Adolf Saile

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Adolf Valentin Saile (* 10. Oktober 1905 in Stuttgart; † 1. September 1994 in Stuttgart) war ein deutscher Glasmaler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Saile wurde am 10. Oktober 1905 in Stuttgart geboren. Sein Vater war der Glasmaler und Kunstglaser Wilhelm Saile (1875–1960), der seit 1904 mit Lydia Maria Schaefer aus Korb († 1961) verheiratet war. Wilhelm Saile war zusammen mit seinem Bruder Adolf Saile sen. (1879–1964) Inhaber der von ihrem Vater Valentin Saile (1841–1924) 1868 gegründeten Kunstglaserei und Glasmalerei Saile in Stuttgart.[1]

Beruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Saile legte 1924 das Abitur ab und studierte dann zwei Jahre an der Technischen Hochschule in Stuttgart Architektur. Anschließend ließ er sich als Glasmaler ausbilden und besuchte außerdem die Stuttgarter Kunstakademie unter den Lehrern Arnold Waldschmidt, Robert Breyer und Heinrich Altherr. In den 1930er Jahren begann die künstlerische Zusammenarbeit mit Rudolf Yelin dem Jüngeren. 1934 entwarf er für das Münster St. Paul in Esslingen am Neckar seine ersten Kirchenfenster. 1935 legte er die Glasmalermeisterprüfung ab.

Anschließend trat er in die väterliche Werkstatt ein, wo er als Glasmaler und Kunstglaser wirkte und ein umfangreiches Werk schuf. Dabei lernte er zahlreiche bekannte Künstler kennen, die die Dienste der Werkstatt in Anspruch nahmen, unter anderem Adolf Hölzel, lda Kerkovius, Rudolf Yelin Vater und Sohn, Walter Kohler, Wolf-Dieter Kohler und Hans Gottfried von Stockhausen.

Nach der Rückkehr aus dem Krieg richtete Saile 1946 an der Staatlichen Akademie für bildende Künste in Stuttgart am Lehrstuhl für Glasmalerei und Mosaik unter Professor Rudolf Yelin dem Jüngeren die Glasmalerwerkstatt ein, die er bis 1965 leitete. 1958 übergaben die Brüder Wilhelm Saile und Adolf Saile sen. ihre Geschäftsanteile an Adolf Saile jun. und Wilhelms Schwiegersohn Werner Krahn.[2]

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1940 heiratete Saile in erster Ehe Martha John aus Stuttgart-Feuerbach. Aus der Ehe gingen der Glasmalermeister und Restaurator Valentin Saile und die Glasmalerin Anna Dorothea Kunz-Saile (* 1941) hervor, die ab 1977 das väterliche Geschäft weiterführten, das heute als „V. Saile Atelier für Glasgestaltung“ in der Moserstraße 5 in Stuttgart firmiert. Anna Dorothea Kunz-Saile wurde wie ihr Vater Glasmalerin. Martha Saile war „die Frau, die heute die schönsten Springerle in Stuttgart backt und an Weihnachten 1965 eine kleine, reizende Ausstellung von solchen zeigen konnte. Ihr Mann und ihre Tochter Anne-Dore haben ihre Springerle so hübsch bemalt, daß sie dann auch eine rechte Augenweide waren.“[3] In zweiter Ehe heiratete Saile Agathe Saile, mit der zusammen er 1988 die Monographie „Mode auf Modeln : 400 Jahre Modegeschichte“ veröffentlichte.[4] Saile starb am 1. September 1994 im Alter von fast 89 Jahren in Stuttgart.

Werkauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werkverzeichnis bis 1985: #Saile 1985.2.

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Jahr Ort Werk
1934 Esslingen am Neckar Münster St. Paul, Fenster des östlichen Seitenschiffs
1930+ Lautlingen St. Johannes Baptista, Johannesfenster
1948 Lautlingen St. Johannes Baptista, Marienfenster
1950+ Weil der Stadt Brenzkirche[5]
1958 Stuttgart Erlöserkirche, Taufnische, Glasmosaik Arche Noah
1958 Stuttgart Stiftskirche Stuttgart, rechtes Chorfenster „Offenbarungsfenster“, 3 Prophetenfenster
1959 Zaberfeld Mauritiuskirche, 3 Glasfenster
1960+ Amstetten Friedenskirche, 7 Glasfenster[6]
1960 Stuttgart Matthäuskirche, 3 Chorfenster: Weihnachtsfenster, Osterfenster, Pfingstfenster
1962 Bönnigheim Stadtkirche St. Cyriakus, zwei Glasfenster
1964 Gingen an der Fils Johanneskirche, Chorfenster[7]
1967 Weil im Schönbuch Martinskirche[8]
1972 Bräunisheim St. Peter[9]
1974 Gruibingen Pfarrkirche, Chorfenster
1974 Untereisesheim Kunibertkirche, Passionsfenster im Chor. Das Fenster wurde 2017 stilgetreu von seiner Tochter Anna Dorothea Kunz-Saile um die beiden Jubiläumsfenster Schöpfung und Pfingsten ergänzt.
1977 Obereisesheim Mauritiuskirche, mittleres Chorfenster
1980 Roßwälden Benediktskirche, 3 Chorfenster[10]
1983 Stuttgart Leonhardskirche, Rose der Westfassade mit der Schöpfungsgeschichte

1. Stiftskirche Stuttgart, rechtes Chorfenster.
2–4. Stiftskirche Stuttgart, 3 Prophetenfenster.
5. Erlöserkirche Stuttgart, Arche Noah, Glasmosaik.

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adolf V. Saile: Städtische Galerie Filderstadt, Kleines Kunst-Kabinett Bernhausen; vom 13.10.1985– 6.11.1985. Herausgegeben von der Städtischen Galerie Filderstadt. Bearbeitet von Ehrenfried Kluckert und Axel Zimmermann. Filderstadt : Städt. Galerie, 1985. Teil 1: Zeichnungen, Entwürfe, Glasfenster.
  • Adolf V. Saile: Städtische Galerie Filderstadt, Kleines Kunst-Kabinett Bernhausen; vom 13.10.1985– 6.11.1985. Herausgegeben von der Städtischen Galerie Filderstadt. Bearbeitet von Ehrenfried Kluckert und Axel Zimmermann. Filderstadt : Städt. Galerie, 1985. Teil 2: Werkverzeichnis.
  • Agathe Saile; Adolf Saile: Mode auf Modeln : 400 Jahre Modegeschichte. Königsbach-Stein : Schöner, 1988.
  • Adolf V. Saile: Die Chorfenster der Evangelischen Benediktskirche Roßwälden. Roßwälden-Weiler : Scheufele, 2004.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenfried Kluckert: Adolf Valentin Saile – ein Glasmaler in Stuttgart. In: Schwäbische Heimat, Januar–März 1982, Heft 1, Seite 43–48.
  • Albert Walzer: Valentin Saile : hundert Jahre Kunstglaserei und Glasmalerei; Stuttgart, 1868–1968. Stuttgart : Strecker, 1968.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adolf Saile – Sammlung von Bildern

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. #Walzer 1968.
  2. #Walzer 1968, #Saile 1985.1, Seite 11–12, #Kluckert 1982.
  3. #Walzer 1968, Seite 55.
  4. #Saile 1988.
  5. Die Brenzkirche (Memento vom 20. Juli 2012 im Webarchiv archive.today)
  6. http://www.evkirche-amstetten.de/cms/startseite/kirchen/friedenskirche/
  7. Gabriele von Trauchburg, 1100 Jahre 915-2015 Gemeinde Gingen an der Fils, Gingen/Fils 2015, S. 261.
  8. http://www.ev-kirche-weil.de/fileadmin/mediapool/gemeinden/KG_weilbreitenstein/Dokumente/Publikationen/MaKi_Flyer_A5__2_.pdf
  9. Hans-Eberhard Dietrich, Geschichte und Geschichten von Bräunisheim, Bräunisheim 1993, S. 204f.
  10. #Saile 2004.