Admont

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Admont (Begriffsklärung) aufgeführt.
Admont
Wappen von Admont
Admont (Österreich)
Admont
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Hauptort: Admont
Fläche: 299,84 km²
Koordinaten: 47° 34′ N, 14° 28′ OKoordinaten: 47° 34′ 23″ N, 14° 27′ 40″ O
Höhe: 640 m ü. A.
Einwohner: 5.049 (1. Jän. 2017)
Postleitzahlen: 8911, 8912, 8913
Vorwahl: 03613
Gemeindekennziffer: 6 12 53
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 36
8911, 8912, 8913 Admont
Website: www.admont.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Watzl (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
12
7
1
1
12 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Admont im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming) Gröbming (Expositur Gröbming) Haus (Expositur Gröbming) Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming) Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming) Öblarn (Expositur Gröbming) Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming) Schladming (Expositur Gröbming) Sölk (Expositur Gröbming) Admont Aigen im Ennstal Altaussee Altenmarkt bei Sankt Gallen Ardning Bad Aussee Bad Mitterndorf Gaishorn am See Grundlsee Irdning-Donnersbachtal Landl Lassing Liezen Rottenmann Sankt Gallen (Steiermark) Selzthal Stainach-Pürgg Trieben Wildalpen Wörschach SteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Admont ist eine österreichische Marktgemeinde im Norden der Obersteiermark, etwa 20 km östlich der Bezirkshauptstadt Liezen (Gerichtsbezirk Liezen).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Admont vom Grabnerstein im Nordosten aus gesehen

Admont liegt in einem Talbecken an der mittleren Enns und im westlichen Teil des Gesäuses. Mitten in den Ennstaler Alpen wird es eingerahmt von den Haller Mauern und dem Admonter Reichenstein; im Gemeindegebiet liegt auch ein Teil der Gesäuseberge, wie etwa der Buchstein.

Im Süden liegt das Hochtal der Kaiserau mit seinen Skiliften im Gemeindegebiet von Admont.

Mit der Gemeindefläche von 299,84 km² ist Admont seit 2015 nach Mariazell die zweitgrößte Gemeinde der Steiermark und die viertgrößte Österreichs.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst sieben Ortschaften (Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2017)[2]):

Die Gemeinde besteht aus sieben Katastralgemeinden (Fläche 2016[3]):

  • Admont (415,38 ha)
  • Aigen (2.935,95 ha)
  • Johnsbach (9.773,79 ha)
  • Krumau (4.246,84 ha)
  • Oberhall (1.958,48 ha)
  • Unterhall (3.112,36 ha)
  • Weng (7.559,60 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei der zehn Nachbargemeinden liegen im Bezirk Leoben (LN), eine im oberösterreichischen Bezirk Kirchdorf an der Krems (KI).

Rosenau am Hengstpaß (KI) St. Gallen Landl
Ardning
Selzthal
Nachbargemeinden Radmer (LN)
Rottenmann
Trieben

Gaishorn am See
Wald am Schoberpass (LN)

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ehemalige Gemeinde Weng wurde per 1. Juni 1951 umbenannt in Weng bei Admont[6] und am 1. April 2003 in Weng im Gesäuse.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Admont ist eine der ältesten Siedlungen der Steiermark. Die erste Erwähnung findet man aus dem Jahr 859 als Ademundi vallis. 1074 wurde das Stift Admont gegründet. 1292 wurde Admont und sein Stift von den Aufständischen des Landsberger Bundes zwar erobert und geplündert, wurde aber nach der Überwindung dieses Aufstandes durch Herzog Albrecht I. entschädigt.

Im Jahre 1443, unter Kaiser Friedrich III., erhielt das Stift als damaliger Sitz des Hofgerichts das Marktrecht. Später ging die weltliche Gewalt und mit ihr das Marktrecht und vermutlich auch das Wappen vom Stift an die Gemeinde Admont über.

Am 27. April 1865 zerstörte ein Großbrand 22 Häuser des Marktes und forderte sieben Menschenleben. Ebenso betroffen war das barocke Stift Admont, von dem nur die Bibliothek erhalten blieb. Das Stift wurde in den folgenden Jahren auf den Grundmauern wieder aufgebaut – das heutige Münster ist der erste große neugotische Sakralbau Österreichs.[8][9]

Im Zweiten Weltkrieg war der Verband 802 der Spezialeinheit 800 „Brandenburg“ im Ort stationiert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Admont zur britischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich. Von der britischen Militärverwaltung wurde auf dem Gebiet eines ehemaligen Militärlagers ein DP-Lager für bis zu 2.000 jüdische „Displaced Persons“ eingerichtet.

Seit dem 26. Oktober 2003 ist Admont eine der Nationalparkgemeinden des Nationalparks Gesäuse.

Historische Ansichten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Admont
  • Stift Admont: 1074 erbaut, neogotisches Münster, Bibliothek und Museum
  • Rathaus: aus dem Jahr 1736, seit 1859 im Besitz der Gemeinde
  • Alte Pfarrkirche (Amanduskirche): um 850 erstmals urkundlich erwähnt
  • Evangelische Bekennerkirche: erbaut 1929/1930
  • Pfarrkirche Hall zum Hl. Kreuz im Ortsteil Hall
  • Pfarrkirche Hl. Ägydius und Bergsteigerfriedhof im Ortsteil Johnsbach
  • Pfarrkirche Hl. Cosmas und Damian und Sebastianikapelle im Ortsteil Weng
  • Markt Admont: einige sehenswerte, alte Häuser - Hühnerspital, Lürzerhaus, Hofrichterhaus
  • Marienpark: mit der 1712 errichteten Mariensäule
  • Schloss Röthelstein: 1655–1657 errichtet, ein frühbarockes Schloss südlich des Ortes, Sommer- und Jagdresidenz der Admonter Äbte, heute ein Jugend & Familiengästehaus JUFA.
  • Schloss Kaiserau: 1778 errichtet, von den Admonter Benediktinermönchen, beherbergt heute eine Zimmervermietung. Es werden Appartements und Gruppenzimmer (wie in Jugendherberge) angeboten. In weniger als 100 m Entfernung befindet sich ein kleines Skigebiet, welches sich in Besitz des Stifts Admont befindet.
  • Ennskatarakt Gesäuse-Eingang: Naturdenkmal
Regelmäßige Veranstaltungen
  • Admonter Kultursommer
  • Admonter Krampustreiben
  • Admonter Kirtag (meistens am 1. Samstag im 4. Quartal)
  • Admonter Faschingsumzug
  • ARBÖ Rallye Steiermark
  • ARBÖ Classic

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptwirtschaftsfaktor in Admont ist der Fremdenverkehr, wobei sowohl im Sommer als auch im Winter Nutzungen vorhanden sind. Den wichtigsten Faktor stellt dabei das Stift Admont mit der größten Klosterbibliothek der Welt und seinem 2003 neu eröffneten Museum dar. Als Gemeinde im 2002 gegründeten Nationalpark Gesäuse sieht man sich als attraktives Tourismusziel.

Unternehmen
  • STIA Holzindustrie
  • Feuchter Farbtechnik GmbH
  • Forstdirektion der steiermärkischen Landesforste
  • Wagner Admont Busunternehmen
  • Moosbrugger Holz
  • Palfinger Systems (Weng)
  • Bau- und Möbeltischlerei Ing. Klaus Gassner (Weng 70)
  • Vier Sterne Hotel Spirodom

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bahnhof Admont liegt an der Rudolfsbahn, wird allerdings nur noch von einem Zugpaar am Wochenende bedient.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Volksschulen in Admont, Hall und Weng
  • Neue Mittelschule (bilingual)
  • Stiftsgymnasium Admont: Stiftsgymnasium im Stift Admont mit lange zurückreichender Tradition (gegründet 1644)
  • Land- und Forstwirtschaftliche Fachschule Grabnerhof in Hall

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Altenmarkt bei St. Gallen, Ardning, Landl und St. Gallen den Tourismusverband Alpenregion Nationalpark Gesäuse mit Sitz in Admont.[10]
  • Der Ort Johnsbach ist Teil der Bergsteigerdörfer-Initiative des ÖAV.

Klimadaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Admont
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,1 3,4 8,4 12,9 18,4 20,8 22,9 23,1 19,4 13,8 5,7 0,5 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) -7,3 -5,6 -1,9 1,5 6,0 9,1 10,8 10,9 7,7 3,2 -1,7 -5,8 Ø 2,3
Temperatur (°C) -4,2 -1,9 2,4 6,4 11,7 14,5 16,3 16,2 12,5 7,5 1,4 -3,1 Ø 6,7
Niederschlag (mm) 85,4 72,0 106,4 92,0 114,0 166,0 198,3 149,2 124,5 90,8 95,6 105,6 Σ 1.399,8
Regentage (d) 10,5 10,0 13,0 12,3 12,8 15,6 15,6 12,7 11,2 10,1 11,4 12,0 Σ 147,2
Luftfeuchtigkeit (%) 89,9 89,3 89,6 88,9 87,7 88,8 89,5 91,9 92,7 91,3 91,3 90,8 Ø 90,1
T
e
m
p
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a
t
u
r
0,1
-7,3
3,4
-5,6
8,4
-1,9
12,9
1,5
18,4
6,0
20,8
9,1
22,9
10,8
23,1
10,9
19,4
7,7
13,8
3,2
5,7
-1,7
0,5
-5,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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85,4
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198,3
149,2
124,5
90,8
95,6
105,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik [1]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Wahl zum Gemeinderat der neuen Marktgemeinde Admont im Jahr 2015 erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 76,33 % (2005: 72,55 %)

  • die ÖVP 7 Sitze,
  • die SPÖ 12 Sitze,
  • die FPÖ 1 Sitz und
  • die Grünen 1 Sitz. [11]
Bürgermeister
  • seit 2015 Hermann Watzl (SPÖ)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

AUT Admont COA.svg

Alle vier Fusionsgemeinden hatten bis Ende 2014 eigene Wappen. Wegen der Gemeindezusammenlegung verloren diese mit 1. Jänner 2015 ihre offizielle Gültigkeit. Die Neuverleihung des Gemeindewappens erfolgte durch die Steiermärkische Landesregierung mit Wirkung vom 15. Juni 2017.[12] Die Blasonierung lautet:

„In von Silber und Rot gespaltenem Schild farbverwechselt zwei anstehende facettierte Rauten.“

Das Wappen ist ein in Silber und Rot senkrecht gespaltener Schild mit zwei am Spitz stehenden Rauten in Rot und Silber (Weiß). Die Herkunft des Wappens ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich symbolisieren die Rauten zwei von der Salzwirtschaft rührende Schiffchen. Die Farben Rot und Weiß stehen für die Herrschaftsfarben der bei Ulm ansässigen Grafen von Helfenstein, von denen Stiftsgründer Erzbischof Gebhard abstammt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde
Personen mit Bezug zur Gemeinde
Ehrenbürger
  • 1987 Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Mielke: Admont – Anmutigste Reinheit. In: Perinique. Magazin Weltkulturerbe. Nr. 19. Perinique, Oktober 2014, ISSN 1869-9952, DNB 1000901297, S. 60–83.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Admont – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Liste der größten Gemeinden in Österreich nach Fläche
  2. Bevölkerung am 1.1.2017 nach Ortschaften (Excel-Datei, 835 KB); abgerufen am 15. Juni 2017
  3. Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen, Regionalinformation, Stichtag 31. Dezember 2016, abgerufen 19. Februar 2017
  4. LGBL. Stmk. Nr. 040/1948
  5. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Oktober 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Admont und der Gemeinden Hall, Johnsbach und Weng im Gesäuse, alle politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013. Nr. 119, 32. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 631.
  6. LGBL. Stmk. Nr. 037/1951
  7. LGBL. Stmk. Nr. 013/2002
  8. Marktgemeinde Admont – Gemeindechronik aufgerufen am 20. Juni 2011
  9. Stift Admont – Geschichte aufgerufen am 20. Juni 2011
  10. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 297. ZDB-ID 1291268-2 S. 623.
  11. Website Admont, Wahlen (PDF; 14 kB)
  12. 50. Verlautbarung der Steiermärkischen Landesregierung vom 8. Juni 2017 über die Verleihung des Rechtes zur Führung eines Gemeindewappens an die Marktgemeinde Admont (politischer Bezirk Liezen), abgerufen am 16. Juni 2017