Adressiermaschine

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ADREMA um 1950

Eine Adressiermaschine ist eine Büromaschine, die ständig wiederkehrende Vordrucke oder Anschriften beispielsweise für Postversand oder Lohnzahlung automatisch abdruckt, die als Matrizen vorliegen. Matrizen sind entweder Zinkplatten, die auf einer Maschine mit einstellbarer Buchstaben- und Ziffernvorrichtung geprägt werden, oder mit Maschinenschrift oder auch Maschinensatz beschriftete Faserstoffplatten. Sie wurden Ende des 19. Jahrhunderts entwickelt und werden im 21. Jahrhundert schrittweise durch Digitaltechnik ersetzt.

Beschreibung des Verfahrens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Schablonen werden durch Schieber vorgeschoben und das Papier, das auf dem Farbband liegt, vom Druckarm angedrückt. Bei anderen Bauarten werden die Platten mit Kissen eingefärbt oder durch Transkritdruck abgedruckt. Papier- oder Matrizenvorschub kann durch Reiter an der Matrize so geregelt werden, dass bestimmte Matrizen mehrfach oder gar nicht abgedruckt werden. Durch Änderung des Druckkissens können auch nur einzelne Teile der Matrize zum Abdruck gebracht werden. Der Antrieb ist elektrisch, von Hand erfolgt nur das Einlegen und Entnehmen des Matrizenstapels und des Papiers (Umschläge und so weiter). Die bekanntesten Marken sind: Adrema und Addressograph.[1] Vollautomatische Maschinen leisten das Hundertfache des handschriftlichen Adressierens.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Julius Goldschmidt (* 26. September 1884 in Eldagsen, † 11. Februar 1936 im Exil in Zürich), der Bruder des Bankiers Jakob Goldschmidt, war der deutsch-jüdische Erfinder des mechanischen ADREMA-Systems zur Adressierung von Massenbriefen und der ADREMA-Adressiermaschine. Am 22. April 1913 gründete er in Berlin die Adrema-Maschinenbaugesellschaft GmbH im späteren Ortsteil Moabit.[2] Anschließend war Goldschmidt der Adressiermaschinenfabrikant der Adrema-Werke in Berlin. 1935 sah er sich als Jude in Deutschland gezwungen, die Firma zu verkaufen und zu emigrieren. Die Bezeichnung Adrema war eine Abkürzung für Adressiere maschinell.

Da die Herstellung der einzelnen Matrizen teuer ist, ihre Korrektur bei Adressenänderung sich recht aufwändig gestaltet und die Aufbewahrung von 10.000 Adressen einen größeren Spezialschrank beansprucht, wurden sie mittlerweile praktisch überall durch Informationstechnik ersetzt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Weg eines Systems - 50 Jahre Adrema 1913 - 1963. Vom Adressieren zur Datentechnik. Hrsg.: Adrema Werke GmbH Berlin. Frankfurt/Main 1963.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Addressograph – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktie (1977–2006) der Addressograph-Multigraph Corporation aus den USA bei effektenwelt (abgerufen 13. März 2009)
  2. Werbeanzeige der Adrema-Gesellschaft in der Vossischen Zeitung: Adrema adressiert nicht nur. 2. April 1929.