Acinetobacter

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Acinetobacter
Acinetobacter baumannii

Acinetobacter baumannii

Systematik
Domäne: Bakterien (Bacteria)
Abteilung: Proteobacteria
Klasse: Gammaproteobacteria
Ordnung: Pseudomonadales
Familie: Moraxellaceae
Gattung: Acinetobacter
Wissenschaftlicher Name
Acinetobacter
Brisou & Prévot 1954

Die Bakterien der Gattung Acinetobacter sind häufige Arten, die zur Gruppe der Gamma-Proteobakterien gehören. Sie sind gramnegativ und in der Regel resistent gegen Penicillin und Chloramphenicol.[1]

Acinetobacter als Krankheitserreger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am häufigsten wird A. baumannii im klinischen Alltag beobachtet, der oftmals nosokomial übertragen wird und Wundinfektionen, Lungenentzündungen und Meningitis verursachen kann. Für Meningitis ist aber meistens A. lwoffii ursächlich. Es sind auch häufiger Infektionen mit A. junii, A. haemolyticus und A. johnsonii anzutreffen. Insgesamt kennt man etwa 20 Spezies. Besonders bei A. baumannii ist mit Mehrfachresistenzen zu rechnen.

Im Januar 2008 brachte ein multiresistenter Stamm von Acinetobacter den Betrieb der Intensivstation des Klinikums Enschede (Niederlande) fast völlig zum Erliegen. Das Militär sicherte mit zwei mobilen Intensivstationen den Fortbetrieb.[2]

Im Januar 2015 haben sich am Universitätsklinikum Kiel 31 Patienten mit A. baumannii (4-MRGN) infiziert, 12 davon starben. Bei neun Verstorbenen hatte die Klinik zuvor ausgeschlossen, dass der Erreger zum Tod geführt hat.[3]

Im Dezember 2015 wurde ein Baby in der Frauen- und Kinderklinik Linz (seit 2016 Teil des Kepler Universitätsklinikums) mit einem Keim einer Art von Acinetobacter infiziert, drei weitere Babys wurden ebenfalls infiziert. Die drei weiteren kamen in Quarantäne. Das Baby aus Sarajevo starb. Letztlich sind insgesamt 5 infiziert worden und 2 davon starben.[4]

Der Einsatz von Breitspektrum-Antibiotika wird mittlerweile als wesentlicher Grund für das generell vermehrte Auftreten des Bakteriums vermutet.[5] Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) stieg allein in der Zeit von 2009 bis 2011 der Anteil der A.baumanii-Stämme an den 4-MRGN-Bakterien von 5,0 % auf 10,7 %.

Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Liste ausgewählter Arten:[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • K. J. Towner, E. Bergogne-Bérézin, C. A. Fewson: The Biology of acinetobacter: taxonomy, clinical importance, molecular, biology, physiology, industrial relevance. Plenum Press, New York 1991, ISBN 0-306-43902-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Introduction To Clinical Microbiology (Memento vom 9. Februar 2008 im Internet Archive)
  2. Westfälische Nachrichten
  3. Weiterer Toter mit Klinik-Keim infiziert – NDR.de, abgerufen am 26. Januar 2015
  4. http://ooe.orf.at/news/stories/2752625/ Keim bei Baby in Linzer Uniklinikum entdeckt, orf.at, 15. Januar 2016, abgerufen 16. Januar 2016.
  5. Hans Siegerist: Infektionsepidemiologisches Jahrbuch 2013. Robert Koch-Institut, abgerufen am 15. Juli 2014 (Auszug; PDF; 212 KB).
  6. LPSN (4. Oktober 2012)