Acquafondata

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Acquafondata
Wappen
Acquafondata (Italien)
Acquafondata
Staat Italien
Region Latium
Provinz Frosinone (FR)
Koordinaten 41° 33′ N, 13° 57′ OKoordinaten: 41° 32′ 35″ N, 13° 57′ 8″ O
Höhe 926 m s.l.m.
Fläche 25 km²
Einwohner 270 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte 11 Einw./km²
Postleitzahl 03040
Vorwahl 0776
ISTAT-Nummer 060001
Volksbezeichnung Acquafondatari
Schutzpatron San Giovanni Battista

Acquafondata ist eine Gemeinde in der Provinz Frosinone in der mittelitalienischen Region Latium mit 270 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016). Sie liegt 165 km südöstlich von Rom, 84 km östlich von Frosinone und 25 km nordöstlich von Cassino. Sie ist die östlichste Gemeinde der Region und zugleich die kleinste dieser Provinz.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acquafondata liegt auf einem Hügel am Rande der Monti della Meta. Es ist Mitglied der Comunità Montana Valle di Comino.

Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Casalcassinese und Serre.

Die Nachbargemeinden sind Filignano (IS), Pozzilli (IS), Vallerotonda und Viticuso.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Acquafondata entstand in der späten Völkerwanderungszeit im 9. Jahrhundert, als die Bevölkerung die Ebenen verließ und befestigte Orte auf leichter zu verteidigenden Hügeln gründete. Da es über einem See lag, der 1901 trockengelegt wurde, bildete sich der aus dem Lateinischen aqua fundata übernommene Name heraus. Eine erste Erwähnung datiert von 1032, als die Grafen von Venafro den Ort der Abtei von Montecassino schenkten, die es im Gebiet ihrer Terra di San Benedetto bis 1806 behielt, als es wieder direkt ins Königreich Neapel eingegliedert wurde. Von 1806 bis 1902 war Acquafondata mit Viticuso in einer Gemeinde vereinigt und gehörte zur Provinz Terra del Lavoro in der Region Campania. 1927 kam der Ort zur neugegründeten Provinz Frosinone in der Region Lazio.

Im 19. Jahrhundert war Acquafondata ein Zentrum des Brigantismus. Im Herbst 1943 erlitt es schwere Schäden, da es im Zentrum der Kämpfe um die Gustav-Linie lag, und wurde am 12. Januar 1944 von französischen Truppen eingenommen. Am 15. März desselben Jahres stattet ihm General Charles De Gaulle einen Besuch ab. Nach dem Erdbeben von Anfang Mai 1984 waren beträchtliche Wiederaufbaumaßnahmen nötig.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1861 1881 1901 1921 1936 1951 1971 1991 2001 2016
Einwohner 1.124 1.377 1.676 1.351 909 872 458 371 316 270

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Antonio Di Meo (Bürgerliste) wurde im Mai 2006 zum Bürgermeister gewählt. Nach der letzten Wahl hat er seit dem 18. Juni 2016 weiterhin dieses Amt inne.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Kirche San Giovanni Battista wurde 1182 zum ersten Mal erwähnt. Sie besitzt an der Seite des Uhrturms ein ansehnliches Portal, dessen Inschrift eine Umgestaltung von 1621 und eine Renovierung von 1920 nennt: Beide wurden von Angehörigen der führenden Familie des Ortes, De Filippis, vorgenommen. Das Innere ist seit der letzten Renovierung nach dem Erdbeben vom Mai 1984 in einem nicht mehr vollkommen barocken Rohzustand belassen.
  • Die barocke Kapelle San Rocco wurde 1692 erbaut und diente ursprünglich als Gotteshaus für Pestkranke außerhalb der Ortes.
  • Von der um 1020 errichteten Ortsbefestigung sind noch zwei Türme und ein Mauerstück erhalten.
  • Der Palazzo De Filippis gegenüber der Pfarrkirche gehörte der wichtigsten Familie im Orte.
  • An der Zufahrtsstraße von Westen her, der Strada Provinciale 41, befindet sich das kleine Wallfahrtsheiligtum Madonna del Carmine.
  • Im mittelalterlichen Ortsteil Casalcassinese ist die Ruine einer Burg zu sehen. Hier steht am Hauptplatz die im Jahre 1856 erbaute Kirche S. Antonio di Padova im neobarocken Stil.

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden dritten Sonntag im August findet die Sagra degli Gnocchi (Fest der Gnocchi) statt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Antonio Iannetta: Memorie di casa nostra. Storia, costumi, folklore di un lembo di Ciociaria (Viticuso, Casalcassinese, Acquafondata), Sant'Angelo in Villa 1974.
  • Jérôme Leygat: Campagne d'Italie 1943-1944. L'épopée du corps expéditionnaire français: Campagne d'Italie, Antony 2011 ISBN 978-2-7268-9485-9.
  • Luigi Manfellotto: Acquafondata nell'ultimo conflitto mondiale, Cassino 2003.
  • Emilio Pistilli: Acquafondata e Casalcassinese, Acquafondata 2004.
  • Martin Williams: From Warsaw to Rome. General Anders' Exiled Polish Army in the Second World War, Barnsley 2017 ISBN 978-1-47389-488-4.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]