Adalbert Colsman (Unternehmer, 1886)

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Adalbert Colsman (* 9. Juni 1886 in Langenberg; † 1. April 1978 ebenda) war ein deutscher Unternehmer und Kunstmäzen.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adalbert Colsman war das jüngste Kind des Firmenmitgründers Hermann Colsman. Er trat 1912 in das Geschäft der traditionsreichen Seidenweberei Conze & Colsman in Langenberg (Rheinland) ein. 1915 wurde er Geschäftsführer, 1958 wechselte er als geschäftsführender Gesellschafter in den Beirat.

Er war in zahlreichen Wirtschaftsverbänden und Aufsichtsräten aktiv. 1947 wurde er Präsidiumsmitglied der IHK, darauf Vizepräsident. 1946 hat Colsman die Vereinigung der industriellen Wirtschaftsverbände mitbegründet, aus der später der BDI hervorging und er beteiligte sich an der Gründung der Stiftung „Kulturkreis“ im BDI.[1]

1945 wurde er von der amerikanischen Besatzungsmacht zum ersten Nachkriegs-Bürgermeister der Stadt Langenberg berufen und übte dieses Amt bis 1946 aus.

1955 wurde er von Bundespräsident Theodor Heuss mit dem Großen Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.[2]

Adalbert Colsman war der jüngere Bruder von Gertrud Osthaus, verheiratet mit Karl Ernst Osthaus,[3] die ihn schon früh mit moderner Kunst bekannt machte und ihn in die Kreise von Künstlern einführte. So war er befreundet mit Künstlern wie Emil Nolde oder Christian Rohlfs und wurde zum Kunstmäzen und Förderer des Museums Folkwang in Essen. Von 1922 bis 1978 vertrat er die Erben Osthaus im Kuratorium des Museums Folkwang und von 1937 bis 1959 war er Vorsitzender des Museumsvereins.[4] 1964 gründete er zusammen mit seiner Frau die „Adalbert und Thilda Colsman Stiftung“ für Kunst und Kultur.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Folkwang-Museumsverein e. V. (Hrsg.): Sammlerfleiß und Stiftungswille, 90 Jahre Folkwang-Museumsverein – 90 Jahre Museum Folkwang. Göttingen 2012, ISBN 978-3-86930-601-8, S. 58, 64, 74, 78, 95, 115, 121, 123–125, 128, 130f, 146–159, 190, 197f, 201f, 207, 211f, 220, 225, 230, 233, 238, 242, 245, 248f, 255, 264–268, 270f, 275f, 360, 422, 426, 441.
  • Carola Groppe: Der Geist des Unternehmertums – eine Bildungs- und Sozialgeschichte. Die Seidenfabrikantenfamilie Colsman 1649–1840. Böhlau, Köln/ Weimar/ Wien 2004, ISBN 3-412-11004-3, S. 539. (Zugleich: Habilitationsschrift, Universität Bochum, 2002/2003.)
  • Kulturstiftung der Länder in Verbindung mit dem Karl Ernst Osthaus-Museum Hagen (Hrsg.): Karl Ernst Osthaus-Museum, Hagen; Briefe an Karl Ernst Osthaus. Hagen 2000. ISSN 0941-7036, S. 7–18.
  • Julius von Felbert (Hrsg.) Villen in Langenberg. Velbert 2013, ISBN 978-3-9813898-5-2, S. 17, 104–107, 133.
  • Volker Spiegelberg, Joachim Stahl: Festschrift anlässlich der 75jährigen Wiederkehr des Stapellaufes der Kreuzeryacht Ingorata am 1. Juni 1929. (= Historische Schiffsmonographien. Band 2). Schiffahrtsgeschichtliche Gesellschaft Ostsee e. V., Rostock 2004, DNB 971308004, S. 24f.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wolfgang Wruck: Adalbert Colsman 1886–1978, Sein Leben und Wirken. Langenberg 2003 Privatdruck.
  2. Peter Andreas, Volkmar Wittmütz (Hrsg.): Langenberger Spuren Lese, Porträts aus drei Jahrhunderten 1638–1895. Velbert 2010, ISBN 978-3-9813898-0-7, S. 146.
  3. Herta Hesse-Frielinghaus u. a. (Hrsg.): Karl Ernst Osthaus –Leben und Werk. Recklinghausen 1971, ISBN 3-7647-0223-0, S. 35ff.
  4. Folkwang-Museumsverein e. V. (Hrsg.): Sammlerfleiß und Stiftungswille, 90 Jahre Folkwang-Museumsverein – 90 Jahre Museum Folkwang. Göttingen 2012, ISBN 978-3-86930-601-8, S. 422, 426.