Adblock Plus

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Dieser Artikel behandelt den Werbeblocker der Firma Eyeo; zur Open-Source-Software siehe AdBlock.
Adblock Plus
Logo
Einstellfenster der Filterregeln
Einstellfenster der Filterregeln in Version 1.3.9 unter Windows 7
Basisdaten
Entwickler Eyeo GmbH[1]
Erscheinungsjahr 2006
Aktuelle Version 2.6.10 (Firefox)[2]
1.3 (Android)[3]
1.9.1 (Google Chrome)[4]
1.9.1 (Opera)[5]
1.3.10 (K-Meleon)[6]
1.4 (Internet Explorer)[7]
1.8.12 (Safari)[8]
Kategorie Add-on
Lizenz GPL 3
Deutschsprachig Ja
adblockplus.org

Adblock Plus (englisch für ‚Werbesperre plus‘; kurz: ABP) ist ein kommerzielles Werkzeug zur Unterdrückung von Werbung auf Webseiten, ein sogenannter Werbeblocker. Es ermöglicht dem Anwender, Online-Werbung zu verstecken und Werbeelemente gar nicht erst aus dem Web herunterzuladen. Neben Grafiken kann Adblock Plus auch Inlineframes, Java-Applets, Flash-Werbung sowie reine Textwerbung entfernen.[9]

Adblock Plus ist als Erweiterung für verschiedene Browser (Mozilla Firefox, Mozilla Firefox Mobile, Google Chrome, Opera,[10] K-Meleon), die Internet-Suite Seamonkey, Internet Explorer und den E-Mail-Client Mozilla Thunderbird verfügbar.[11] Seit November 2012 ist Adblock Plus auch als kostenlose App für Android-Geräte erhältlich.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Um überhaupt Werbung blockieren zu können, benötigt AdBlock Plus eine Liste mit Filterregeln. Bei der Installation werden dem Benutzer Vorschläge zu geeigneten Filterlisten angezeigt. Die Filterlisten werden von Drittanbietern zur Verfügung gestellt.

Grundsätzlich unterstützt AdBlock Plus zwei unterschiedliche Arten an Filterregeln. Zum einen können Anfragen zu bestimmten Webservern oder Anfragen zu bestimmten Ressourcen auf einem Webserver (sogenannte Uniform Resource Identifier) direkt blockiert werden, sodass diese gar nicht erst geladen werden. Dies ist nützlich, da viele Webseitenbetreiber Werbung über Server von Drittanbietern, wie DoubleClick oder Google AdSense, in ihre Webseiten einbinden. Die zweite Filterart besteht darin, bestimmte Elemente innerhalb eines HTML-Dokumentes zu verstecken, was auch als Element hiding bezeichnet wird.

Um nicht jedes Element / jede URL einzeln blockieren zu müssen, bietet AdBlock Plus die Möglichkeit, „Platzhalter“ in Form eines Asterisks (*) zu verwenden. Dabei steht dieses Zeichen für einen beliebigen Inhalt.

Beispiele:

http://de.wikipedia.org
http://*.wikipedia.org
||meta.wikimedia.org/wiki/Special:BannerLoader?*

Die erste Zeile trifft nur auf den deutschsprachigen Teil von Wikipedia zu, die zweite würde das ganze Portal blockieren, und die letzte würde zentrale Mitteilungen, wie den Spendenblock oder technische Ankündigungen, auf dem ganzen Portal unterbinden. Zusätzlich gibt es die Möglichkeit, reguläre Ausdrücke zu verwenden. Diese bieten eine stark erweiterte Syntax an und erlauben es, explizit zu bestimmen, welche URLs bereinigt werden sollen, und dennoch die Liste kurz zu halten. Das ist vor allem für große Filterlisten sinnvoll, um die Anzahl der Einträge zu verringern. Andererseits rät AdBlock Plus vom Einsatz regulärer Ausdrücke ab, da deren Auswertung erheblich langsamer ist. Adblock Plus interpretiert alle Filter, die mit einem Schrägstrich beginnen und aufhören, als reguläre Ausdrücke.[12]

Zusätzlich zu den den von Drittanbietern zur Verfügung gestellten Filterlisten können Filterregeln auch selbst erstellt werden:

  • Über das Menü von AdBlock Plus kann eine Liste verfügbarer Ressourcen innerhalb einer Webseite angezeigt werden, die sich blockieren lassen.
  • Handelt es sich um Grafiken oder Inlineframes, können diese über das Kontextmenü zum Blockieren ausgewählt werden.
  • Handelt es sich um Flash-Werbung, kann Adblock Plus einen Button an jedes Flashobjekt hängen, mit dem man die URL des entsprechenden Objekts blockieren kann. Diese Option muss vorher in den Einstellungen aktiviert werden.
  • Mit Hilfe einer Erweiterung namens Element Hiding Helper lassen sich einzelne Elemente mit der Maus auswählen und blockieren.[13]
  • In den Einstellungen von Adblock Plus können jederzeit neue Einträge hinzugefügt oder alte entfernt werden.

Geschichte[Bearbeiten]

Vorläufer von ABP ist Adblock. Da dessen Weiterentwicklung seit 2004 stagniert, entstand mit Adblock Plus ein Fork von Adblock, der folgende zusätzliche Funktionen bietet:

  • Abonnieren vorgefertigter Filterlisten, die auf Wunsch auch automatisch aktualisiert werden. Diese blockieren automatisch einen Großteil der Werbung.
  • Erstellen einer weißen Liste von Seiten, deren Inhalte nicht gefiltert werden.
  • Verbergen unerwünschter HTML-Elemente
  • Anzeige der gesamten Trefferanzahl jedes Filters
  • Schnellerer Algorithmus

Diskurs[Bearbeiten]

Websites mit Werbeblocker-Erkennung[Bearbeiten]

Inzwischen sind einige Websitebetreiber dazu übergegangen, die Nutzung von Adblock zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen. So blenden einige Websites Warnmeldungen ein, die auf das Konzept der Werbefinanzierung hinweisen.[14] Im Gegenzug haben auch Nutzer (z. B. mithilfe der Firefox-Erweiterung Greasemonkey) Scripts programmiert, die die Werbeblocker-Erkennung auf diesen Websites aushebeln, so dass die Website trotz Werbeblocker benutzbar ist.

Acceptable Ads[Bearbeiten]

Seit Version 2.0 ist Adblock Plus standardmäßig so konfiguriert, dass einzelne, als unaufdringlich bewertete Werbeeinblendungen (wörtlich „acceptable ads“) nicht blockiert werden. Dafür wird eine spezielle Whitelist eingesetzt.[15] Mithilfe dieser (abschaltbaren) Funktion soll angeblich positiv auf die Entwicklung des Web im Ganzen eingewirkt werden.[16] Über die Funktion wurde vor der Einführung Ende 2011 kontrovers diskutiert, und sie stieß bei Teilen der Nutzer auf starke Ablehnung.[17] Eine Eintragung in die Whitelist ist für kleine Internetseiten und Blogs kostenfrei.[18]

Die Kontroverse über die „Acceptable-Ads“-Funktion wurde nach Recherchen von Sascha Pallenberg Ende Juni 2013[19] wiederbelebt. Die betreffenden Personen hinter Adblock Plus bestätigten die Recherchen größtenteils, rechtfertigten das Geschäftsmodell aber mit der Behauptung, die Kriterien zur Teilnahme an „Acceptable Ads“ seien für alle gleich.[15][20] Am 1. Juli 2013 folgte eine Gegendarstellung von Till Faida, der den Vorwürfen teilweise widersprach und Pallenberg der Lüge bezichtigte.[21] Als Antwort auf diese Praxis entstand das alternative Projekt Adblock Edge.[22]

Im Oktober 2013 bezichtigte die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde Google des Machtsmissbrauchs in Bezug auf AdBlock Plus. Demnach soll Google Zahlungen an die Entwickler vornehmen, um bei eigener Werbung per Acceptaple Ads der Ausfilterung zu entgehen.[23]

Anfang Februar 2014 verschärfte sich der Konflikt zwischen Eyeo und diversen Online-Vermarktern wieder, nachdem Sascha Pallenberg erneut schwere Vorwürfe gegen die Geschäftsmethoden der Adblock-Plus-Betreiber erhoben hatte.[24] Diverse Vermarkter, darunter Axel Springer Media Impact und IP Deutschland, der Vermarkter der RTL-Gruppe, sollen sich laut Medienberichten zusammengeschlossen haben, um gemeinsam gegen die Eyeo GmbH zu klagen.[25][26] Auch der ProSiebenSat.1 Media-Vermarkter SevenOne Media könnte wieder involviert sein, obwohl dieser erst im Herbst 2013 eine Verfügung gegen Adblock Plus zurückgezogen hatte.[27] Eine weitere Maßnahme, welche geplant sein soll, ist das grundsätzliche Sperren von Inhalten für Nutzer mit eingeschaltetem Adblocker.

