Admont

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Admont (Begriffsklärung) aufgeführt.
Admont
Wappen von Admont
Admont (Österreich)
Admont
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Liezen
Kfz-Kennzeichen: LI
Fläche: 299,69 km²
Koordinaten: 47° 34′ N, 14° 28′ O47.57305555555614.461111111111640Koordinaten: 47° 34′ 23″ N, 14° 27′ 40″ O
Höhe: 640 m ü. A.
Einwohner: 5.006 (1. Jän. 2015)
Postleitzahlen: 8911, 8912, 8913
Vorwahl: 03613
Gemeindekennziffer: 6 12 53
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 36
8911, 8912, 8913 Admont
Website: www.admont.at
Politik
Bürgermeister: Hermann Watzl (SPÖ)
Gemeinderat: (2015)
(21 Mitglieder)
12
7
1
1
12 
Von 21 Sitzen entfallen auf:
Lage der Marktgemeinde Admont im Bezirk Liezen
Aich (Expositur Gröbming) Gröbming (Expositur Gröbming) Haus (Expositur Gröbming) Michaelerberg-Pruggern (Expositur Gröbming) Mitterberg-Sankt Martin (Expositur Gröbming) Öblarn (Expositur Gröbming) Ramsau am Dachstein (Expositur Gröbming) Schladming (Expositur Gröbming) Sölk (Expositur Gröbming) Admont Aigen im Ennstal Altaussee Altenmarkt bei Sankt Gallen Ardning Bad Aussee Bad Mitterndorf Gaishorn am See Grundlsee Irdning-Donnersbachtal Landl Lassing Liezen Rottenmann Sankt Gallen (Steiermark) Selzthal Stainach-Pürgg Trieben Wildalpen Wörschach SteiermarkÜbersichtskarte der Gemeinden im gesamten Bezirk Liezen
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Admont ist eine österreichische Marktgemeinde im Norden der Obersteiermark, etwa 20 km östlich der Bezirkshauptstadt Liezen (Gerichtsbezirk Liezen). Seit 1. Jänner 2015 ist sie im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit den Gemeinden Hall, Johnsbach und Weng im Gesäuse zusammengeschlossen und führt weiterhin den Namen „Admont“.[1]

Geografie[Bearbeiten]

Admont liegt in einem Talbecken an der mittleren Enns und im westlichen Teil des Gesäuses. Mitten in den Ennstaler Alpen wird es eingerahmt von den Haller Mauern und dem Admonter Reichenstein; im Gemeindegebiert liegt auch ein Teil der Gesäuseberge, wie etwa der Buchstein.

Im Süden liegt das Hochtal der Kaiserau mit seinen Skiliften im Gemeindegebiet von Admont.

Mit der Gemeindefläche von 300 km² ist Admont seit 2015 nach Mariazell die zweitgrößte Gemeinde der Steiermark und die viertgrößte Österreichs.[2]

Das Gemeindegebiet von Admont vom Grabnerstein im Nordosten aus gesehen

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende sieben Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[3]):

Die Gemeinde besteht aus den Katastralgemeinden Admont, Aigen, Johnsbach, Krumau, Oberhall, Unterhall und Weng.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten]

Admont ist eine der ältesten Siedlungen der Steiermark. Die erste Erwähnung findet man aus dem Jahr 859 als Ademundi vallis. 1074 wurde das Stift Admont gegründet. 1292 wurde Admont und sein Stift von den Aufständischen des Landsberger Bundes zwar erobert und geplündert, wurde aber nach der Überwindung dieses Aufstandes durch Herzog Albrecht I. entschädigt.

Im Jahre 1443, unter Kaiser Friedrich III., erhielt das Stift als damaliger Sitz des Hofgerichts das Marktrecht. Später ging die weltliche Gewalt und mit ihr das Marktrecht und vermutlich auch das Wappen vom Stift an die Gemeinde Admont über.

Am 27. April 1865 zerstörte ein Großbrand 22 Häuser des Marktes und forderte sieben Menschenleben. Ebenso betroffen war das barocke Stift Admont, von dem nur die Bibliothek erhalten blieb. Das Stift wurde in den folgenden Jahren auf den Grundmauern wieder aufgebaut – das heutige Münster ist der erste große neugotische Sakralbau Österreichs.[4][5]

Im Zweiten Weltkrieg war der Verband 802 der Spezialeinheit 800 „Brandenburg“ im Ort stationiert.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Admont zur britischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich. Von der britischen Militärverwaltung wurde auf dem Gebiet eines ehemaligen Militärlagers ein DP-Lager für bis zu 2.000 jüdische „Displaced Persons“ eingerichtet. 1949/50 erfolgte die freiwillige Eingemeindung der damals selbständigen Gemeinden Aigen und Krumau in die Marktgemeinde Admont.

Seit dem 26. Oktober 2003 ist Admont eine der Nationalparkgemeinden des Nationalparks Gesäuse.

Historische Ansichten[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Quelle: Statistik Austria [6]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Admont
  • Stift Admont: 1074 erbaut, neogotisches Münster, Bibliothek und Museum
  • Rathaus: aus dem Jahr 1736, seit 1859 im Besitz der Gemeinde
  • Alte Pfarrkirche (Amanduskirche): um 850 erstmals urkundlich erwähnt
  • Evangelische Kirche: erbaut 1929/1930
  • Pfarrkirche „zum Heiligen Kreuz“ im Ortsteil Hall
  • Pfarrkirche Hl. Ägydius und Bergsteigerfriedhof im Ortsteil Johnsbach
  • Pfarrkirche Hl. Cosmas und Damian und Sebastianikapelle im Ortsteil Weng
  • Markt Admont: einige sehenswerte, alte Häuser - Hühnerspital, Lürzerhaus, Hofrichterhaus
  • Marienpark: mit der 1712 errichteten Mariensäule
  • Schloss Röthelstein: 1655–1657 errichtet, ein frühbarockes Schloss südlich des Ortes, Sommer- und Jagdresidenz der Admonter Äbte, heute ein Jugend & Familiengästehaus JUFA.
  • Schloss Kaiserau: 1778 errichtet, von den Admonter Benediktinermönchen, beherbergt heute eine Zimmervermietung. Es werden Appartements und Gruppenzimmer (wie in Jugendherberge) angeboten. In weniger als 100 m Entfernung befindet sich ein kleines Skigebiet, welches sich in Besitz des Stifts Admont befindet.
  • Ennskatarakt Gesäuse-Eingang: Naturdenkmal

Bilder der Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Admonter Kultursommer
  • Admonter Krampustreiben
  • Admonter Kirtag (meistens am 1. Samstag im 4. Quartal)
  • Admonter Faschingsumzug
  • ARBÖ Rallye Steiermark
  • ARBÖ Classic

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hauptwirtschaftsfaktor in Admont ist der Fremdenverkehr, wobei sowohl im Sommer als auch im Winter Nutzungen vorhanden sind. Den wichtigsten Faktor stellt dabei das Stift Admont mit der größten Klosterbibliothek der Welt und seinem 2003 neu eröffneten Museum dar. Als Gemeinde im 2002 gegründeten Nationalpark Gesäuse sieht man sich als attraktives Tourismusziel. Der Ortsteil Johnsbach ist Teil der Bergsteigerdörfer-Initiative des ÖAV.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

  • STIA Holzindustrie
  • Feuchter Farbtechnik GmbH
  • Forstdirektion der steiermärkischen Landesforste
  • Wagner Admont Busunternehmen
  • Moosbrugger Holz
  • Palfinger Systems (Weng)
  • Bau- und Möbeltischlerei Ing. Klaus Gassner (Weng 70)

Bildung[Bearbeiten]

  • Volksschulen in Admont, Hall und Weng
  • Neue Mittelschule (bilingual)
  • Stiftsgymnasium Admont: Stiftsgymnasium im Stift Admont mit lange zurückreichender Tradition (gegründet 1644)
  • Land -u. Forstwirtschaftliche Fachschule Grabnerhof in Hall

Tourismusverband[Bearbeiten]

Die Gemeinde bildet gemeinsam mit Altenmarkt bei St. Gallen, Ardning, Landl und St. Gallen den Tourismusverband „Alpenregion Nationalpark Gesäuse“. Dessen Sitz ist Admont.[7]

Klimadaten[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Admont
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 0,1 3,4 8,4 12,9 18,4 20,8 22,9 23,1 19,4 13,8 5,7 0,5 Ø 12,5
Min. Temperatur (°C) -7,3 -5,6 -1,9 1,5 6,0 9,1 10,8 10,9 7,7 3,2 -1,7 -5,8 Ø 2,3
Temperatur (°C) -4,2 -1,9 2,4 6,4 11,7 14,5 16,3 16,2 12,5 7,5 1,4 -3,1 Ø 6,7
Niederschlag (mm) 85,4 72,0 106,4 92,0 114,0 166,0 198,3 149,2 124,5 90,8 95,6 105,6 Σ 1.399,8
Regentage (d) 10,5 10,0 13,0 12,3 12,8 15,6 15,6 12,7 11,2 10,1 11,4 12,0 Σ 147,2
Luftfeuchtigkeit (%) 89,9 89,3 89,6 88,9 87,7 88,8 89,5 91,9 92,7 91,3 91,3 90,8 Ø 90,1
T
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u
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0,1
-7,3
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18,4
6,0
20,8
9,1
22,9
10,8
23,1
10,9
19,4
7,7
13,8
3,2
5,7
-1,7
0,5
-5,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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124,5
90,8
95,6
105,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik [1]

Politik[Bearbeiten]

Bei der Wahl zum Gemeinderat im Jahr 2010 erhielt bei einer Wahlbeteiligung von 71,09 % (2005: 72,55 %) die ÖVP 10, die SPÖ 5 Sitze. Gegenüber der Wahl im Jahr 2005 konnte die ÖVP einen Sitz hinzugewinnen, die SPÖ verlor einen.[8]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen stellt einen von Silber und Rot senkrecht gespaltenen Schild dar mit zwei am Spitz stehenden Rauten in Rot bzw. Weiß. Die Herkunft des Wappens ist nicht vollständig geklärt. Vermutlich stellen die Rauten zwei Schiffchen dar, die mit der Salzwirtschaft in Verbindung gebracht werden. Die Farben Rot und Weiß stehen für die Herrschaftsfarben der Grafen von Helfenstein, die bei Ulm ansässig waren und von welchen Stiftsgründer Erzbischof Gebhard abstammt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • 1987 Hans Gross (1930–1992), Landeshauptmann-Stellvertreter

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Mit Admont verbundene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Oktober 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Admont und der Gemeinden Hall, Johnsbach und Weng im Gesäuse, alle politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013. Nr. 119, 32. Stück. ZDB-ID 705127-x. S. 631.
  2. Liste der größten Gemeinden in Österreich nach Fläche
  3. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  4. Marktgemeinde Admont – Gemeindechronik aufgerufen am 20. Juni 2011
  5. Stift Admont – Geschichte aufgerufen am 20. Juni 2011
  6. Ein Blick auf die Gemeinde Admont
  7. Grazer Zeitung, Amtsblatt für die Steiermark. 30. Dezember 2014, 210. Jahrgang, 52. Stück. Nr. 297. ZDB-ID 1291268-2 S. 623.
  8. Website Admont, Wahlen (PDF; 14 kB)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Admont – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien