Adolph Rupp

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Adolph Rupp

Adolph Friedrich Rupp (* 2. September 1901 in Halstead, Kansas; † 10. Dezember 1977 in Lexington, Kentucky) war ein US-amerikanischer Basketballtrainer und unter dem Beinamen Baron of Bluegrass eine bedeutende Persönlichkeit des College-Sports, nach der die Rupp Arena in Lexington, Kentucky, benannt wurde.

Als Coach der Kentucky Wildcats gewann er in seiner Trainerlaufbahn 876 Spiele bei einer Siegesquote von 82,2  % und insgesamt viermal die NCAA-Meisterschaft, sowie ein National Invitation Tournament 1946. Rupp wurde 1969 in die Naismith Memorial Basketball Hall of Fame aufgenommen.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rupp spielte selbst von 1919 bis 1923 Basketball für die University of Kansas. Ab 1930 trainierte er das Team der University of Kentucky. Dabei setzte er auf die Entwicklung lokaler Talente, mehr als 80  % seiner Spieler waren auch im Staat Kentucky geboren.

In der Frage der Rassentrennung ging Rupp zwar nie dem Wettkampf mit Integrationsteams aus dem Weg und äußerte sich auch verächtlich über jene, die dies taten, obwohl er in den 50er und 60er Jahren davon mehrmals insofern profitierte, als er an Stelle des regionalen Meisters der Mississippi State University als Vertreter der Southeastern Conference (kurz: SEC) bei der NCAA-Meisterschaft antrat, weil deren Maroons durch den gesellschaftlichen Druck des Ungeschriebenen Gesetzes der Closed Society Mississippis an Spielen gegen integrierte Teams gehindert wurden, war aber einer ihrer Verfechter. Die University of Kentucky wurde in Teilen der Südstaaten, insbesondere Teilen Mississippis, scharf kritisiert, weil sie im April 1963 die Universitäten der SEC zur Möglichkeit der Integration befragte und Dr. Frank Dickey, der Direktor der Athletikabteilung, kurz darauf den Wunsch der Universität zur athletischen Integration bestätigte, allerdings sehr zum Leidwesen Rupps, wie später ein Assistenzcoach erklärte.[1] Und obgleich Rupp bereits 1961 als erster Coach der SEC afrikanisch-amerikanische Spieler rekrutieren musste,[2] stellte er erst 1970, kurz vor seiner Pensionierung, den ersten afro-amerikanischen Spieler für sein Team auf — drei Jahre nach der Integration der SEC durch Perry Wallace von der Vanderbilt University[Anm. 1] und vier Jahre nachdem die rein weißen Wildcats das NCAA-Finale gegen das rein mit afrikanischen Amerikanern auflaufende Texas Western College verloren hatten, was von vielen als Zeichen einer einschneidenden Änderung im College-Basketball aufgefasst wurde. Diese Begebenheit wurde 2006 von James Gartner als Spiel auf Sieg (Glory Road) für Disney verfilmt. Rupp wird in diesem Film von Jon Voight verkörpert.

Rupps Teams gewannen 1948, 1949, 1951 und 1958 die Meisterschaft. Ihm zu Ehren wird die Adolph Rupp Trophy seit 1972 jährlich an den besten männlichen Collegebasketballer des Jahres verliehen.

Das seit 1970 in seiner Geburtsstadt Halstead jährlich ausgetragene “Halstead Adolph Rupp Invitational Basketball Tournament” ist ihm gewidmet. Veranstalter ist die Halstead High School. 2010 gewann die Basketball-Mannschaft der High School, die Halstead Dragons, das Turnier zum sechsten Mal.

Mit ihrer Gründungsklasse wurde Rupp in der Kategorie "Coaches" 2006 in die National Collegiate Basketball Hall of Fame aufgenommen.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Southeastern Conference wurde im Baseball bereits zwei Jahre zuvor, 1965 in Louisiana, durch Steve Martin von der Tulane University integriert.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Harry Lancaster nach Cawood Ledford: Adolph Rupp as I Knew Him. Lexington, KY, 1977: Lexington Productions (S. 88); zitiert nach: John Matthew Smith: The Sons of Westwood. John Wooden, UCLA, and the Dynasty that Changed College Basketball. Champaign, IL, 2013: University of Illinois Press. ISBN 978-0-252-07973-3 (Seite 90, in Englisch).
  2. Jason A. Peterson: Full Court Press. Mississippi State University, the Press, and the Battle to Integrate College Basketball. Jackson, 2016: University Press of Mississippi. ISBN 978-1-4968-0820-2 (Seiten 102f und 175f, in Englisch).