Achtgliedriger Aufsatz

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Prüfungszellen Ende des 19. Jahrhunderts

Der achtgliedrige Aufsatz (chinesisch 八股文章, Pinyin bā gǔ wénzhang), ein stark ritualisierter und reglementierter Essay, war unter der Ming- und der Qing-Dynastie bis 1902 einer der grundlegenden Bestandteile der Beamtenprüfung im Chinesischen Kaiserreich.

Thema dieser Aufsätze waren die Lehren des Konfuzius. Jeder der acht Abschnitte hatte eine festgelegte Funktion (etwa Einleitung, Eröffnung der Diskussion, Abstraktion etc.), und es gab gesonderte Regeln für jeden Teil, etwa zur Anzahl der Sätze, Format und Stil, sowie Reimgesetze, Symmetrieregeln und Ähnliches.[1] Da der Essay die Bedeutung eines konfuzianischen Zitats erklären sollte, indem er „für den Weisen sprach“, durften Wörter, Ausdrucksweisen und Ereignisse, die aus der Zeit nach dem Tod des Meisters (479 v. Chr.) stammten, nicht verwendet werden.[1]

Der achtgliedrige Aufsatz hatte keinen Bezug zur Wirklichkeit und diente ausschließlich dem Bestehen der Beamtenprüfung. Das Genre gilt unter heutigen Gelehrten als pedantisch und abgedroschen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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  1. a b c Hoi K. Suen: Some very long-term and some chronic effects: The invisible dimension of the consequential basis of validity. In: 2003 International Symposium on Developing High-stakes Testing at the Korean Institute of Curriculum and Evaluation, Seoul, Korea. 4. Juli 2003, abgerufen am 20. Januar 2018.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]