Adendorf

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Adendorf (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Adendorf
Adendorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Adendorf hervorgehoben
Koordinaten: 53° 17′ N, 10° 27′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Lüneburg
Höhe: 23 m ü. NHN
Fläche: 16,08 km²
Einwohner: 10.651 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 662 Einwohner je km²
Postleitzahl: 21365
Vorwahl: 04131
Kfz-Kennzeichen: LG
Gemeindeschlüssel: 03 3 55 001
Gemeindegliederung: 4 Stadtteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausplatz 14
21365 Adendorf
Webpräsenz: www.adendorf.de
Bürgermeister: Thomas Maack (SPD)
Lage der Gemeinde Adendorf im Landkreis Lüneburg
Landkreis Lüneburg Niedersachsen Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Landkreis Lüchow-Dannenberg Landkreis Uelzen Landkreis Heidekreis Landkreis Harburg Rehlingen Soderstorf Oldendorf Amelinghausen Betzendorf Barnstedt Melbeck Deutsch Evern Wendisch Evern Embsen Südergellersen Kirchgellersen Westergellersen Reppenstedt Reppenstedt Mechtersen Vögelsen Radbruch Bardowick Handorf Wittorf Lüneburg Barendorf Vastorf Reinstorf Thomasburg Dahlenburg Boitze Nahrendorf Tosterglope Dahlem Bleckede Neetze Adendorf Scharnebeck Rullstorf Lüdersburg Hittbergen Hohnstorf Echem Artlenburg Barum Brietlingen Amt NeuhausKarte
Über dieses Bild

Die niedersächsische Gemeinde Adendorf liegt etwa vier Kilometer nordöstlich vom Lüneburger Stadtkern entfernt und ist mit der Stadt weitgehend zusammengewachsen.

Adendorf bildet zusammen mit den Nachbarorten Reppenstedt, Vögelsen und Bardowick sowie Deutsch Evern und Wendisch Evern ein dicht besiedeltes Umland um Lüneburg von zusammen rund 103.500 Einwohnern.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adendorf liegt zwischen dem Fluss Ilmenau und dem Elbe-Seitenkanal etwa zehn Kilometer südlich der Elbe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flecken Bardowick im Westen, Gemeinde Brietlingen im Norden, Gemeinde Scharnebeck im Osten und Stadt Lüneburg im Süden.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das mittelalterliche „Adenthorpe“ ist urkundlich erstmals im Jahre 1252 genannt, damals ein Bauerndorf mit 18 Hofstellen und einer Johannes dem Täufer gewidmeten Kapelle. Sie hat die drei verheerenden Brände des Ortes überstanden – 1374 im Lüneburger Erbfolgekrieg, dann im Dreißigjährigen Krieg und schließlich 1895, als Dragoner in Adendorf einquartiert und unvorsichtig mit Zündhölzern umgegangen waren. Die Johanneskapelle gehört heute zu den ältesten erhaltenen Gebäuden des Landkreises Lüneburg. Während des Dreißigjährigen Krieges (1644) entstand ein Rittergut und war bis ins 20. Jahrhundert bewirtschaftet, zuletzt als staatliches Lehrgut. Während das Gut und die insgesamt neun Adendorf-Erbstorfer Ziegeleien das Jahr 1970 nicht überlebten, haben neue Gewerbe, eine rege Bautätigkeit und großzügige kulturelle Einrichtungen den enormen Bevölkerungsanstieg im vergangenen Jahrhundert begünstigt und das einstige Bauerndorf auch wirtschaftlich zu neuer Blüte gebracht.

Im Jahr 1974 sollte die Gemeinde Adendorf in die Stadt Lüneburg eingemeindet werden. Aufgrund nachhaltigen Widerstandes wurden schließlich nur die Ortsteile Ebensberg und Olm in die Kreisstadt umgegliedert.[2]

Im Jahre 1976 war die Gemeinde in den Schlagzeilen, als beim Ortsteil Erbstorf der Elbe-Seitenkanal an einer Unterführung brach und fünf Millionen Kubikmeter Wasser das Umland überfluteten. Auf Luftaufnahmen ist noch heute das Ausflussgebiet gut zu erkennen.

