Adil Hussain

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Adil Hussain beim Life of Pi–Pressetermin, 2012

Adil Hussain (assamesisch আদিল হুছেইন) (* 5. Oktober 1963 in Goalpara, Assam) ist ein indischer Theater-, Film- und Fernsehschauspieler. Er spielt überwiegend in hindischer und assamnesicher Sprache in Hindi- und Art-House-Filmen. Des Weiteren spielt er auch in internationalen Produktionen wie The Reluctant Fundamentalist und Life of Pi mit.[1]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adil Hussain wurde in Goalpara (Assam) als Sohn eines Lehrers geboren und wuchs dort mit sechs Geschwistern auf.[2] Schon während der Schulzeit betätigte er sich als Schauspieler.[3] Mit 18 verließ er Goalpara, um, dem Wunsch seines Vaters nachkommend, Philosophie am Bhola Borooah College in Guwahati zu studieren.[2] Auch am College betätigte er sich als Schauspieler und Standup-Comedian.[4]

Als Mitglied der Standup-Comedian-Gruppe Bhaya Mama Group ahmte Adil populäre Bollywood-Schauspieler nach. Für sechs Jahre arbeitete er als Standup-Comedian, anschließend schloss er sich einem Wandertheater an und spielte auch in lokalen Spielfilmen mit.[5][6]

Mit 27 Jahren schrieb er sich an der National School of Drama ein. Diese besuchte er die folgenden drei Jahre. Nach seinem Abschluss bekam er ein Charles Wallace India Trust Scholarship für ein Studium an den Drama Studios London, welches er 1994 abbrach, da es seine Erwartungen nicht erfüllte. Nach seiner Rückkehr in Neu-Delhi arbeitete er für die nächsten drei Jahre mit dem Hengul Theater in Assam zusammen. Daneben nahm er Unterricht bei Khalid Tyabji, Shaupon Boshu (Aurobindo Ashram, Puducherry) und Dilip Shakar.[2]

Adil ist verheiratet und hat einen 2010 geborenen Sohn. Zurzeit lebt er in Neu-Delhi.[7]

Schauspielkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seiner Rückkehr aus Europa nach Indien 1994 arbeitete er drei Jahre mit dem Wandertheater Hengul Theater in Assam, bevor er nach Delhi ging.[2]

Die Aufführung Othello: A Play in Black and White der Indian Shakespeare Company wurde 1999 während des Edinburgh Fringe mit einer Auszeichnung versehen. Seine Interpretation des Othellos wurde positiv aufgenommen.[8] Mit dieser Produktion ging Adil Hussain auf Tournee durch mehrere europäische und afrikanische Staaten.[9] Ebenfalls unter der Regie von Roysten Abel spielte er in Goodbye Desdemona. Er wurde 2004 Lehrer für Artistik an der Society for Artistics and Performers in Hampi und führte diese Tätigkeit bis 2007 aus.[10][9]

Neben seiner Lehrtätigkeit an der National School of Drama lehrte er an der Drama School in Amsterdam, dem Royal Conservatory of Performing Arts in Den Haag und dem Film and Television Institut of India in Pune.[9]

Für BBC World Service Trust übernahm er eine Hauptrolle in der Detektiv-Fernsehserie Jasoos Vijay für die Jahre 2002 und 2003. Im Jahr 2004 hatte er sein Filmdebüt in bengalisch an der Seite von Soha Ali Khan in dem Film Iti Srikanta in einer der Hauptrollen.[11]

Kleinere Rollen in assamnesicher Sprache wie in Vishal Bhardwajs Film Kaminey und Sona Jains Film For Real brachten ihm keine Aufmerksamkeit von Bollywood.[7] Erst seine Rolle in Abhishek Chaubeys Ishqiya machte Bollywood auf ihn aufmerksam.[12] Seine Bollywood-Karriere startete er in Saif Ali Khans Film Agent Vinod im Jahr 2012. Im gleichen Jahr erschien der vom italienischen Regisseur Italo Spinelli gedrehte Film Gangor, Mira Nairs Film The Reluctant Fundamentalist und Ang Lees Life of Pi.[6]

In der Culture-Clash-Komödie Englisch für Anfänger hatte er eine Hauptrolle neben Sridevi, die in diesem Film ihr Comeback gab. Für den Film Lessons in Forgetting erhielt er den Best Actor Award bei den New Jersey Independent South Asian Cine Fest.[13] Seine nächsten angekündigten Filme sind: Aditya Bhattacharyas Bombay Most Wanted, Vikramaditya Motwanes Lootera und Partho Sen-Guptas Sunrise.[4]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Television
Kurzfilme (für Satyajit Ray Film and Television Institute)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Life of Pi – a fascinating story: movie review. In: EF News International. 28. November 2012, abgerufen am 30. August 2013 (englisch).
  2. a b c d Grey Matter. In: India Today. 28. Dezember 2012, abgerufen am 30. August 2013 (englisch).
  3. a b Psychologies: ‘English Should Not Diminish Respect For All Languages’. In: Tehelka. 2. März 2013, abgerufen am 30. August 2013 (englisch, Issue 09 Volume 10).
  4. a b A new thinking woman's pin-up is born. (Memento vom 4. November 2013 im Internet Archive)
  5. Steamed to perfection. In: The Hindu. 3. Oktober 2012, abgerufen am 30. August 2013 (englisch).
  6. a b Goalpara boy hits the big time. In: The Times of India. 23. März 2012, abgerufen am 6. Oktober 2013 (englisch).
  7. a b Adil Hussain: Destiny's child. In: The Times of India, Crest Edition. 29. Januar 2011, abgerufen am 6. Oktober 2013 (englisch).
  8. Role call. In: The Hindu. 9. September 2010, abgerufen am 2. September 2013 (englisch).
  9. a b c Adil Hussain creates space in the world stage. In: Assam Times. 8. November 2010, archiviert vom Original am 4. Dezember 2010, abgerufen am 6. September 2013 (englisch).
  10. I’m Sridevi's husband: Adil Hussain (englisch) Hindustan Times. 1. April 2012. Abgerufen am 6. September 2013.
  11. Adil is back. In: The Times of India. 11. November 2009, abgerufen am 29. Oktober 2013 (englisch).
  12. I'm paid well now: Adil Hussainref. In: The times of India. 16. September 2010, abgerufen am 29. Oktober 2013 (englisch).
  13. 'English Vinglish' star Adil Hussain wins best actor award at US fest. In: CNN-IBN. 12. Oktober 2012, abgerufen am 29. Oktober 2013 (englisch).