Adolf Schlagintweit

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Adolf Schlagintweit

Adolf Schlagintweit (* 9. Januar 1829 in München; † 26. August 1857 in Kaxgar) war ein deutscher Reisender und Entdecker.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Sohn von Joseph Schlagintweit machte 1847 sein Abitur am Wilhelmsgymnasium München[1].

Schlagintweit veröffentlichte zusammen mit seinem älteren Bruder Hermann die gemeinsamen Forschungsergebnisse zu meteorologischen und geologischen Beobachtungen in den Alpen (Untersuchungen über die physikalische Geographie der Alpen, Leipzig 1850). Er besuchte dann gemeinsam mit seinem Bruder England und Schottland, bevor sie weitere Untersuchungen der Alpen in Angriff nahmen. Hier scheiterten sie an der Erstbesteigung der Dufourspitze, die höchster Gipfel des Monte Rosa ist, nur knapp.

Robert, Adolf und Hermann Schlagintweit

Schlagintweit habilitierte sich an der Universität München mit der geologischen Aufnahme der Bayerischen Alpen, die er 1852 und 1853 fortgesetzt hatte. Zusammen mit seinem Bruder Hermann veröffentlichte er die Ergebnisse in Neue Untersuchungen über die physikalische Geographie und die Geologie der Alpen (Leipzig 1854).

Die Brüder erhielten durch die Vermittlung von Alexander von Humboldt einen Auftrag des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. und der Britischen Ostindienkompanie zur weiteren wissenschaftlichen Erforschung Indiens, auf der sie auch ihr jüngerer Bruder Robert begleitete. Über Bombay reiste man durch den Dekkan nach Madras. Adolf und Robert gingen darauf in die nordwestlichen Provinzen und beschäftigten sich seit April 1855 mit der Erforschung der Hochgebirgswelt des Himalaya, insbesondere der Hochpässe und Riesengletscher des westlichen Teils. Am 7.756 m hohen Kamet erklommen sie eine Höhe von 6.785 m, was einen Höhenrekord für ihre Zeit darstellte.

Den Winter 1855 auf 1856 verbrachten sie mit Untersuchungen auf der indischen Halbinsel und trafen im Mai bei Shimla wieder mit Hermann zusammen. Alle drei wandten sich nun Hochasien zu, wo sie sich einzeln und auch gemeinsam nach Kaschmir, Ladakh und Baltistan begaben.

Adolf Schlagintweit bereiste im Sommer 1857 erneut das Hochland nördlich des Himalaya, überschritt den Kunlun östlicher als seine Brüder im Jahr zuvor und stieg dann nach Turkestan hinab. In der Nähe von Kaxgar wurde er gefangengenommen und am 26. August 1857 ohne Prozess oder Anhörung am Hof des Hodschas Wali Khan als mutmaßlicher chinesischer Spion enthauptet.

Grabstätte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grab von Adolf Schlagintweit auf dem Alten Südlichen Friedhof in München Standort

Die Grabstätte von Adolf Schlagintweit befindet sich auf dem Alten Südlichen Friedhof in München (Gräberfeld 2 - Reihe 7 - Platz 16/17) Standort. In dem Grab liegt auch sein Vater Joseph Schlagintweit und sein Bruder Hermann Schlagintweit.

Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Himalaya. Die Expedition der Brüder Schlagintweit nach Indien und Zentralasien. Ausstellung im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins München. Vom 19. März 2015 bis 10. Januar 2016. [2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann von Schlagintweit, Robert von Schlagintweit: Officielle Berichte über die letzten Reisen und den Tod von Adolph Schlagintweit. Berlin 1859 (Digitalisat)
  • Emil SchlagintweitSchlagintweit. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 31, Duncker & Humblot, Leipzig 1890, S. 336–348. (Familienartikel)
  • Helmut Mayr: Schlagintweit, Adolf. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 24 f. (Digitalisat). (nur genealogische Angaben, eigentlicher Artikeltext in der Online-NDB unter Schlagintweit, Emil)
  • Michael Heim: Vom Tegernsee dorthin, ,wo sich mein Herz bestürmt‘. Die Gebrüder Schlagintweit und ihre Reise zu einem ‚fremden Stern auf Erden‘. In: Tegernseer Tal, Heft 158 (2013), S. 22–27.
  • Hermann Kreutzmann: Tod und Vergessen in Kaschgar. Adolph Schlagintweits tragisches Ende und das Schicksal seines Denkmals. In: Tegernseer Tal, Ausgabe 162 (2015), S. 38-41.
  • Moritz von Brescius, Friederike Kaiser und Stephanie Kleidt (Hrsg.): Über den Himalaya. Die Expedition der Brüder Schlagintweit nach Indien und Zentralasien 1854 bis 1858. Wien, Köln, Weimar: Böhlau 2015, ISBN 978-3-412-22493-6

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wikisource: Adolph Schlagintweit – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leitschuh, Max: Die Matrikeln der Oberklassen des Wilhelmsgymnasiums in München, 4 Bde., München 1970-1976; Bd. 4, S. 41
  2. http://www.alpenverein.de/kultur/sonderausstellung-im-alpinen-museum-ueber-den-himalaya-die-expedition-der-brueder-schlagintweit-nach-indien-und-zentralasien-1854-bis-1858_aid_15146.html