Adolphe Stoclet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Adolphe Stoclet (* 1871; † 1949) war ein belgischer Ingenieur und Finanzmann.

Der Sohn einer Bankiersfamilie wurde von seinem Vater nach Wien entsandt, unter anderem um ein größeres Eisenbahnprojekt zu verfolgen. In dieser Funktion saß Stoclet auch im Aufsichtsrat der Austro-Belgischen Eisenbahn-Gesellschaft, die in Österreich die Aspangbahn betrieb. Stoclet lernte anlässlich dieses Wienaufenthaltes den Architekten Josef Hoffmann kennen und wollte sich von diesem ein Haus errichten lassen. Durch den Tod des Vaters wurde Stoclet gezwungen, nach Belgien zurückzukehren und übernahm dort die Direktion der Société générale de Belgique eines großen Mischkonzerns mit etwa 40 Unternehmen (Banken, Waffenproduktion, Bergwerke im Belgisch-Kongo etc). Adolphe Stoclet ließ sich daher in der Folge 1905 bis 1911 von Hoffmann und den Wiener Werkstätten das berühmte Palais Stoclet in Brüssel mit dem von Gustav Klimt entworfenen Stoclet-Fries erbauen. Das Palais gilt als Hauptwerk Hoffmanns und ist in die Liste des Unesco-Weltkulturerbes eingetragen.

Von Zeitgenossen wurde Adolphe Stoclet als charmante aber etwas pompös auftretende Persönlichkeit mit eindrucksvollem „Bart à la Assurbanipal“ beschrieben, die perfekt ins Gesamtkunstwerk seines Hauses passte. Madame Suzanne Stoclet, eine Tochter des belgischen Kunsthistorikers Arthur Stevens und Nichte des Malers Alfred Stevens habe im übrigen dafür gesorgt, dass sogar die Blumen in den Vasen des Palais Stoclet stets auf die jeweilige Farbe der Krawatte des Hausherrn abgestimmt waren.