Im Dezember 2014 wurde bekannt, dass auch die Zeit Online gegen die Firma Eyeo gerichtlich vorgeht und beim Landgericht Hamburg Klage eingereicht hat. Auch der Spiegel-Verlag überlegt juristisch gegen Eyeo vorzugehen.[28] Im März wurde bekannt, dass auch das Verlagshaus Axel Springer SE sowie die Süddeutsche Zeitung neben weiteren Verlagen gegen Eyeo juristisch vorgehen.[29][30] Im April 2015 wies das Landgericht Hamburg die Klage des Handelsblattes und die Klage von Zeit Online ab.[31]

Laut Sascha Pallenberg zahlen die Unternehmen Google, Amazon, eBay und Yahoo mehrere Millionen US-Dollar zur Aufnahme in die Whitelist an Adblock Plus.[32] Auch Microsoft soll eine derartige Vereinbarung mit Eyeo haben.[33]

Software mit ähnlicher Funktionalität[Bearbeiten]

Als Reaktion auf die kontrovers diskutierte „Acceptable Ads“-Funktion kam es zu zahlreichen Abspaltungen von Adblock Plus, die diese Funktion nicht übernahmen. Dazu gehören Adblock Edge[34] sowie Adblock Lite[35]. Für beide Erweiterungen wurde die Entwicklung jedoch mittlerweile eingestellt. Der Entwickler von Adblock Edge stellte die Weiterentwicklung zugunsten von uBlock ein, das seiner Meinung nach überlegen sei.

Da die Erweiterung Adblock Plus vor Version 2.0 sehr populär, aber nur für bestimmte Browser verfügbar war, gibt es verschiedene Projekte mit dem Ziel, in anderen Browsern eine ähnliche Funktionalität zur Verfügung zu stellen. Für Safari existiert beispielsweise eine, auf anderer Codebasis stehende, eigenständige Erweiterung.[36]

Ein zu Adblock Plus ähnlicher Werbeblocker ist darüber hinaus AdBlock von BetaFish Incorporated (nicht zu verwechseln mit dem original AdBlock für Firefox, dem Vorgänger von Adblock Plus), das jedoch trotz des ähnlichen Namens weder verwandt noch alliiert mit Adblock Plus ist.[37]

Der französische Internetprovider Free hat Anfang 2013 ein Firmwareupdate für einen seiner Router herausgebracht, welches Werbung bereits im Router blockieren kann.[38] Diese Umsetzung eines Werbeblockers enthält zwar noch einige Fehler und kann durch den Nutzer deaktiviert werden, ist jedoch standardmäßig aktiviert.

uBlock[Bearbeiten]

Hauptartikel: uBlock

Im Juli 2014 wurde eine Browser-Erweiterung für Google Chrome namens uBlock vorgestellt, die einen vergleichbaren Funktionsumfang wie Adblock Plus haben soll, dabei jedoch weniger Ressourcen benötigt. [39] Seit Januar 2015 steht die Erweiterung auch für Mozilla Firefox zur Verfügung.[40] Laut einer Analyse der Entwickler von uBlock benötigt die Erweiterung im Schnitt mehrere hundert Megabyte weniger Arbeitsspeicher sowie nur ein Fünftel der CPU-Rechenzeit im Vergleich zu Adblock Plus[41] bei gleichbleibender Funktionalität, da uBlock standardmäßig dieselben Filterlisten wie Adblock Plus benutzt.[42]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Adblock Plus – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. adblockplus.org: Impressum
  2. Adblock Plus 2.6.10 for Firefox released im Adblock Plus Blog
  3. Adblock Plus 1.3 for Android released im Adblock Plus Blog
  4. Adblock Plus 1.8.12 for Chrome, Opera and Safari released im Adblock Plus Blog
  5. Adblock Plus 1.8.12 for Chrome, Opera and Safari released im Adblock Plus Blog
  6. Adblock Plus 1.3.10 for K-Meleon released im Adblock Plus Blog
  7. Adblock Plus 1.4 for IE released im Adblock Plus Blog
  8. Adblock Plus 1.8.12 for Chrome, Opera and Safari released im Adblock Plus Blog
  9. Dokumentation des Projekts
  10. Opera Add-ons
  11. Installationsseite des Projekts
  12. Writing Adblock Plus filters. Abgerufen am 3. September 2015 (englisch).
  13. Element Hiding Helper Homepage
  14. Erkennung von Werbeblockern und Gegenmaßnahmen auf vermarktercheck.de, 26. Oktober 2011.
  15. a b Akzeptable Werbung in Adblock Plus zulassen. Adblock Plus, abgerufen am 4. Juni 2015.
  16. Adblock Plus 2.0 lässt nicht-nervende Werbung durch. heise online, 14. Dezember 2011, abgerufen am 4. Juni 2015.
  17. Wladimir Palant: Random thought on communities. Adblock Plus Blog, 15. Dezember 2011, abgerufen am 4. Juni 2015 (englisch).
  18. Akzeptable Werbung in Adblock Plus freischalten - Vereinbarungen. Adblock Plus, abgerufen am 4. Juni 2015.
  19. Sascha Pallenberg: Adblock Plus Undercover. mobilegeeks.de, 26. Juni 2013, abgerufen am 4. Juni 2015.
  20. Volker Briegleb: Schwere Vorwürfe gegen Werbeblocker AdBlock Plus. heise online, 26. Juni 2013, abgerufen am 4. Juni 2015.
  21. Till Faida: #pallengate: Warum Sascha Pallenberg bewusst lügt. Adblock Plus Blog, 1. Juli 2013, abgerufen am 4. Juni 2015.
  22. [1]
  23. Google-Macht nun auch Fall für Österreichs Wettbewerbshüter. derStandard.at, 28. Oktober 2013, abgerufen am 4. Juni 2015.
  24. Sascha Pallenberg: Adblock Plus Zahltag - $30 Mio. von Amazon, Ebay, Google und Yahoo. mobilegeeks.de, 31. Januar 2014, abgerufen am 4. Juni 2015.
  25. Acceptable Ads: Werber wollen offenbar Adblock Plus verklagen. heise online, 3. Februar 2014, abgerufen am 4. Juni 2015.
  26. Adblock Plus: Deutsche Werbevermarkter wollen lt. Focus klagen. pcgameshardware.de, 3. Februar 2014, abgerufen am 4. Juni 2015.
  27. ProsiebenSat.1 nimmt Verfügungsantrag gegen Adblock Plus zurück. CMS Deutschland, 27. September 2013, abgerufen am 4. Juni 2015.
  28. Auch Zeit Online klagt gegen Adblock-Plus-Mutter Eyeo. horizont.net, 17. Dezember 2014, abgerufen am 4. Juni 2015.
  29. Prozessauftakt in Köln - Adblock Plus: Axel Springer klagt gegen Eyeo. Internet World Business, 11. März 2015, abgerufen am 15. März 2015.
  30. Auch Süddeutsche klagt gegen Adblock Plus. Internet World Business, 13. März 2015, abgerufen am 15. März 2015.
  31. Landgericht Hamburg: Adblock Plus darf weiter blocken. heise online, 21. April 2015, abgerufen am 30. April 2015.
  32. Adwords: Google zahlt angeblich 25 Mio. US-Dollar an Adblock Plus. Golem.de, 31. Januar 2014, abgerufen am 4. Juni 2015.
  33. Google und Microsoft: Geheime Deals mit Adblock Plus. derStandard.at, 3. Februar 2015, abgerufen am 4. Juni 2015.
  34. Adblock Edge at Mozilla Add-ons
  35. Adblock Lite::Add-ons für Firefox (Memento vom 4. Mai 2012 im Internet Archive)
  36. Website der Safari-Fassung
  37. AdBlock is not Adblock Plus. Abgerufen am 4. Juni 2015.
  38. Französischer Provider Free stattet Router mit Adblocker aus. StopAdBlock.org, 8. Januar 2013, abgerufen am 4. Juni 2015.
  39. uBlock for Chrome is a resource-friendly adblocker by the HTTP Switchboard author. 24. Juli 2014, abgerufen am 4. Juni 2015 (englisch).
  40. uBlock, the Memory-Friendly Ad-Blocker, Is Now Available for Firefox. 27. Januar 2015, abgerufen am 4. Juni 2015 (englisch).
  41. gorhill: Performance and Efficiency. Abgerufen am 4. Juni 2015.
  42. gorhill: What uBlock can and can not (currently) do. Abgerufen am 4. Juni 2015.