Christ-König-Kirche

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur evangelisch-lutherischen Emmaus-Kirchengemeinde Adendorf gehören die historische Johanneskapelle an der Dorfstraße und die 1962 errichtete Emmauskirche am Bültenweg. Die Gemeinde gehört zum Kirchenkreis Lüneburg.

Die katholische Christ-König-Kirche wurde 1963 am Wacholderweg errichtet, 1971 bekam sie eine inzwischen profanierte Filialkirche im benachbarten Bardowick. Seit 2004 gehört die Kirche zur Pfarrgemeinde St. Marien in Lüneburg.

Eine Neuapostolische Kirche wurde 1976 am Robert-Lehmann-Ring erbaut, sie gehört zum Bezirk Lüneburg.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurde die Gemeinde Erbstorf eingegliedert.[2]

Ausgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. April 1974 wurden Gebietsteile (Ortsteile Ebensberg und Olm) mit damals mehr als 700 Einwohnern an die Kreisstadt Lüneburg abgetreten.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1812: 176 Einwohner = aus dem Buch"der französische Kayser-Staat, Band I
  • 1885: ca. 0.347 Einwohner
  • 1900: ca. 0.346 Einwohner
  • 1933: ca. 1.009 Einwohner
  • 1939: ca. 1.419 Einwohner
  • 1951: ca. 2.858 Einwohner
  • 1961: ca. 3.921 Einwohner[2]
  • 1963: ca. 4.512 Einwohner
  • 1970: ca. 4.993 Einwohner[2]
  • 1973: ca. 5.400 Einwohner
  • 1978: ca. 7.003 Einwohner
  • 2002: ca. 9.784 Einwohner
  • 2007: ca10.062 Einwohner
  • 2009: ca10.163 Einwohner
  • 2011: ca10.357 Einwohner

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alte Bezeichnungen sind: Adendorp (1248/1255 erwähnt), Adenthorpe (1252/1254/1290) und Adendhorpe (1275).

Im ersten Teil des Ortsnamens steht ein Personenname, der wahrscheinlich zum gekürzten Personennamen-Stamm "Athal" aus dem germanischen „aþala“, altsächsischen „athali“ für „Adel“ stammt. Adendorf bedeutet folglich so viel wie „Siedlung, Dorf des Atha“.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2006 2011[4]
Liste Stimmen Sitze Stimmen Sitze
SPD 53,7 % 13 58,4 % 15
CDU 30,6 % 7 17,6 % 5
GRÜNE 13,4 % 3 17,4 % 5
FDP 1,2 %
Linkspartei.PDS 2,3 % 1
Einzelbewerber 5,4 % 1
Wahlbeteiligung 51,1 % 54,0 %

Die Gemeinde Adendorf gehört zum Landtagswahlkreis 49 Lüneburg und zum Bundestagswahlkreis 38 Lüchow-Dannenberg–Lüneburg.[5][6]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 11. September 2011 wurde Thomas Maack (SPD) mit 70 % zum Bürgermeister gewählt. Seine Konkurrentinnen Kerstin Roloff (CDU) und Bärbel Sasse (Grüne) erhielten 16 % bzw. 14 %.[7]

Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einem historischen niedersächsischen Zweiständerhaus von 1661 ist Us Heimathus untergebracht. Die gezeigten Gegenstände vermitteln Wissen über die Vor- und Frühgeschichte, das bäuerliche Leben, sowie über die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Auch befindet sich hier das Heimatarchiv mit Informationen über die Vergangenheit Adendorfs.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Bränden 1374, 1627 und 1895 verschont blieb als ältestes Gebäude die 1258 errichtete und Johannes dem Täufer geweihte Kapelle.

Parks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einer ehemaligen Tonkuhle, im Nordosten Adendorfs, befindet sich die Teichaue, ein kleiner Erholungspark mit künstlich angelegtem Wasserlauf.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 1975 erbaute Eissporthalle, das Walter-Maack-Eisstadion, ist die einzige im Bezirk und dient dem Adendorfer EC, einem Eishockeyregionallisten, als Heimspielstätte.

Direkt neben dem Eisstadion befindet sich das von Mai bis August geöffnete beheizte Freibad.

Breitensport wird auf dem Sportgelände (Sporthalle, Fußballplätze und Tennisplätze) des TSV Adendorf betrieben. Im Handball hat sich eine Spielgemeinschaft aus TSV Adendorf und SV Scharnebeck gebildet. Im Ortsteil Erbstorf gibt es einen weiteren Sportverein, den Tus Erbstorf. Er besitzt ein Fußballfeld und mehrere Tennisplätze.

Das Golf Resort Adendorf verfügt außerdem über einen 18-Loch-Mastercourse, einen öffentlichen 9-Loch-Kurzplatz und eine Indoor-Golfanlage.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Großteil der ansässigen Unternehmen sind klein- und mittelständische Dienstleistungs- und Handwerksbetriebe. Das bekannteste Unternehmen Adendorfs ist jedoch die Firma Schluckwerder, die in Adendorf zwei Produktionsstätten für Süßwaren betreibt.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt am Ende der BAB 39, und die B 209 führt durch das Gemeindegebiet. Außerdem wird Adendorf von der B 4 tangiert. In Planung befindet sich die BAB 39 von Lüneburg nach Braunschweig.

Adendorf liegt an der Bahnstrecke Lübeck–Lüneburg; der Bahnhof wurde jedoch für den Personenverkehr stillgelegt. Stattdessen besteht ein dichter Busverkehr nach Lüneburg (bis zu drei Abfahrten pro Stunde), der auch die verschiedenen Teile des Gemeindegebiets flächendeckend erschließt. Es handelt sich um die Linien 5006 und 5007 der Kraftverkehr GmbH (KVG). Im Rahmen des Hamburger Verkehrsverbunds (HVV) können durchgehende Fahrscheine nach Hamburg gelöst werden.

Medien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landeszeitung für die Lüneburger Heide ist das aktuelle Tageblatt der Region. Außerdem erscheint einmal wöchentlich kostenlos Der Kreisbote mit Informationen aus der Gemeinde und dem Landkreis. Jeden Mittwoch und am Wochenende erscheint das Wochenblatt Lüne Post auch in Adendorf.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Direkt neben dem Rathaus gelegen befindet sich die Adendorfer Bücherei. Diese ist mit rund 30.000 Büchern und anderen Medien ausgestattet. Im Jahre 2006 feierte die Bücherei ihr 50-jähriges Bestehen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort befindet sich eine Grundschule, welche auf die Standorte Dorfstraße und Weinbergsweg verteilt ist. Die Grundschule ist seit 2005 eine Ganztagsschule und betreut rund 450 Kinder in 19 Klassen. Die Schule am Katzenberg ist eine Haupt- und Realschule und betreut etwa 460 Schüler. Seit 2005 ist sie ebenfalls eine Ganztagsschule.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans-Jürgen Vogtherr: Tile Hagemanns Uelzen – Eine norddeutsche Kleinstadt am Ende des 16. Jahrhunderts. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen 251, Hahnsche Buchhandlung, Hannover 2009, bes. S. 91. ISBN 978-3-7752-6051-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Webseite der Gemeinde Adendorf

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2014 (Hilfe dazu).
  2. a b c d e Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 233 und 235.
  3. Der „Ortsnamenforscher“ auf NDR 1 Niedersachsen. Recherche Jürgen Udolph.
  4. Ergebnis Kommunalwahl 2011 Gemeinde Adendorf.
  5. Landtagswahlkreise ab 16. Wahlperiode. Wahlkreiseinteilung für die Wahl zum Niedersächsischen Landtag. Anlage zu § 10 Abs. 1 NLWG, S. 4. (PDF; 87 KB).
  6. Beschreibung der Wahlkreise. Anlage zu § 2 Abs. 2 Bundeswahlgesetz. In: Achtzehntes Gesetz zur Änderung des Bundeswahlgesetzes. Anlage zu Artikel 1. Bonn 18. März 2008, S. 325 (PDF; 200 KB).
  7. Ergebnis Bürgerwahl 2011 Gemeinde Adendorf.