Adolf Friedrich von Schack

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Autor und Sammler Adolf Friedrich von Schack. Zum Offizier siehe Adolf Friedrich von Schack (Offizier).
Adolf Friedrich Graf von Schack
Adolf Friedrich Graf von Schack
Gedenktafel am Geburtshaus Schacks nahe der Schelfkirche in Schwerin
Begräbnisstätte Schacks: die Familiengruft in Stralendorf

Adolf Friedrich Graf von Schack (* 2. August 1815 in Schwerin[1]; † 14. April 1894 in Rom) war ein deutscher Dichter, Kunst- und Literaturhistoriker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schack wurde als Sohn des Juristen und späteren mecklenburgischen Bundestagsgesandten Adam Reimar Christoph von Schack (1780–1852) und dessen Ehefrau, Wilhelmine geb. Kossel (1792–1869) in der zu Schwerin gehörenden Schelfstadt geboren, wo sein Geburtshaus bis heute erhalten ist.[2] Zwischen 1834 und 1838 studierte er Jura in Bonn, Heidelberg und Berlin. Im Anschluss trat er in den preußischen Staatsdienst und wurde an das Kammergericht Berlin berufen. Allerdings ermüdete ihn die dortige Arbeit und er quittierte den Dienst.

Nachdem von Schack Italien, Ägypten und Spanien bereist hatte, kehrte er nach Deutschland zurück. Er ging ins Großherzogtum Oldenburg. Dort wurde er Mitarbeiter im Staatsdienst und 1849 als Vertreter nach Berlin entsandt. Diesen diplomatischen Posten hatte er bis 1852 inne und kehrte dann zu seinem Gut in Zülow in Mecklenburg zurück. Er hatte sich 1845 in dem Stralendorf benachbarten Ort Zülow ein neues Gutshaus im spätklassizistischen Stil bauen lassen.

Anschließend ging er nach Spanien, um die Geschichte der Mauren zu studieren.

1855 zog er nach München. Dort wurde er 1856 zum Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften ernannt. Außerdem baute er eine Sammlung wertvoller Gemälde des 19. Jahrhunderts auf. Die Sammlung Schack („Schack-Galerie“) ist, obwohl er sie Kaiser Wilhelm II. vermachte, immer noch in München beheimatet.

Schack wurde 1881 Ehrenbürger der Stadt München.

Vor allem sein Werk Poesie und Kunst der Araber in Spanien und Sicilien gilt als wichtiger Beitrag der Kunst- und Literaturgeschichte. 1886 wurde ein großer Teil seiner Arbeiten in Gesammelten Werken (sechs Bände) herausgegeben. Ein Jahr später veröffentlichte von Schack seine Autobiografie unter dem Titel Ein halbes Jahrhundert, Erinnerungen und Aufzeichnungen. Posthum erschienen 1896 noch Nachgelassene Dichtungen.

Schack fand seine letzte Ruhestätte in der Familiengruft in dem 1853 im neugotischen Stil errichteten Mausoleum auf dem Kirchhof in Stralendorf bei Schwerin.[3] War das Mausoleum als Kulturdenkmal 1987 vom Abriss bedroht, begannen 1991, gemeinsam durch die Kirchgemeinde, den Bürgermeister und die Denkmalpflege erste Sicherungs- und Sanierungsarbeiten.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedichte und Dramen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gedichte (1866)
  • Durch alle Wetter (1870)
  • Die Pisaner (1872)
  • Der Kaiserbote
  • Cancan (1873)
  • Ebenbürtig (1876)
  • Helidor (1878)
  • Lotosblätter, Neue Gedichte (1883)
  • Memnon. Eine Mythe (1885)
  • Walpurga und der Johanniter (1887)
  • Gesammelte Werke (6 Bände, 1883)
  • Nachgelassene Dichtungen (1896, herausgegeben von G. Winkler)

Kunst- und Literaturgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geschichte der dramatischen Literatur und Kunst in Spanien (3 Bände, 1845–1846)
  • Poesie and Kunst der Araber in Spanien und Sicilien (1865)

Übersetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Spanisches Theater (1845)
  • Heldensagen des Firdusi (1851; Digitalisat der 2., vermehrten Auflage 1865)
  • Stimmen vom Ganges (1857)

Autobiografisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein halbes Jahrhundert. Erinnerungen und Aufzeichnungen (3 Bände, 1888)
  • Meine Gemäldesammlung (1894)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adolf Friedrich von Schack – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Adolf Friedrich von Schack – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die oft in der Literatur anzutreffende Angabe, er sei in Brüsewitz (bei Schwerin) geboren worden, ist falsch
  2. Bei der Volkszählung 1819 zählte "Adolph von Schack" (Nr. 1858) gemeinsam mit zwei Schwestern als Mitglieder der Hofgemeinde im Schweriner Elternhaus.
  3. Horst Ende: Schacksches Mausoleum in Stralendorf MM Regionalbeilage der SVZ, Nr. 8, 1992 S. 16.
Vorgänger Amt Nachfolger
Wilhelm von Hessenstein Mecklenburgischer Gesandter in Berlin
1851–1852
Bernhard Vollrath von Bülow