen bzw. von Motiven aus Märchen, Erzählungen und Gedichte der Brüder Grimm, Hans Christian Andersen, Ludwig Bechstein, Božena Němcová, Christoph Martin Wieland, E. T. A. Hoffmann und Hoffmann von Fallersleben , die das Erste Deutsche Fernsehen im Weihnachtsprogramm des jeweiligen Produktionsjahres erstmals ausstrahlt. In unregelmäßigen Abständen folgen Wiederholungen unter anderem in den regionalen Fernsehprogrammen. Regelmäßig gibt es Wiederholungen im "Märchenfilm im Ersten", jeden Sonntag um 11:00 Uhr auf "Das Erste". Seit 2010 waren es unter Beibehaltung des Serientitels Sechs auf einen Streich nur noch vier Märchen pro Jahr, die verfilmt wurden. 2015 wurden erstmals wieder sechs Märchenfilme gedreht, wobei aber erneut nur vier Filme an Weihnachten ihre Premiere feiern. Die übrigen zwei Märchenfilme sollen Weihnachten 2016 gezeigt werden.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Erste zeigte bis 2008 in seinem Vormittagsprogramm die älteren Märchenfilme von Schongerfilm und die der DEFA in gekürzter 60-minütiger Fassung. Deshalb kam von der Redaktion der Vorschlag, sechs Grimm-Märchen neu zu verfilmen und zu schauen, wie das bei den Zuschauern ankommt. Erst sollte der Titel "Sieben auf einen Streich" heißen. Doch da das schon beim Tapferen Schneiderlein der Spruch ist, überlegte man welche Zahlen sonst noch Bezug zu Märchen haben und kamen dann auf die Zahl Sechs.

Die 60-minütigen Filme orientieren sich an den klassischen Überlieferungen, wurden aber in Erzählweise und Inhalt modernisiert. Veraltete Aussagen und Symboliken der Urfassung wurden neu interpretiert oder ergänzt, um dem sprachlichen Empfinden der Gegenwart Rechnung zu tragen.

Für die unter Aufbietung vieler bekannter deutscher Schauspieler aus Film und Fernsehen entstandene Produktion zeichneten mehrere Landesrundfunkanstalten verantwortlich. In den beteiligten Bundesländern wurden alte Schlösser und Burgen sowie urtümliche Landschaften als Drehorte ausgewählt. Historische Kostüme verleihen den Filmen zusätzliche Authentizität.

Vorlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fabian Busch als Fischer Hein und Katharina Schüttler als Ilsebill im Juni 2013 während der Dreharbeiten zum Film Vom Fischer und seiner Frau.

Mit großen Abstand entstanden die meisten Filme der Reihe nach Märchen bzw. Motiven der Brüder Grimm - sechs für das Weihnachtsprogramm 2008: Brüderchen und Schwesterchen, Frau Holle, Der Froschkönig, König Drosselbart, Das tapfere Schneiderlein und Tischlein deck dich - acht für 2009: Die Bremer Stadtmusikanten, Dornröschen, Die Gänsemagd, Der gestiefelte Kater, Die kluge Bauerntochter, Rapunzel, Rumpelstilzchen und Schneewittchen - zwei für 2010: Das blaue Licht und Der Meisterdieb - vier für 2011: Aschenputtel, Jorinde und Joringel, Die Sterntaler und Die zertanzten Schuhe - vier für 2012: Allerleirauh, Hänsel und Gretel, Rotkäppchen und Schneeweißchen und Rosenrot - zwei für 2013: Vom Fischer und seiner Frau und Der Teufel mit den drei goldenen Haaren - drei für 2014: Die drei Federn, Sechse kommen durch die ganze Welt und Von einem, der auszog, das Fürchten zu lernen - drei nach Motiven der Brüder Grimm für 2015: "Der Prinz in Bärenfell" nach Der Bärenhäuter, "Prinzessin Maleen" nach Jungfrau Maleen und "Die Salzprinzessin" nach Motiven von Prinzessin Mäusehaut und dem slowakischen Märchen Salz ist wertvoller als Gold von Božena Němcová.

Nach den Brüder Grimm lieferte Hans Christian Andersen mit vier Märchen die meisten Vorlagen für die Reihe - zwei für das Weihnachtsprogramm 2010: Die Prinzessin auf der Erbse und Des Kaisers neue Kleider - zwei für 2013: Das Mädchen mit den Schwefelhölzern und Die kleine Meerjungfrau.

Für das Weihnachtsprogramm 2014 wurde mit Siebenschön zum ersten Mal auch ein Märchen von Ludwig Bechstein verfilmt. Mit Nussknacker und Mausekönig folgte eine Erzählung von E. T. A. Hoffmann für das Weihnachtsprogramm 2015. Darüber hinaus wurden im gleichen Jahr zwei weitere Märchenfilme produziert, aber die sollen erst zu Weihnachten 2016 gezeigt werden: "Das Märchen vom Schlaraffenland" nach Motiven des Gedichtes Vom Schlaraffenlande von Hoffmann von Fallersleben und dem Das Märchen vom Schlauraffenland von Bechstein und Hans im Glück nach den Brüdern Grimm.

Zur Zeit werden mit Prinz Himmelblau und Fee Lupine nach dem Märchen Himmelblau und Lupine aus der Märchensammlung Dschinnistan von Christoph Martin Wieland und dem Das singende, klingende Bäumchen, nach Motiven aus dem Märchen Hurleburlebutz der Brüder Grimm und aus dem DEFA-Klassikers "Das singende, klingende Bäumchen" noch zwei weitere Märchenfilme für das Weihnachtsprogramm 2016 produziert.

Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wunschmärchen-Voting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anlässlich des 200. Jubiläums von Grimms Märchen rief Das Erste seine Zuschauer im Jahr 2012 auf, aus den zwanzig Verfilmungen von Märchen der Brüder Grimm, die bis 2011 innerhalb der Reihe Sechs auf einen Streich liefen, die sechs beliebtesten auszuwählen. Bis zum 28. Oktober 2012 gingen rund 10.000 Stimmen ein. Die Gewinnermärchen wurden am 8. und 9. Dezember 2012 im Ersten wiederholt. Die Rangfolge sah wie folgt aus:[1]

  1. Aschenputtel
  2. Frau Holle
  3. Die zertanzten Schuhe
  4. Die Sterntaler
  5. Schneewittchen
  6. König Drosselbart

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siegmund Grewenig (WDR) und Sabine Preuschhof (rbb Fernsehen) wurden für Idee und Gesamtkonzeption der Märchen-Reihe Acht auf einen Streich für den Adolf-Grimme-Preis 2010 nominiert. Maria von Heland gewann zudem als Regisseurin für Die Sterntaler den Bayerischen Fernsehpreis 2012 in der Kategorie „Kinderfilm“.

Die Märchen erzielten folgende Auszeichnungen:

  • Das tapfere Schneiderlein: Emil 2009 (Preis für gutes Kinderfernsehen von TV-Spielfilm)
  • König Drosselbart: Robert-Geisendörfer-Preis 2009
  • Schneewittchen: Award of the Russian Culture Center beim Art Amphora Kinder- und Jugendfilmfestival 2010
  • Die kluge Bauerntochter: Robert-Geisendörfer-Preis 2011
  • Die zertanzten Schuhe: Publikumspreis beim 11. Filmfest LeoLiese 2011
  • Die Sterntaler: Best of Fest Award beim Chicago International Children’s Film Festival 2011
  • Hänsel und Gretel: Certificate of Merit-Award in der Kategorie „Children’s Program“ beim 49. Internationalen Film Festival in Chicago 2013
  • Das Mädchen mit den Schwefelhölzern:
    • Silver Award beim Chicago International Film Festival Television Award Kategorie "Kinderfilm"
    • "Weißer Elefant" für Regie an Uwe Janson,
    • "Weißer Elefant" für Nachwuchspreis an Lea Müller

DVD-Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Titel sind als Einzelexemplare von KNM Home Entertainment GmbH erhältlich. Zudem wurde die Reihe in Sammelboxen mit je zwei bis drei Filmen veröffentlicht. Die zunächst Acht auf einen Streich genannte Staffel aus dem Jahr 2009 wird dabei als Sechs auf einen Streich 2. Staffel bezeichnet.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Aschenputtel“ gewinnt das Wunschmärchen-Voting (Memento vom 11. Februar 2013 im Webarchiv archive.is), abgerufen am 8. Dezember 2012 (Fassung vom 11. Februar 2013 im Archive.today)