Adhocracy

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Dieser Artikel erläutert die Software, für das gleichnamige Organisationsmodell siehe Adhokratie

Adhocracy ist eine von Friedrich Lindenberg[1] im Rahmen seiner Bachelorarbeit[2] entwickelte Open-Source-Software zur Onlinebeteiligung für Organisationen und Institutionen. Hauptentwickler Friedrich Lindenberg arbeitete an dem Projekt in den Jahren 2009 bis 2011;[3][4] die Software wird aktuell vom Verein Liquid Democracy e.V. gepflegt.[5]

Adhocracy
LogoAdhocracy.png
Entwickler Liquid Democracy e.V.
Aktuelle Version Adhocracy 2.5.3
(8. März 2015[6])
Aktuelle Vorabversion Adhocracy3 0.4.5 experimentell[7]
(25. Januar 2016[8])
Betriebssystem unabhängig
Programmier­sprache Python 2[9]
Kategorie Meinungsbildung und Entscheidungsfindung über das Internet
Lizenz AGPLv3[10]
deutschsprachig ja
https://github.com/liqd/adhocracy/

Funktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Adhocracy ermöglichen Organisationen und Firmen eingebundenen Personen die Partizipation an Entscheidungsfindungsprozessen[11] mittels eines Online-Diskurses[12].

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Durch vielfältige Einstellungsmöglichkeiten kann die Software individuell an die Bedürfnisse und Strukturen einer Gruppe (z. B. Parteien, NGOs, Unternehmen oder staatliche Akteure) angepasst werden. Anders als in Foren können die Diskurse zu Abstimmungen führen, die – je nach Einstellung – zu verbindlichen Entscheidungen oder zu Handlungsempfehlungen führen.

Zusätzlich können sich durch die einmalige Eingabe der aktuellen Beschlusslage einer Organisation - beispielsweise der Satzung, eines Programms oder einer Zukunftsstrategie - als Normenbasis die Abstimmungen immer auf den aktuellen Status quo der Organisation beziehen. Durch Berechtigungseinstellungen kann der Diskurs sowohl organisationsintern als auch –extern geführt werden.

Delegated Voting[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es ist grundsätzlich möglich, dass Nutzer nach dem Prinzip des Delegated Voting ihre Stimme themenspezifisch an andere Nutzer übertragen (auch Stimmdelegation oder Liquid Democracy genannt). Die Software sieht jedoch vor, die Möglichkeit der Stimmdelegation zu deaktivieren[13][14] (was entsprechend als „Delegations are disabled“[15] bzw. „Delegationen sind inaktiv“[16] in der Benutzeroberfläche angezeigt wird). Von dieser Möglichkeit, das Delegated Voting bzw. die Liquid Democracy zu deaktivieren, wurde vielfach Gebrauch gemacht, unter anderem von der Partei „Die Linke[17] sowie dem Beteiligungsprojekt zum Tempelhofer Feld[18]. So kommentiert Tobias Hößl, Aktiver im Landesarbeitskreis Medien und Netzpolitik der bayerischen Grünen, dass das Delegated Voting bei den tatsächlichen Anwendungsgebieten von Adhocracy eine eher zweitrangige Rolle zu spielen scheine.[19]

Etymologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der engl. Begriff „adhocracy“ (dt. Adhokratie) leitet sich von lat. „ad hoc“ („aus dem Moment heraus“) und dem griech. „κρατεῖν“ („herrschen“) ab. Adhokratie definiert das Gegenteil einer Bürokratie. Erstmals wurde das Wort 1970 von Alvin Toffler verwendet[20] und nachfolgend spezifiziert von Henry Mintzberg in der Managementtheorie etabliert.[21]

Anwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Referenten und Moderatoren des Demokratie-Kongresses 2011. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  2. Friedrich Lindenberg: Konzeption und Erprobung einer Liquid Democracy Plattform anhand von Gruppendiskussionen. 20. Mai 2010, abgerufen am 5. Februar 2016.
  3. Friedrich Lindenberg: What I work on. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  4. Kontributorenübersicht des Projektes Adhocracy bei github.com. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  5. Webseite des Liquid Democracy e.V., Unterseite „Our software“. Abgerufen am 4. Februar 2016.
  6. Releases im Repository „liqd/adhocracy“ auf github.com. Abgerufen am 6. Februar 2016.
  7. Siehe Hinweis „This isn't meant for general consumption at this stage. Many expected things do not work yet!“ auf Repository „liqd/adhocracy3“ auf github.com. Abgerufen am 6. Februar 2016. (Repository verlinkt auf https://liqd.net/software.html)
  8. Releases im Repository „liqd/adhocracy3“ auf github.com. Abgerufen am 6. Februar 2016.
  9. Repository „liqd/adhocracy“ auf github.com. Abgerufen am 6. Februar 2016.
  10. About Adhocracy. Liquid Democracy e.V., abgerufen am 6. Februar 2016.
  11. Jürgen Seeger: Liquid Democracy: Mit Software zu mehr Mitbestimmung. Heise Medien GmbH & Co. KG, 28. Juni 2012, abgerufen am 5. Februar 2016.
  12. Ina Gawel: Jahrestreffen des „Forschungsnetzwerkes Liquid Democracy“ – Online-Plattform für kooperative Entscheidungsfindung. 7. März 2014, abgerufen am 5. Februar 2016.
  13. Siehe Konfigurationsoption „allow_delegate“ in Adhocracy v0.4 documentation. Archiviert vom Original am 21. März 2012, abgerufen am 5. Februar 2016.
  14. Siehe Konfigurationsoption „allow_delegate“ in Adhocracy 2.0dev documentation. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  15. Carsten Senger: Quellcodeänderung im Repository der Software Adhocracy auf github.com zur Anzeige der Delegationsfunktion in der Seitenleiste. 7. Juni 2012, abgerufen am 5. Februar 2016.
  16. Translations template for adhocracy. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  17. Siehe „Delegationen sind inaktiv“ bzw. „Delegations are disabled“ unter Beteiligungsplattform „dielinke.adhocracy.de“, Übersichtsseite. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  18. Siehe „Delegationen sind inaktiv“ bzw. „Delegations are disabled“ unter Beteiligungsplattform „tempelhofer-feld.berlin.de“, Übersichtsseite. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  19. Tobias Hößl: Bürgerbeteiligung zwischen Volksentscheid, Planungszelle und Liquid Democracy. In: Grün Digital. Dr. Konstantin von Notz, MdB, abgerufen am 5. Februar 2016.
  20. Bob Travica (1999): New Organizational Designs: Information Aspects. S. 7, ISBN 1-56750-403-5.
  21. Mintzberg’s Organizational Configurations
  22. Ole Reißmann: Adhocracy-Versuch: Bundestag bittet zur Bürger-Beteiligung. In: Spiegel Online. 25. Februar 2011, abgerufen am 5. Februar 2016.
  23. Charlie Rutz: Quo vadis Internet-Enquete? auf politik-digital.de, herausgegeben vom politik-digital e.V., 24. Februar 2011, abgerufen am 4. Februar 2016.
  24. Letzte Aktivität im Jahre 2013 auf Der Zukunftsdialog online, Seite „Start“. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  25. Max Blum: Blogpost „Bericht vom LAG-Treffen 06.01.2014“. 6. Januar 2014, abgerufen am 5. Februar 2016.
  26. Moritz Sammer: Präsentation „Bürgernahe Stadtverwaltung durch Open Government und eGovernment“. Landeshauptstadt München, Direktorium, 16. Juli 2011, abgerufen am 5. Februar 2016.
  27. Paul Tiefenbach & Charlie Rutz: Positionspapier Nr. 16, E-Demokratie. Mehr Demokratie e.V., 3. Dezember 2013, abgerufen am 3. Februar 2016.
  28. Sonja Reichmann: ePartizipation in Jugendverbänden. Abgerufen am 5. Februar 2016.
  29. Webseite tempelhofer-feld.berlin.de. Abgerufen am 5. Februar 2016.