ActOut

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Manifest #ActOut (von englisch to act out „vorführen, durchspielen“, sowie to act „schauspielern“ und out wie in Coming-out; mit Hashtag #) ist der Name einer gesellschaftspolitischen Initiative, die sich einsetzt für mehr Akzeptanz und Anerkennung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, queeren, intergeschlechtlichen und nichtbinären Personen sowohl in der Gesellschaft wie auch innerhalb der deutschsprachigen Film-, Fernseh- und Theaterbranche. Initiiert wurde das Manifest durch Karin Hanczewski, Eva Meckbach, Godehard Giese sowie Mehmet Ateşçi und am 5. Februar 2021 veröffentlicht, unterzeichnet von 185 schauspielerisch Tätigen.

Inhalt des Manifests[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Manifest wurde am 5. Februar 2021 im Magazin der Süddeutschen Zeitung veröffentlicht, begleitet von ausführlichen Interviews auf insgesamt 14 Seiten.[1] Für viele der Beteiligten bedeutete die Aktion ein Coming-out in Form eines Selbstbekenntnisses zur eigenen privaten Lebensweise.[2][3][4][5] Zeitgleich wurde der Text Manifest #ActOut auf einer eigenen Website veröffentlicht.[6][7] Schnell wurde die Initiative in sozialen Medien verbreitet, der Text war bald in 16 Sprachen abrufbar.[8] Das Manifest beginnt mit der Erklärung:[2][7]

„Wir sind hier und wir sind viele!
Wir sind Schauspieler:innen und identifizieren uns unter anderem als lesbisch, schwul, bi, trans*, queer, inter und non-binär.“

Die 185 Unterzeichnenden möchten einen Denkanstoß auslösen und wenden sich gezielt an „Agent:innen, Caster:innen, Kolleg:innen, Produzent:innen, Redakteur:innen, Regisseur:innen“ (mit typografischem Gender-Doppelpunkt). Auslöser sind negative Erfahrungen, die viele schauspielerisch Tätige während ihrer Karriere machen mussten, wenn es um ihre eigene sexuelle Identität beziehungsweise Orientierung oder um ihre Geschlechtsidentität beziehungsweise ihr Gender geht. So schilderte beispielsweise Karin Hanczewski im Interview mit dem SZ-Magazin, dass sie vor einem Coming-out in Hinsicht auf die Besetzung weiterer Rollenangebote gewarnt worden sei, nachdem sie für die Krimireihe Tatort besetzt wurde. Entsprechend hebt das Manifest hervor:[2][7]

„Wir sind Schauspieler:innen. Wir müssen nicht sein, was wir spielen. Wir spielen, als wären wir es – das ist unser Beruf.“

Die Unterzeichnenden geben an, dass sie selbst im Berufsleben nicht offen mit ihrem Privatleben umgehen konnten, ohne dadurch berufliche Nachteile befürchten zu müssen. Es gehe ihnen vor allem darum, mehr Sichtbarkeit und Verständnis für Diversität zu schaffen und auch innerhalb von Filmen und Serien im Sinne sozialer Inklusion mehr „Facetten“ zu zeigen: „Unsere Gesellschaft ist längst bereit. Die Zuschauer:innen sind bereit. Unsere Branche soll für ein Miteinander stehen und in ihrer Vielfältigkeit die Gesellschaft abbilden.“ Das Manifest endet mit den Worten:[2][7][9]

„Wir freuen uns auf all die neuen Geschichten, die wir gemeinsam darstellen und erzählen können.
Die Welt verändert sich, wir tragen alle dazu bei!“

Die Mitinitiatorin Eva Meckbach erklärte dem NDR:[10]

„Als […] in den 90er-Jahren der Film Aimée & Jaguar herauskam, bin ich mit dem Zug nach Ulm ins Kino gefahren und habe das mit meiner ganzen Seele aufgesogen. Diese Geschichten erzählt zu bekommen, aber auch Vorbilder zu haben wie Maren Kroymann, Ulrike Folkerts oder Hape Kerkeling – das war unglaublich wichtig, damit man selber spürt: Wer darf ich sein in dieser Welt? Wer kann ich sein in dieser Welt? Das werden viele Menschen nachvollziehen können, dass man Vorbilder braucht, an denen man wachsen kann. Deswegen waren wir davon überzeugt, dass diese Sichtbarkeit ganz wichtig ist, um dieses Statement zu setzen.“

