Adelshausen (Melsungen)

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Adelshausen
Stadt Melsungen
Koordinaten: 51° 6′ 32″ N, 9° 34′ 15″ O
Höhe: 199 m ü. NN
Fläche: 7,28 km²[1]
Einwohner: 420 (2019) ca.[2]
Bevölkerungsdichte: 58 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Februar 1971
Postleitzahl: 34212
Vorwahl: 05661

Adelshausen ist ein Stadtteil von Melsungen im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfieffetalbrücke mit einem ICE1

Das Dorf liegt an der Pfieffe. Durch den Ort verläuft die Bundesstraße 487. Im Westen überquert die Schnellfahrstrecke Hannover–Würzburg den Fluss über die Pfieffetalbrücke.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ersterwähnung und Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort als „Odolvessen“ im Jahre 1209. Der Ortsname mutierte im Laufe der Jahrhunderte bis zu seiner heutigen Form: Odolvishusen (1269), Odolpheshusen (1318), Odolfishusen (um 1360), Odelshusen (1438) und Odelshausen (1585).

Walkemühle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1923 übernahm die im Jahre zuvor auf Initiative des Göttinger Philosophen Leonard Nelson gegründete Philosophisch-Politische Akademie (PPA) die Trägerschaft des Landerziehungsheims Walkemühle[3], etwa 750 m nordwestlich von Adelshausen an der Pfieffe,[4] das im Mai 1924 eröffnete. Leiterin war Minna Specht, die nach dem Tod Leonard Nelsons im Jahr 1927 auch Vorsitzende der PPA wurde. Als Lehrer wirkte u. a. Gustav Heckmann.[5][6]

Im Zuge der Machtübernahme durch die NSDAP erfolgte 1933 die Enteignung des Landerziehungsheims Walkemühle und dessen Umfunktionierung in eine Amtswalter- und SA-Führerschule des NSDAP-Gaus Kurhessen. Ab April 1933 wurden in den Kellern der Anlage auch zahlreiche so genannte Schutzhäftlinge aus dem Raum Melsungen eingesperrt, misshandelt und gefoltert. Teile der Anlage wurden am 1. April 1945 beim Vorrücken amerikanischer Truppen von Nazis in Brand gesteckt.[7]

Gebietsreform[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zuvor selbstständige Gemeinde Adelshausen wurde im Zuge der Gebietsreform in Hessen am 1. Februar 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Melsungen eingemeindet.[8][9] Für Adelshausen, wie für alle bei der Gebietsreform eingegliederten Gemeinden, wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[10]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

  • 1575: 12 Haushaltungen
  • 1585: 18 Haushaltungen
  • 1747: 23 Haushaltungen
Adelshausen: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2019
Jahr  Einwohner
1834
  
262
1840
  
266
1846
  
278
1852
  
241
1858
  
239
1864
  
260
1871
  
261
1875
  
272
1885
  
309
1895
  
279
1905
  
310
1910
  
343
1925
  
341
1939
  
300
1946
  
407
1950
  
414
1956
  
361
1961
  
374
1967
  
350
1970
  
357
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
417
2019
  
420
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; 1970:[9]; Stadt Melsungen:[2]; Zensus 2011[11]

Religionszugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Quelle: Historisches Ortslexikon[1]

• 1885: 290 evangelische (= 99,66 %), ein katholischer (= 0,34 %) Einwohner
• 1961: 331 evangelische (= 88,50 %), 40 katholische (= 10,70 %) Einwohner

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Adelshausen, Schwalm-Eder-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 4. Dezember 2019). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Adelshausen. In: Webauftritt. Stadt Melsungen, abgerufen im Oktober 2020.
  3. Landerziehungsheims Walkemühle Melsungen
  4. Geschichte der Walkemühle
  5. Die Walkemühle, bei „Stolpersteine Melsungen“
  6. Vor 75 Jahren: Nazis eröffneten Funktionärsschule samt Folterkeller bei Melsungen (HNA, 30. Juni 2008) (PDF; 352 kB)
  7. www.landerziehungsheim-walkemuehle.de
  8. Gemeindegebietsreform: Zusammenschlüssen und Eingliederungen von Gemeinden vom 20. Januar 1971. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1971 Nr. 6, S. 248, Punkt 328, Abs. 41 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 6,2 MB]).
  9. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 404.
  10. Hauptsatzung. (PDF; 143 kB) § 5. In: Webauftritt. Stadt Mesungen, abgerufen im Oktober 2020.
  11. Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,1 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt;