Adam Neumann

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Adam Neumann (2015)

Adam Neumann (* 25. April 1979 in Tel Aviv) ist ein israelischer Unternehmer. Er gründete gemeinsam mit Miguel McKelvey das Unternehmen WeWork. Von 2010 bis 2019 fungierte er auch als CEO von WeWork. Forbes schätzte sein Vermögen im September 2019 auf 2,2 Milliarden US-Dollar.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adam Neumann wurde als Sohn von Avivit und Doron Neumann geboren. Als er sieben Jahre alt war, ließen sich seine Eltern scheiden. Er und seine jüngere Schwester Adi zogen danach mit ihrer Mutter in die Vereinigten Staaten. Aufgrund einer Lese- und Rechtschreibstörung lernte er erst in der dritten Klasse Lesen und Schreiben.[2] Nach vier Jahren in den USA kehrten sie 1990 nach Israel zurück und ließen sich im Kibbuz Nir Am nieder. Er absolvierte erfolgreich die israelische Marineakademie und diente anschließend fünf Jahre als Offizier der israelischen Marine. Anschließend wurde er 2001 mit dem Rang eines Leutnants entlassen.[3] Danach besuchte er die Zicklin School of Business am Baruch College in New York City.

Gemeinsam mit seinem Freund Miguel McKelvey gründete er 2008 Green Desk, ein Geschäft für geteilte Büroflächen, das sich auf Nachhaltigkeit konzentrierte. Nachdem sie ihre Anteile an Green Desk verkauft hatten, benutzten sie das Geld aus dem Verkauf zusammen mit einem Kredit in Höhe von 15 Millionen US-Dollar für die Gründung von WeWork, einem Unternehmen, dessen Geschäftsmodell darauf beruht, Büroflächen und Shared Workspaces für Selbständige und Unternehmen anzubieten. Unter der Führung von Neumann wuchs WeWork zu einem der wertvollsten Start-up-Unternehmen der Welt heran.[4] 2019 hatte es 10.000 Mitarbeiter und einen geschätzten Wert von 47 Milliarden US-Dollar.[5]

Im September 2019 musste Neumann als CEO des Unternehmens zurücktreten, nachdem ein geplanter Börsengang verschoben werden musste und der geschätzte Wert des Unternehmens durch Ratingagenturen auf Ramschniveau gesenkt wurde.[6] Dies geschah auf Druck der Investoren von WeWork, zu denen auch der japanische Milliardär Masayoshi Son zählt. Neumann blieb weiterhin Vorsitzender von WeWork.[7]

Im Oktober 2019 gab das Wall Street Journal bekannt, dass Neumann vom Stakeholder Softbank fast 1,7 Milliarden US-Dollar erhält und dafür aus dem Vorstand von WeWork ausscheidet und die meisten seiner Verbindungen zum Unternehmen abbricht.[8]

Als privater Investor investierte Neumann in andere Start-ups, Immobilien, Hotels und Cannabis.[9][10]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neumann ist mit Rebekah Neumann verheiratet und Vater von fünf Kindern. Seine Frau Rebekah ist eine Cousine der Schauspielerin Gwyneth Paltrow und half ihm beim Aufbau von WeWork.[11] Er bezeichnet sich als praktizierender Anhänger des Judentums.[12] In der Öffentlichkeit ist er mehrfach als extrovertierte Persönlichkeit in Erscheinung getreten.[13]

Kontroversen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2018 wurde WeWork von einem ehemaligen Mitarbeiter angeklagt, der Fälle sexueller Belästigung und andere unangemessene Verhaltensweisen am Arbeitsplatz des Unternehmens feststellte. Auch Neumanns eigenes Verhalten wurde von einer ehemaligen Mitarbeiterin kritisiert. So soll er einer Bewerberin während eines Bewerbungsgespräches Tequila angeboten haben.[14][15]

Nach Angaben des Wall Street Journal charterte Neumann im Sommer 2018 eine Gulfstream G650 für eine Reise von den USA nach Israel. Während des Fluges verbrachten Neumann und seine Freunde einen Großteil des Fluges damit, Marihuana zu rauchen. Nachdem das Flugzeug in Israel gelandet war, fand die Flugbesatzung eine mit Marihuana gefüllte Müslischachtel und meldete sie dem Jet-Besitzer. Aus Angst vor einer möglichen Anklage wegen Drogenschmuggel befahl der Besitzer des Jets ihn sofort wieder in die USA zurückzufliegen.[13]

Ihm wird vorgeworfen, sich selbst am Markennamen von WeWork bereichert zu haben und soll für Ungereimtheiten des beim ersten nach Börsenkriterien veröffentlichten Geschäftsbericht des Unternehmens verantwortlich sein. Er musste deshalb seinen Posten als Geschäftsführer abgeben.[7]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Adam Neumann – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Adam Neumann. Abgerufen am 30. September 2019 (englisch).
  2. Steven Bertoni: WeWork's $20 Billion Office Party: The Crazy Bet That Could Change How The World Does Business. Abgerufen am 30. September 2019 (englisch).
  3. Work space and mentoring for veterans. 9. November 2017, abgerufen am 30. September 2019 (amerikanisches Englisch).
  4. Victoria Turk: How WeWork became the most hyped startup in the world. In: Wired UK. 6. Juni 2018, ISSN 1357-0978 (wired.co.uk [abgerufen am 30. September 2019]).
  5. Taylor Telford closeTaylor TelfordReporter covering national, breaking newsEmailEmailBioBioFollowFollow: Adam Neumann’s chaotic energy built WeWork. Now it might cost him his job as CEO. Abgerufen am 30. September 2019 (englisch).
  6. Abstufung durch Ratingagentur - WeWork nur noch Ramsch, Artikel auf tagesschau.de, abgerufen am 2. Oktober 2019.
  7. a b n-tv NACHRICHTEN: Vom Genie zum Maskottchen. Abgerufen am 30. September 2019.
  8. Maureen Farrell and Eliot Brown: SoftBank to Boost Stake in WeWork in Deal That Cuts Most Ties With Neumann. Abgerufen am 27. Oktober 2019 (amerikanisches Englisch).
  9. WeWork's Adam Neumann invests in cannabis co InterCure. 28. November 2018, abgerufen am 30. September 2019 (hebräisch).
  10. Adam Neumann-backed hotel and co-working company Selina expands to NYC. 5. Dezember 2018, abgerufen am 30. September 2019 (amerikanisches Englisch).
  11. How Gwyneth Paltrow’s Cousin Co-Founded WeWork. In: Observer. 3. August 2016, abgerufen am 30. September 2019 (englisch).
  12. Amarelle Wenkert: WeWork’s Adam Neumann Says Observing Jewish Shabbat Helps Him Keep Ego in Check. 4. Januar 2019, abgerufen am 30. September 2019.
  13. a b Eliot Brown: How Adam Neumann’s Over-the-Top Style Built WeWork. ‘This Is Not the Way Everybody Behaves.’ In: Wall Street Journal. 18. September 2019, ISSN 0099-9660 (wsj.com [abgerufen am 30. September 2019]).
  14. Sara Ashley O'Brien, CNN Business: Former WeWork employee sues for sexual harassment, retaliation. Abgerufen am 30. September 2019.
  15. Maya Rajamani: Lawsuit: NYC Woman Sexually Assaulted By 2 WeWork Employees. Abgerufen am 30. September 2019 (englisch).