Adelshausen (Melsungen)

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Adelshausen
Stadt Melsungen
Koordinaten: 51° 6′ 32″ N, 9° 34′ 15″ O
Höhe: 199 m ü. NN
Fläche: 7,28 km² (LAGIS)
Einwohner: 471 (2012)
Bevölkerungsdichte: 65 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34212
Vorwahl: 05661
Die Pfieffetalbrücke mit einem ICE1

Adelshausen ist ein Stadtteil von Melsungen im Schwalm-Eder-Kreis in Nordhessen.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf liegt an der Pfieffe. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 487. Im Westen überquert die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg den Fluss über die Pfieffetalbrücke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersterwähnung und Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „Odolvessen“ im Jahre 1209. Der Ortsname mutierte im Laufe der Jahrhunderte bis zu seiner heutigen Form: Odolvishusen (1269), Odolpheshusen (1318), Odolfishusen (um 1360), Odelshusen (1438) und Odelshausen (1585).

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1575: 12 Haushaltungen
  • 1585: 18 Haushaltungen
  • 1747: 23 Haushaltungen
  • 1895: 260 Einwohner
  • 1939: 300 Einwohner
  • 1961: 374 Einwohner
  • 1970: 357 Einwohner
  • 2012: 471 Einwohner

Eingemeindung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zuvor selbstständige Gemeinde wurde am 1. Februar 1971 nach Melsungen eingemeindet.[1]

Walkemühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1923 übernahm die im Jahre zuvor auf Initiative des Göttinger Philosophen Leonard Nelson gegründete Philosophisch-Politische Akademie (PPA) die Trägerschaft des Landerziehungsheims Walkemühle[2], etwa 750 m nordwestlich von Adelshausen an der Pfieffe,[3] das im Mai 1924 eröffnete. Leiterin war Minna Specht, die nach dem Tod Leonard Nelsons im Jahr 1927 auch Vorsitzende der PPA wurde. Als Lehrer wirkte u.a. Gustav Heckmann.[4][5]

Im Zuge der Machtübernahme durch die NSDAP erfolgte 1933 die Enteignung des Landerziehungsheims Walkemühle und dessen Umfunktionierung in eine Amtswalter- und SA-Führerschule des NSDAP-Gaus Kurhessen. Ab April 1933 wurden in den Kellern der Anlage auch zahlreiche so genannte Schutzhäftlinge aus dem Raum Melsungen eingesperrt, misshandelt und gefoltert. Teile der Anlage wurden am 1. April 1945 beim Vorrücken amerikanischer Truppen von Nazis in Brand gesteckt.[6]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waltari Bergmann & Heinrich Schulz: Adelshausen 1209 - 1959: Heimatgeschichte eines niederhessischen Dorfes. Gemeindeverwaltung Adelshausen, 1959

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 404.
  2. Landerziehungsheims Walkemühle Melsungen
  3. Geschichte der Walkemühle
  4. Die Walkemühle, bei „Stolpersteine Melsungen“
  5. Vor 75 Jahren: Nazis eröffneten Funktionärsschule samt Folterkeller bei Melsungen (HNA, 30. Juni 2008) (PDF; 352 kB)
  6. www.landerziehungsheim-walkemuehle.de