Acker-Hellerkraut

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Acker-Hellerkraut
Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense)

Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Hellerkräuter (Thlaspi)
Art: Acker-Hellerkraut
Wissenschaftlicher Name
Thlaspi arvense
L.

Das Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense), auch als Acker-Täschelkraut, Acker-Pfennigkraut oder Ackertäschel bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa verbreiteter und häufig vorkommender Angehöriger der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blüte des Acker-Hellerkrauts
Acker-Hellerkraut (Schötchen)

Die meist einjährige krautige Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von etwa 10 bis 40 cm. Die ganze Pflanze ist kahl, gelbgrün und riecht beim Zerreiben deutlich nach Knoblauch. Der Stängel wächst aufrecht, ist meist verzweigt und kantig. Alle Blätter mit Ausnahme der untersten sind sitzend und pfeilförmig stängelumfassend. Sie sind länglich bis schmal verkehrt-eiförmig, ganzrandig oder gezähnt. Die Traube ist reichblütig. Die Kelchblätter sind elliptisch geformt und etwa 2 bis 2,5 mm lang. Die Kronblätter sind weiß, länglich keilförmig, abgerundet bis schwach ausgerandet und etwa 3 bis 5 mm lang. Die Schötchen sitzen auf etwa 7 bis 15 mm langen und fast waagerecht abstehenden Stielen. Sie sind fast kreisrund, 12 bis 18 mm lang und ringsum breit geflügelt. Sie sind stark abgeflacht und besitzen an der Spitze einen tiefen, sehr schmalen Einschnitt. Der Griffel hat eine Länge von nur 0,3 bis 0,5 mm. Pro Samenfach enthält das Schötchen 4 bis 7 dunkelbraune, bogig geriefte, ellipsoidische Samen.

Das Acker-Hellerkraut blüht vorwiegend von April bis Juni, gelegentlich auch bis September.

Die Art hat die Chromosomenzahl 2n = 14.[1]

Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Acker-Hellerkraut ist eine einjährige, sommer- oder winterannuelle Pflanze, die bis 50 cm tief wurzelt[1] und vielleicht deshalb relativ unempfindlich gegen Herbizide ist. Beim Zerreiben entweicht den Blättern ein leichter Geruch nach Lauch.

Die Blüten sind homogame bis vorweibliche „Nektar führende Scheibenblumen“. Der Insektenbesuch ist spärlich. Meist erfolgt spontane Selbstbestäubung. Typisch ist, dass an den langen Trauben oben neue Blüten angelegt werden, während unten die ersten Früchte bereits reif sind. Blütezeit ist vorwiegend von April bis Juni, gelegentlich auch bis September.

Die breit gesäumten rundlichen Schötchen dienen als Windfang. Die Ausbreitung der Diasporen geschieht erfolgt als Wind- und Tierstreuer sowie als Regenballist. Menschenausbreitung vollzieht sich bei der Trittausbreitung des Samen mit Ackererde und durch ihre Verschleppung mit Erntegeräten. Die Samen sind reich an fettem Öl und bis über 30 Jahre keimfähig. Fruchtreife ist von Mai bis November.

Acker-Hellerkraut, fruchtend

Vorkommen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Standortansprüche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Acker-Hellerkraut wächst in Ackerunkrautgesellschaften, aber auch in Ruderalfluren und auf Schuttplätzen. Es bevorzugt nährstoffreiche, humose, insbesondere lehmige Böden. Es ist in Mitteleuropa eine Charakterart des Fumario-Euphorbion-Verbands, kommt wenn auch seltener in Gesellschaften des Verbands Sisymbrion oder der Klasse Secalietea vor.[1]

Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Thlaspi arvense ist praktisch in ganz Europa und von Westasien bis Ostasien und auf dem indischen Subkontinent verbreitet.[2] Als Neophyt kommt es es auch in Nordamerika, Südamerika, Afrika, Australien und Neuseeland vor.[2] In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die Art verbreitet und häufig. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Kleinwalsertal nahe der Bergstation der Kanzelwandbahn bis zu 1940 m Meereshöhe auf.[3]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name „Hellerkraut“ bzw. „Pfennigkraut“ leitet sich von den rundlichen Schötchen ab.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acker-Hellerkraut ist gekocht oder roh essbar. Es hat einen bitteren Geschmack, der durch Dünsten abgeschwächt werden kann.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Seite 448. Stuttgart, Verlag Eugen Ulmer, 2001. ISBN 3-8001-3131-5.
  2. a b Thlaspi im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 31. Juli 2017.
  3. Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 1, Seite 614. IHW-Verlag, Eching bei München, 2001. ISBN 3-930167-50-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Acker-Hellerkraut (Thlaspi arvense) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien