Adolf Grabowsky

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Adolf Grabowsky (* 31. August 1880 in Berlin; † 23. August 1969 in Arlesheim, Schweiz) war ein deutscher Politikwissenschaftler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor dem Ersten Weltkrieg stand er der deutschen Jugendbewegung nahe und war 1913 auf dem Hohen Meißner. Er versuchte einen Reformkonservatismus in Deutschland im Rahmen der Freikonservativen zu etablieren. Im Jahr 1917 war er an der Gründung des Volksbundes für Freiheit und Vaterland beteiligt, der ein Gegengewicht zur extremistischen Deutschen Vaterlandspartei bilden sollte.

Ab 1921 war er Dozent für Ideengeschichte der Politik und Außenpolitik an der Deutschen Hochschule für Politik in Berlin. 1932 konvertierte er vom jüdischen zum römisch-katholischen Glauben. Er wurde 1933 entlassen und emigrierte 1934 in die Schweiz, wo er an der Universität Basel lehrte. 1940 wurde er von den Nationalsozialisten ausgebürgert. Ab 1950 war er Gastprofessor an der Universität Marburg. Von 1952 bis 1966 als außerordentlicher Professor an der Universität Gießen.

Grabowsky war Mitbegründer und Herausgeber der Zeitschrift für Politik.

Adolf Grabowsky war der Vater des Theaterproduzenten Vincent Grabowsky (1930–2007), des Theaterdirektors Eynar Grabowsky (1931–1995) und der Tänzerin und Sängerin Bernadette Czerwenka-Grabowsky (* 1938).

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Sozialimperialismus als letzte Etappe des Imperialismus. Weltpolitisches Archiv, Basel 1939.
  • Die Politik. Ihre Elemente und ihre Probleme. Pan, Zürich 1948.
  • Politik im Grundriss. Dikreiter, Frankfurt am Main/Freiburg im Breisgau 1952.
  • Raum, Staat und Geschichte. Grundlegung der Geopolitik. Heymann, Köln/Berlin 1960.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Grabowski, Adolf (sic!). In: Biographisches Handbuch der deutschsprachigen Emigration nach 1933. Bd. 2, Saur, München 1983, S. 176.
  • Horst Knospe: Grabowsky, Adolf. In: Wilhelm Bernsdorf, Horst Knospe (Hrsg.): Internationales Soziologenlexikon. Band 1: Beiträge über bis Ende 1969 verstorbene Soziologen. 2., neubearbeitete Auflage. Enke, Stuttgart 1980, ISBN 3-432-82652-4, S. 155 f.
  • Joachim Klein: Adolf Grabowsky, ein vergessener Politikwissenschaftler. In: Benno Hafeneger, Wolfram Schäfer (Hrsg.): Aufbruch zwischen Mangel und Verweigerung (= Marburg in den Nachkriegsjahren. Bd. 2; = Marburger Stadtschriften zur Geschichte und Kultur. Bd. 68). Rathaus-Verlag, Marburg 2000, S. 393-410.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]