Unterzeichnende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

185 schauspielerisch tätige Personen aus dem deutschsprachigen Film-, Fernseh- und Theaterbereich haben den Text des Manifests unterschrieben:[2]

  1. Merve Aksoy
  2. Mazen Aljubbeh
  3. Erwin Aljukic
  4. Torben Appel
  5. Giovanni Arvaneh
  6. Mehmet Ateşçi
  7. Silja Bächli
  8. Emma Bading
  9. Fabian Baecker
  10. Philipp Basener
  11. Matthias Beier
  12. Andreas Berg
  13. Knut Berger
  14. Jonathan Berlin
  15. Mareike Beykirch
  16. Silvia Bieler
  17. Dominik Bliefert
  18. Ruth Bohsung
  19. Christian Bojidar
  20. Oska Melina Borcherding
  21. Niels Bormann
  22. Daniel Breitfelder
  23. Oliver Broumis
  24. Martin Bruchmann
  25. Katja Bürkle
  26. Matthias Buss
  27. Bruno Cathomas
  28. Billa Christe
  29. Benny Claessens
  30. Franziskus Claus
  31. Lana Cooper
  32. Sergej Czepurnyi
  33. Armin Dallapiccola
  34. Steve Devonas
  35. Patrick Diemling
  36. Luka Dimic
  37. Aviran Edri
  38. Thea David Ehrensperger
  39. Nico Ehrenteit
  40. Christoph Eichhorn
  41. Jules Elting
  42. Wolfgang Engel
  43. Christian Erdt
  44. Luc Feit
  45. Julius Feldmeier
  46. Daniel Noël Fleischmann
  47. Ulrike Folkerts
  48. Matthias Freihof
  49. Monika Freinberger
  50. Lisa Charlotte Friederich
  51. Emilia de Fries
  52. Maximilian Gehrlinger
  53. Peter Geisberg
  54. Lamin Leroy Gibba
  55. Godehard Giese
  56. Max Gindorff
  57. Vincent Glander
  58. Richard Gonlag
  59. Julia Gräfner
  60. Julian Greis
  61. Jörn Grosse
  62. Roberto Guerra
  63. Eva Medusa Gühne
  64. Patrick Güldenberg
  65. Max Haase
  66. Lina Habicht
  67. Karin Hanczewski
  68. Bineta Hansen
  69. Thomas Hauser
  70. Max Hegewald
  71. Luise Helm
  72. Hauke Heumann
  73. Benjamin Hille
  74. Lorenz Hochhuth
  75. Tim-Fabian Hoffmann
  76. Anna Holmes
  77. Bettina Hoppe
  78. Mavie Hörbiger
  79. Heinrich Horwitz
  80. Jan Hutter
  81. Florian Jahr
  82. Daniel Jeroma
  83. Eva Maria Jost
  84. Tom Keune
  85. Michaela Kis
  86. Desire Klaeukens
  87. Maj-Britt Klenke
  88. Benjamin Kornfeld
  89. Jeremias Koschorz
  90. Luca Kotikova
  91. Max Krause
  92. João Kreth d’Orey
  93. Maren Kroymann
  94. Manuel Krstanovic
  95. Josia Krug
  96. Jan Henning Krus
  97. Manja Kuhl
  98. Dietrich Kuhlbrodt
  99. Stefan Kurt
  100. Sarah Laminger
  101. Nicola Rabea Langrzik
  102. Anna Gesa-Raija Lappe
  103. Philipp Leinenbach
  104. Leroy Leone
  105. Ariel Nil Levy
  106. Thure Lindhardt
  107. Richard Lingscheidt
  108. Constantin Lücke
  109. Matthias Luckey
  110. Markus Manig
  111. Zeljko Marovic
  112. Ulrich Matthes
  113. Julian Mau
  114. Sylvia Mayer
  115. Eva Meckbach
  116. Markus Meyer
  117. Bernd Moss
  118. Hannah Müller
  119. Stephen Multari
  120. Maximilian Mundt
  121. Kumar Muniandy
  122. Klaus Nierhoff
  123. Petra Niermeier
  124. Valerie Oberhof
  125. Adel Onodi
  126. Nadine Quittner
  127. Ingo Raabe
  128. Anton Rattinger
  129. Damian Rebgetz
  130. Sophie Reichert
  131. Martin Reik
  132. Emma Rönnebeck
  133. Marie Rönnebeck
  134. Ulrike Röseberg
  135. Janet Rothe
  136. Nils Rovira-Muñoz
  137. Tucké Royale
  138. Robert Rožić
  139. Udo Samel
  140. Pierre Sanoussi-Bliss
  141. Brix Schaumburg
  142. Milena Arne Schedle
  143. Victor Schefé
  144. Til Schindler
  145. Elena Schmidt
  146. Jochen Schropp
  147. Jannik Schümann
  148. Bärbel Schwarz
  149. Jaecki Schwarz
  150. Joshua Seelenbinder
  151. Rebecca Seidel
  152. Rainer Sellien
  153. Christian Senger
  154. Meik van Severen
  155. Samuel Simon
  156. Maik Solbach
  157. Mehmet Sözer
  158. Lore Stefanek
  159. Florian Steffens
  160. Karoline Stegemann
  161. Lars Steinhöfel
  162. Alina Stiegler
  163. Thiemo Strutzenberger
  164. Pascal Thomas
  165. Jördis Trauer
  166. Bastian Trost
  167. Georg Uecker
  168. Felix Utting
  169. Gerd Wameling
  170. Mark Waschke
  171. Kathrin Wehlisch
  172. Alexander Weise
  173. Jill Weller
  174. Tommy Wiesner
  175. Lea Willkowsky
  176. Gustav Peter Wöhler
  177. Nadine Wrietz
  178. Meo Wulff
  179. Carmen Yasemin Zehentmeier
  180. Benedikt Zeitner
  181. Helmut Zhuber
  182. Paul Zichner
  183. Daniel Zillmann
  184. Marcus Jürgen Zollfrank
  185. Anian Zollner

Im Interview gab die Mitinitiatorin Karin Hanczewski an, dass einige weitere schauspielerisch Tätige sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht dem Manifest anschließen wollten, es aber zu einem späteren Zeitpunkt nicht ausschließen würden.[2]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Deutsche Filmakademie (DFA) erklärte am Tag der Veröffentlichung ihre offizielle Unterstützung: „Wir möchten allen Beteiligten von #actout zu diesem Schritt gratulieren und betonen, dass wir an ihrer Seite stehen. Dieser solidarische Schritt ist enorm wichtig. Wir unterstützen die Forderung von #actout, andere sexuelle und Geschlechtsidentitäten sichtbar zu machen.“[10][11]

Die Filmgesellschaft UFA erklärte zeitgleich ihre Solidarität und zitierte ihren CEO Nico Hofmann: „Das SZ Magazin und die Initiative #actout machen stolz. Ein kraftvoller Appell für Toleranz, Offenheit und für alle Beteiligten – ein Beleg der eigenen Souveränität!“[10][12] Im November 2020 hatte die UFA eine Selbstverpflichtung zu „mehr Diversität in deutschen Filmen und Serien“ abgegeben; sie strebe an, „die Gruppen Gender, People of Color, LGBTIQ+ und Menschen mit Beeinträchtigungen so abzubilden, wie es ihrem Anteil an der Bevölkerung entspricht.“[13]

Das Filmfestival Max Ophüls äußerte „größten Respekt, Solidarität und die vollste Unterstützung für #ActOut!“[14][8] Der Twitter-Account der Berlinale verlinkte das Manifest und erklärte auf Englisch: “We fully support their more diverse & inclusive vision of cinema” (Wir unterstützen vollends ihre diversere und inklusivere Vision von Kino).[15][8]

Antoine Monot, Jr., Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Schauspiel (BFFS), erklärte gegenüber dpa: „Wir unterstützen das und solidarisieren uns mit den 185, die sich geoutet haben […] Ich finde es ganz wichtig, dass man 2021 frei leben kann. […] Dieser Schritt zeigt vielen anderen, was möglich ist“.[3]

Der Aktivist und Filmemacher Rosa von Praunheim hatte den SZ-Artikel sofort erfreut bei Facebook verlinkt, zusammen mit einer Regenbogenfahne (Regenbogenfahne). Die ARD-Talkerin Anne Will hatte das Manifest umgehend auf Twitter kommentiert: „Das ist stark“.[16] Jenny Luca Renner, LGBT-Vertreterin im ZDF-Fernsehrat, hatte die Aktion gegenüber dpa begrüßt: „Die Kraft und den Schutz der Masse genutzt. Großartig“. Renner wies darauf hin, dass selbst Künstleragenturen queeren Personen von einem öffentlichen Coming-out abraten würden – aus Angst, keine Hetero-Rollen mehr angeboten zu bekommen.[17]

In mehreren Ländern berichteten Medien über die Initiative, die zwischenzeitlich auf 16 Sprachen veröffentlicht wurde. Die US-amerikanische Transgender-Schauspielerin Jamie Clayton bezeichnete die Aktion als „episch“.[8] Der Hollywood Reporter, US-Fachzeitschrift der Filmindustrie, brachte einen eigenen Artikel zu #ActOut.[18]

Das Kölner LGBT-Onlinemagazin Queer.de dokumentierte ein Statement der 2019 gegründeten Berliner Initiative Queer Media Society (QMS) zum gemeinsamen Coming-out der 185 Schauspielstars: „Allein schon der Vorgang, jemandem im Branchenkontext zu raten, sich nicht zu outen, ist diskriminierend. Egal, wie ‚gut gemeint‘ das sein mag.“ QMS habe die Vorbereitungen des Manifests begleitet, ebenso die Januarausgabe von Maren Kroymanns Comedysendung Kroymann, bei der fast der gesamte Cast „mit queeren Schauspielenden besetzt“ war. Auch sprach das Magazin von einem „demonstrativen Schulterschluss der Deutschen Filmakademie (DFA), der Deutschen Akademie für Fernsehen (DAfF) und dem Bundesverband Schauspiel“ mit den Unterzeichnenden.[19]

Der Lesben- und Schwulenverband in Deutschland (LSVD) erklärte: „Wir finden die Initiative wichtig und toll. […] Zudem sorgt die Verbindung des Coming-outs mit einem politischen Statement für eine notwendige Diskussion in der ganzen Branche.“[20] Der LSVD hatte bereits 2019 öffentlich das Fernsehen in Deutschland kritisiert: „Die Lebensrealität von Lesben, Schwulen und Trans kommt so gut wie gar nicht vor“.[21]

Sebastian Andrae, Geschäftsführender Vorstand vom Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD), merkte an: „Ich glaube, es ist eine dringend notwendige und hoffentlich auch wirkungsvolle Aktion. […] Es gibt gerade im öffentlich-rechtlichen Spektrum zu wenig Versuche, andere Lebenswirklichkeiten zu zeigen. Das zeigt sich nicht nur bei der sexuellen Orientierung, sondern durch die Bank. Da sind alle aufgerufen, vor allem auch die Fernsehentscheider, das Leben in seiner Buntheit abzubilden.“[22]

Das Nachrichtenportal watson.de fragte bei den deutschen Fernsehsendern ARD, ZDF, RTL, VOX und Pro7/Sat1/Kabel1 nach und fasste am 12. Februar die Antworten zusammen: „Die meisten deutschen Sender scheinen bereits mehr oder weniger zufrieden mit der Repräsentation von LGBTIQ im eigenen Programm zu sein. Gegenüber watson wurden zumindest hauptsächlich bereits existierende diverse Formate bzw. die allgemeine Ausrichtung in den Vordergrund gerückt“. Nur VOX habe anklingen lassen, „dass es auch in Zukunft noch einiges zu tun gibt.“ Der Privatsender fand die #ActOut-Initiative „großartig und wichtig“; RTL fand sie „großartig“ und habe sie über Social-Media-Kanäle geteilt.[20] Der Programmleiter Fernsehfilm, Kino und Serie beim WDR Fernsehen, Alexander Bickel, erklärte bei Deutschlandfunk Kultur, die Initiative #ActOut helfe beim Abgleich von Selbst- und Fremdwahrnehmung: „Der Druck, den wir haben – und das, finde ich, ist ein positiver Druck – ist vor allen Dingen, uns zu überlegen, wie wir ein Programm für die Mediathek so machen, dass wir ein Publikum gewinnen oder zurückgewinnen, was wir verloren haben“.[18]

Der taz-Redakteur Jan Feddersen erinnerte in einem Gastkommentar an sein Coming-out zusammen mit 682 Schwulen auf einem Cover des Stern-Magazins im Jahr 1978 und erklärte: „Der Aktion #ActOut ist nur Beifall zu spenden, laut, am besten lasse man auf alle, die bei dieser Aktion, über 42 Jahre nach unserem Stern-Coming-out, mitmachten, die Schauspieler*innen, Rosen in Hülle und Fülle regnen. Denn ihre Performance zeigt: Deutschland besonders ist ein reaktionäres Landes[sic!], faktisch im kulturellen Gewebe noch durch und durch heteronormativ“ (siehe auch Lesben- und Schwulenbewegung in der BRD).[23]

Der Wirtschaftswissenschaftler Marcel Fratzscher wies in Zusammenhang mit #ActOut auf eine aktuelle Studie seines Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung hin, nach der sich „LGBTQI*-Menschen in Deutschland“ doppelt so oft einsam fühlten wie die restliche Bevölkerung, dreimal häufiger von Depressionen und Burnout-Syndromen betroffen seien und deutlich erhöhte Vorkommen von Herzkrankheiten, Asthma und chronischen Rückenschmerzen hätten; 40 % der Trans-Personen würden unter Angststörungen leiden. Die Forschung zum Wohlbefinden von LGBT-Personen stecke aber noch in den Anfängen. Auch für die Politik bestehe dringender Handlungsbedarf, um Diskriminierung und Ausgrenzung zu verhindern.[24][25]

Kritik

Sandra Kegel, Ressortleiterin des Feuilletons der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, zog in ihrem Kommentar am Tag der Veröffentlichung die Legitimation der „vierzehnseitigen Klage“ grundsätzlich in Zweifel: „Natürlich lassen sich Gegenbeispiele von Hollywood bis ‚Soko‘ finden, und dass Unterzeichner […] an Unterbeschäftigung litten aufgrund verschlossener Türen, hat ihre Dauerpräsenz nicht vermuten lassen. Womöglich sind ja die Türen, die sie ‚aufmachen wollen‘, bereits sperrangelweit offen.“[26]

Der Schauspieler und Theaterleiter Dieter Hallervorden kommentierte das Manifest auf Facebook: „Wo ist da der Sturm? […] niemand sollte mit seiner Besonderheit meinen, es besonders in den publizitären Vordergrund zu rücken. Es gilt einfach: Jedem das Seine!“[27]

Edo Reents, Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, schrieb am 16. Februar unter dem Titel Wie man auf dem roten Teppich bleibt von einer „Umerziehung des Massengeschmacks […] Das Gutgemeinte frisst die Ästhetik“.[28]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Homo- und Bisexualität – Wikipedia-Inhalte zum Thema

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vorstellung Heft 5: „Wir sind schon da“. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 5. Februar 2021, abgerufen am 8. Februar 2021.
  2. a b c d e f Carolin Emcke, Lara Fritzsche: Kunst: „Wir sind schon da“. In: Süddeutsche Zeitung Magazin. 4. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021 (hinter Bezahlschranke).
  3. a b Meldung (dpa): Massen-Coming-out – Schauspielverband: Queeres Manifest wichtiger Schritt. In: Frankfurter Rundschau. 6. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  4. Meldung (dpa): Initiative #actout: 185 Schauspielerinnen und Schauspieler outen sich und veröffentlichen Manifest. In: FAZ.net. 4. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  5. Meldung (dpa): Versteckspiel „ist jetzt vorbei“: TV-Stars offenbaren sexuelle Orientierung. In: n-tv.de. 4. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  6. Mehmet Ateşçi im Gespräch: Queere Initiative #actout: Ein Manifest für mehr Sichtbarkeit. In: Deutschlandfunk Kultur. 4. Februar 2021, abgerufen am 8. Februar 2021 (mit Audio: 6:37 Minuten).
  7. a b c d Manifest #ActOut: Offizielle Webseite. 4. Februar 2020, abgerufen am 7. Februar 2021.
  8. a b c d Elisa Britzelmeier: Reaktionen auf #actout: „Wir alle haben Nachrichten bekommen, die uns zu Tränen rühren“. In: Süddeutsche Zeitung. 7. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  9. Philipp Jedicke: Diversität – #actout: 185 Schauspieler*innen outen sich. In: Deutsche Welle. 5. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  10. a b c Eva Meckbach im Interview: „Ich habe gemerkt, dass die Menschen mich anders sehen“. In: NDR.de. 5. Februar 2021 (mit Audio: 6 Minuten).
  11. Deutsche Filmakademie: Die Deutsche Filmakademie steht an der Seite der Initiative #actout. In: Deutsche-Filmakademie.de. 5. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  12. UFA GmbH: Nouvelles: Im heutigen SZ Magazin outen sich 185 … In: LinkedIn. 5. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  13. Philipp Jedicke: Film: Mehr Diversität in deutschen Filmen und Serien. In: Deutsche Welle. 27. November 2020, abgerufen am 7. Februar 2021.
  14. Filmfestival Max Ophüls: „Die Welt verändert sich, wir tragen …“ In: Facebook. 5. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  15. Internationale Filmfestspiele Berlin: Today in Germany, 185 actors publicly came out… In: Twitter. 5. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  16. Meldung: Manifest #actout: 185 Stars fordern mit ihrem Coming-out mehr Vielfalt. In: WDR.de. 5. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021 (mit Audio: 9:16 Minuten; verfügbar bis 5. Februar 2022).
  17. Meldung (dpa): Actout: Ein Manifest für Anerkennung. In: Wiener Zeitung. 5. Februar 2021, abgerufen am 9. Februar 2021
  18. a b Alexander Bickel im Interview: WDR-Programmleiter über #ActOut: „Das Bewusstsein aller Beteiligten schärfen“. In: Deutschlandfunk Kultur. 10. Februar 2021, abgerufen am 14. Februar 2021 (mit Audio: 8:42 Minuten).
  19. Redaktion: Standpunkt – Massen-Coming-out: Bei #ActOut geht es um weit mehr als Queerness. In: Queer.de. 8. Februar 2021, abgerufen am 9. Februar 2021.
  20. a b Jennifer Ullrich: Schauspieler Jochen Schropp fordert mehr Diversität im TV – das sagen die Sender. In: Watson.de. 12. Februar 2021, abgerufen am 14. Februar 2021.
  21. Redaktion: Darstellung Homosexueller im Fernsehen ist realitätsfern. In: DigitalFernsehen.de. 19. Juni 2019, abgerufen am 3. März 2021.
  22. Sebastian Andrae im Interview: Drehbuchautor zu #ActOut: „In den Fernsehanstalten wird zu wenig gewagt“. In: Deutschlandfunk Kultur. 9. Februar 2021, abgerufen am 12. Februar 2021 (mit Audio: 8:53 Minuten).
  23. Jan Feddersen: Der Kampf gegen Heteronormativität fühlt sich gut an. In: Mannschaft.com. 13. Februar 2021, abgerufen am 14. Februar 2021.
  24. Marcel Fratzscher: Diskriminierung macht krank. In: DIW.de. 15. Februar 2021, abgerufen am 3. März 2021.
  25. David Kasprowski, Mirjam Fischer u. a.: Geringere Chancen auf ein gesundes Leben für LGBTQI*-Menschen. In: DIW Wochenbericht. Nr. 6, 2021, S. 80–88 (Präsentation & Download).
  26. Johannes Kram: Schauspieler*innen-Coming-out: Der Kampf beginnt erst jetzt! In: Nollendorfblog.de. 6. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021 (Blog seit 2009: Ich hab ja nichts gegen Schwule, aber).
  27. Johannes Kram: Coming-out: Dieter Hallervorden attackiert Schauspieler*innen. In: Nollendorfblog.de. 7. Februar 2021, abgerufen am 7. Februar 2021.
  28. Arno Widmann: Aktion „#actout“ – Diversität: Die Gesellschaft hat sich verändert, der Film muss hinterher. In: Frankfurter Rundschau. 17. Februar 2021, abgerufen am 18. Februar 2021.