Adelegg

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Adelegg (Begriffsklärung) aufgeführt.
Adelegg
Blick vom Nordosthang des Laubenbergs über das Eistobeltalund Gemeindegebiet von Maierhöfen nordostwärts zur Adelegg

Blick vom Nordosthang des Laubenbergs über das Eistobeltal
und Gemeindegebiet von Maierhöfen nordostwärts zur Adelegg

Höchster Gipfel Ursersberg (1129 m ü. NHN)
Lage Westallgäu; Landkreis Ravensburg, Landkreis Oberallgäu; Baden-Württemberg, Bayern (Deutschland)
Teil des Alpenvorlandes
Adelegg (Baden-Württemberg)
Adelegg
Koordinaten 47° 42′ N, 10° 8′ OKoordinaten: 47° 42′ N, 10° 8′ O
Fläche 112 km²
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Die Adelegg ist eine bis 1129 m ü. NHN[1] hohe, 112 km²[2] große und überwiegend bewaldete Berglandschaft im Nordauslauf der Alpen, der innerhalb des Westallgäus in den Landkreisen Ravensburg und Oberallgäu liegt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Adelegg reicht als nördlichster Ausläufer der im Südosten gelegenen Allgäuer Alpen weit in das nördliche Alpenvorland hinein. Sie liegt zwischen der Unteren Argen bei Isny im Südwesten und Westen und Leutkirch im Nordwesten (beide im baden-württembergischen Landkreis Ravensburg) sowie Altusried im Nordosten, Wiggensbach im Osten, Buchenberg im Südosten und der Wengener Argen nahe Weitnau im Süden (alle im bayerischen Landkreis Oberallgäu).

Naturräumliche Zuordnung und Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gebirgslandschaft bildet im Alpenvorland in der naturräumlichen Haupteinheitengruppe Nagelfluhhöhen und Senken zwischen Bodensee und lsar (Nr. 02) die Haupteinheit Adelegg (023), die sich in die Untereinheiten Hohe (Südliche) Adelegg (023.0) unter anderem mit dem Gebirgszug Adelegg im Südwesten und in Nordöstliche Adelegg (023.1) im Nordosten und Nordwestliche Adelegg (023.2) im Norden aufgliedert.[3]

Die Bezeichnung Adelegg wird aber meist nur für den in Württemberg gelegenen Gebirgszug Adelegg verwendet, doch zur (gleichnamigen) Landschaft des Mittelgebirges Adelegg[4] gehören auch der nordnordöstlich dieses Gebirgszugs gelegene Hohentanner Wald, der nordöstlich befindliche Kürnacher Wald und der östlich liegende Buchenberger Wald. Südlich schließt sich – nicht mehr zu dieser Landschaft zählend – jenseits der Wengener Argen der Gebirgskamm Sonneneck an.

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der höchste Berg des Gebirgszugs Adelegg auf württembergischem Gebiet ist der Schwarze Grat, dessen Kuppe sich wenige Meter nordwestlich der bayerischen Grenze befindet und den höchsten Berg im Regierungsbezirk Tübingen darstellt. Dieser Gipfel und weitere Berge und Erhebungen sowie deren Ausläufer innerhalb des Gebirgszugs Adelegg und der teilweise noch höheren Landschaft Adelegg sind – sortiert nach Höhe in Meter (m) über Normalhöhennull (NHN)[1] (BW = Baden-Württemberg; BY = Bayern):

Blick vom Schwarzen Grat nach Südosten vorbei an Wenger Egg-Alpe zum Raggenhorn mit Gipfelkreuz und zum Gebirgskamm Sonneneck im Hintergrund

zudem ausschließlich im Gebirgszug Adelegg:

  • Rote Fluh (1090 m), 1 km nordöstlich vom Schwarzen Grat, BW
  • Schönbühl (1074,8 m), 400 m nordnordwestlich vom Schwarzen Grat, BW
  • Raggenhorn (1056,2 m), 1,4 km nordnordwestlich von Weitnau-Wengen, BW und BY
  • Hohkopf (1035,2 m), 2,3 km ostsüdöstlich von Isny-Ratzenhofen, BW
  • Wegmannshöhe (1031,8 m), 2,4 km östlich von Isny-Ratzenhofen, BW
  • Ochsenkapf (1011,7 m), 1,8 km ostsüdöstlich von Isny-Ratzenhofen, BW
  • Steinbergele (1009,2 m), 2 km südöstlich von Rohrdorf, BW
  • Schafberg (1008,9 m), 900 m südlich von Isny-Eisenbach, BW
  • Rudershöhe (999,2 m), 2,3 km südöstlich von Rohrdorf, BW
  • Ölberg (961,8 m), 1,5 km östlich von Rohrdorf, BW
  • Herrenberg (931,2 m), 1,8 km nordöstlich von Rohrdorf, BW
  • Bärenbühl (930,5 m), 1,2 km nordöstlich von Rohrdorf, BW
  • Heidenkopf (918,2 m), 800 m nordnordöstlich von Rohrdorf, BW
  • Kapf (885,7 m), 1 km westsüdwestlich von Schmidsfelden, BW

Gewässer und Wasserscheide[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im an den Gebirgszug Adelegg anschließenden Buchenberger Wald, an dessen Südostrand der Eschacher Weiher liegt, entspringt die Eschach, die ohne diesen Weiher zu durchfließen entlang des Nordostrands des Gebirgszugs in überwiegend nordwestlicher Richtung verläuft und in die Aitrach mündet, deren Wasser über die nordwärts verlaufende Iller in die Donau fließt. Südlich vorbei an der Adelegg fließt in Ost-West-Richtung die Wengener Argen, die in die südwestlich den Gebirgszug in Südost-Nordwest-Richtung passierende Untere Argen fließt, deren Wasser südwestwärts in den Bodensee und damit in den Rhein mündet. Somit liegt die Adelegg auf der Rhein-Donau-Wasserscheide.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinteile des Gebirgskamms Adelegg gehören zum mehrteiligen und 6,4 km² großen Fauna-Flora-Habitat-Gebiet Adelegg (FFH-Nr. 8326-341). Großteile liegen im Landschaftsschutzgebiet Adelegg und zugehöriges tertiäres Hügelvorland (CDDA-Nr. 319441), das 68,14 km² groß ist und am 31. März 1994 gegründet wurde, sowie im Vogelschutzgebiet Adelegg (VSG-Nr. 8226-441).[1]

Wegschild in der Adelegg

Wirtschaft und Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Adelegg wird vor allem forstwirtschaftlich und touristisch genutzt. In der Neuzeit, möglicherweise aber schon im Spätmittelalter waren hier verschiedene Glashütten ansässig; noch zu besichtigen ist die Glashütte des ehemaligen Glasmacherdorfs von Schmidsfelden.

Zum Beispiel auf dem 320 km langen Schwarzwald-Schwäbische-Alb-Allgäu-Weg und auf dem 185 km langen Heuberg-Allgäu-Weg kann die Adelegg durchwandert werden. Insbesondere im Landschaftsteil Buchenberger Wald gibt es einige Wintersportmöglichkeiten.

Panoramabild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Adelegg im Herbst, Blick aus Richtung Westen von Isny-Kleinholzleute mit Tal der Unteren Argen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volker Fieber: Adelegg Impressionen: Allgäu Bildband – schöne Bilder und kleine Geschichten aus dem Herzen des Allgäus. Verlag Kreuzthaler-Nachrichten, 2015, ISBN 978-3-00-051583-5
  • Rudi Holzberger, Manfred Thierer: Die Adelegg. Das dunkle Herz des Allgäus. Wanderungen und Streifzüge. Adelegg Verlag, Eisenbach, 2. Auflage 2012, 272 S., ISBN 978-3-00-038184-3
  • Rudi Holzberger: Faszination Adelegg. Fluchtpunkt im Allgäu, Adelegg Verlag, Eisenbach, 2013, 288 S., ISBN 978-3-00-042789-3

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adelegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Kartendienste des Bundesamtes für Naturschutz (Hinweise)
  2. Landschaftssteckbrief des BfN – Adelegg
  3. Hansjörg Dongus: Geographische Landesaufnahme: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 187/193 Lindau/Oberstdorf. Bundesanstalt für Landeskunde, Bad Godesberg 1991. → Online-Karte (PDF; 6,1 MB)
  4. laut ehemals einsehbaren Geoinfos des BfN – Landschaft Adelegg