Adriano Sofri

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Adriano Sofri, 2014

Adriano Sofri (* 1. August 1942 in Triest) ist ein italienischer Politiker, Intellektueller, freier Journalist und Autor. Er war eine zentrale Figur in der außerparlamentarischen italienischen Politik der 1960er- und 1970er-Jahre, als führende Persönlichkeit der linksradikalen Organisation Lotta Continua (Fortwährender Kampf), die er 1969 gegründet hatte.

Verurteilung im Fall Calabresi[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1988 wurde Adriano Sofri gemeinsam mit Giorgio Pietrostefani als Auftraggeber des Mordes an dem Polizisten Luigi Calabresi (1972) angeklagt, Ovidio Bompressi und Leonardo Marino als Täter. In einer langen Serie von Gerichtsverhandlungen wurde er auf Grund der Aussage von Leonardo Marino, ehemals Lotta-Mitglied, 1997 zu 22 Jahren Haft verurteilt, die er größtenteils im Gefängnis San Giovanni Bosco in Pisa verbüßte.

Die Verurteilung wurde von vielen Personen als ungerecht empfunden, so beteiligen sich Persönlichkeiten wie Umberto Eco, Carlo Ginzburg oder Hans Magnus Enzensberger an Initiativen zu seiner Freilassung. Das Urteil wurde im Jahre 2000 bestätigt und war danach unanfechtbar. Sofri verzichtete auf Gnadengesuche und forderte stattdessen die Wiedergutmachung des ihm zugefügten Unrechts und seine vollständige Rehabilitation.

Im Juni des Jahres 2005 wurde Sofri Halbfreiheit gewährt, um in der Scuola Normale Superiore in Pisa an Aufräumarbeiten in den Archiven von Eugenio Garin und Sebastiano Timpanaro mitzuarbeiten. Im November 2005 wurde er vom Boerhaave-Syndrom befallen, einer seltenen Erkrankung der Speiseröhre. Der schlechte Gesundheitszustand führte zu seiner Einlieferung in das Santa Chiara-Krankenhaus von Pisa und zur Unterbrechung der Haftzeit. Seit 2007 konnte Sofri den Rest seiner Strafe aus gesundheitlichen Gründen in Hausarrest abbüßen. Die 22-jährige Haftzeit endete im Januar 2012.

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