Adelholzener Alpenquellen

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Adelholzener Alpenquellen GmbH
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Rechtsform GmbH
Sitz Bad Adelholzen, Deutschland

Leitung

  • Franz Demmelmair
  • Stefan Hoechter
Mitarbeiter 347 (2012)[1]
Umsatz 126 Mio (2012)[1]
Branche Lebensmittel
Website www.adelholzener.de
Firmengelände der Adelholzener Alpenquellen GmbH

Die Adelholzener Alpenquellen GmbH ist der größte Mineralbrunnen Bayerns mit Sitz in Bad Adelholzen, einem Ortsteil von Siegsdorf im Chiemgau. Etwa 400 Millionen Flaschen der Marken Adelholzener und Active O2 werden pro Jahr gefüllt.

Hundertprozentiger Gesellschafter des Unternehmens ist die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in München.[2] Alle Gewinne des Unternehmens kommen sozialen Zwecken zugute.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adelholzen gilt als eines der ältesten Heilbäder Bayerns. Das Münchener Mutterhaus der Kongregation der Barmherzigen Schwestern erwarb Bad Adelholzen 1907 und errichtete dort ein Schwesternheim. Das Quell- und Heilwasser wurde von den Schwestern anfangs mit einfachsten Mitteln zur Verfügung gestellt, 1919 wurde die erste elektrische Abfüllanlage errichtet. 1939 wurde die Primusquelle staatlich anerkannte Heilquelle, 1946 erfolgte auch die amtliche Anerkennung als „Bad“. 1994 wurde aus der Adelholzener Primusquelle die Adelholzener Alpenquellen GmbH.

Historischer Überblick[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Martyrium von Felicianus und Primus. Darstellung aus der französischen Übersetzung der Legenda aurea des Jean de Vignay, 14. Jahrhunderts

Um das Jahr 280 n. Chr. wurde der Legende nach die Heilquelle von Bad Adelholzen durch den römischen Glaubensprediger St. Primus entdeckt.[3] Bei seiner Rückkehr nach Rom wurde er zusammen mit seinem Bruder Felicianus von Häschern des Kaisers Diokletian gefangengenommen und getötet. Der Name der Heilquelle wird heute noch auf den römischen Märtyrer zurückgeführt. Primus soll der Heiligenlegende nach neben der Unterrichtung der Menschen im christlichen Glauben auch Kranke durch Gebet und mit der Heilkraft des Wassers geheilt haben.[4]

Die Heilquelle kommt im 10. Jahrhundert in den Besitz der Erzbischöfe von Salzburg und wurde bereits im Jahr 959 erstmals urkundlich als „diß Wiltbad“ erwähnt[5] und wird bereits im Mittelalter intensiv seit „vil hundert Jahren“ als Badeort genutzt. Im 17. Jahrhundert wurde der Ort zu einem mondänen Kurort ausgebaut und eine erste Beschreibung des Mineralwassers von Georgius Bopp erscheint im Jahr 1629: "Wir haben erstlich das Wasser gekostet, und bemerket: dass es eine annehmliche Süße auf der Zunge und dem Gaumen hinterlässt. So ist das Wasser auch nicht schwer, noch .matt, noch zu frisch, oder hart; sondern mild, lieblich, gelind und gut zu trinken; verursachet nicht leicht eine Blähung, und geht bald wieder durch"..[6] Man beginnt, Wasser für Hauskuren in Tonflaschen abzufüllen.

Im Jahr 1875 kommt das Adelholzener Heilwasser in den Handel.[7] 1895 wurde das Mineralwasser erstmals überregional versandt.[8] Anfang des 20. Jahrhunderts ging der Kur- und Badebetrieb in Bad Adelholzen in Konkurs und die Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul, Mutterhaus München, erwarb 1907 die Kur- und Abfüllanlagen in Bad Adelholzen (Schwesternheim Bad Adelholzen). In den folgenden Jahren wurde der Produktions- und Verwaltungsbetrieb modernisiert und erweitert. Im Jahr 1919 wurde nach Einführung des elektrischen Stroms die erste elektrische Abfüllanlage eingeweiht.

Die Anerkennung als staatlich anerkannte Heilquelle erhielt die Primusquelle im Jahr 1939.[4] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dem Ort 1946 die amtliche Anerkennung als Heilbad durch das Bayerische Staatsministerium des Inneren verliehen.

Im Jahr 1994 erfolgte eine Umbenennung der Adelholzener Primusquelle in Adelholzener Alpenquellen. Die erste Zertifizierung nach der EMAS-Verordnung (EG-Öko-Audit) erhielt der Betrieb im Jahr 1997. Ein weiterer Meilenstein in der Erweiterung der Produktpalette war 2001 die Markteinführung des Sauerstoffwassers Active O2.[9] Die Adelholzener Alpenquellen sind in mehr als 20 Ländern erfolgreich im Markt vertreten. Der zweitstärkste Absatzmarkt nach Deutschland ist Japan. Die Erträge aus dem Mineralwasserbetrieb kommen abzüglich der Investitionen zur langfristigen Sicherung der Arbeitsplätze karitativen und sozialen Einrichtungen zugute.[10]

Soziales Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle Gewinne des Unternehmens fließen, nach Abzug der Investitionen zum langfristigen Erhalt der Arbeitsplätze, in die sozialen Einrichtungen des Ordens. Der Orden betreibt in Eigenregie das Krankenhaus Neuwittelsbach, eine Fachklinik für innere Medizin, sowie die chirurgische Maria-Theresia Fachklinik in München. In sechs Alten- und Pflegeheimen, davon drei im Chiemgau und drei im Großraum München, verbringen insgesamt 640 Frauen und Männer ihren Lebensabend. Weitere soziale Einrichtungen wie die Obdachlosenbetreuung werden unterstützt.

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als einer der Vorreiter der Branche legte der Mineralbrunnen bereits 1997 seine erste Umwelterklärung nach dem EG-Öko-Audit vor, die 2004 zum dritten Mal zertifiziert wurde. Das Unternehmen betreibt zur Energiegewinnung eine Solaranlage auf den Fabrikhallen. Die beiden landwirtschaftlichen Betriebe, die ebenfalls zur Kongregation gehören und die Verpflegung der Betriebskantine liefern, sind biolandzertifiziert. Neben den traditionellen Glasflaschen führte Adelholzener als erstes Brunnenunternehmen Bayerns 1998 auch PET-Mehrwegflaschen ein, die 25 Umläufe erreichen und danach zu 100 Prozent recycelt werden können.

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 im elektronischen Bundesanzeiger, abgerufen am 22. August 2014
  2. [1], Unternehmensseite aufgerufen am 22. Mai 2012
  3. Geschichte der Adelholzener Heilquelle, aufgerufen am 3. Oktober 2016
  4. a b Abriss der Geschichte der Adelholzener Heilquelle. In: Traunsteiner Tagblatt. Nr. 48/2004. Traunstein 27. November 2004 (Onlinetext [abgerufen am 31. Juli 2017]).
  5. Die Schwestern kommen nach Adelholzen (Memento vom 27. Mai 2011 im Internet Archive), aufgerufen am 22. Mai 2012 (PDF;2,3 MB)
  6. Die Schwestern kommen nach Adelholzen (Memento vom 27. Mai 2011 im Internet Archive), S. 25, aufgerufen am 22. Mai 2012
  7. Tradition und Geschichte. Adelholzener Alpenquellen, abgerufen am 31. Juli 2017.
  8. Die Schwestern kommen nach Adelholzen (Memento vom 27. Mai 2011 im Internet Archive), S. 37, aufgerufen am 22. Mai 2012
  9. Produktinformation Active O2, aufgerufen am 22. Mai 2012
  10. Absatzzuwachs 2010 der Adelholzener Alpenquellen, aufgerufen am 22. Mai 2012