Adriatisches Meer

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Adria ist eine Weiterleitung auf diesen Artikel. Weitere Bedeutungen sind unter Adria (Begriffsklärung) aufgeführt.
Adria (Mittelmeer)
Adria
Adria
Lage des Adriatischen Meeres innerhalb des Mittelmeeres

Koordinaten: 43° N, 16° O

Adriatisches Meer (Ausschnitt aus Blue Marble-Karte der NASA)

Das Adriatische Meer, kurz auch die Adria (lateinisch Mare Adriaticum; italienisch Mare Adriatico; bosnisch, kroatisch und serbisch Jadransko more oder kurz Jadran; slowenisch Jadransko morje; albanisch Deti Adriatik oder kurz Adriatiku), ist das lang gestreckte nördliche Seitenbecken des Mittelmeeres zwischen der Apenninhalbinsel und Balkanhalbinsel. Es ist nach der Stadt Adria in Italien (Provinz Rovigo) benannt. Zum Adriatischen Meer wird alles gerechnet, was nördlich der Straße von Otranto liegt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anrainerstaaten
Adria, Montenegro 1976

Das Adriatische Meer ist von Nordwest bis Südost 820 Kilometer lang und durchschnittlich 160 km breit. Die größte Breite beträgt etwa 220 Kilometer. Es bedeckt eine Fläche von 132.000 Quadratkilometern und ist im Nordbecken (nördlich des Vorgebirges Monte Gargano) durchschnittlich zwischen 40 und 200 Meter tief. Der südliche Teil ist bedeutend tiefer und erreicht zwischen Durrës und Bari mit 1260 Metern seine größte Tiefe. Den südlichen Abschluss des Meeres bildet die Straße von Otranto, wo der Abstand zwischen Italien und Albanien 71 Kilometer beträgt.

Anrainerstaaten sind Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Montenegro und Albanien.

Küsten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Nordwestteil, die obere Adria, ist flach mit einigen, zum Teil großen Lagunen. Die größte ist die Lagune von Venedig. Danach wird die italienische Ostküste südlich von Gabicce Mare schlagartig gebirgig, wobei dort die gesamte Küstenlinie relativ geradlinig verläuft. Außer den Tremiti-Inseln gibt es keine vorgelagerten Inseln. Lediglich das in Apulien gelegene Gargano-Gebirge ragt als Halbinsel etwa 50 Kilometer nach Osten in die Adria hinein. Die Westküste der Adria endet am italienischen Stiefelabsatz bei Otranto.

Die Ostküste des Meeres mit der Halbinsel Istrien an deren Nordende, ist durchweg gebirgig. Einen Gutteil der Ostküste nimmt die kroatische Landschaft Dalmatien ein. Die Bucht von Kotor in Montenegro ist mit etwa 30 Kilometern Länge die größte Bucht der Adria. Der äußerste Südosten ist wiederum flach und sumpfig. Entlang der gesamten Ostküste befinden sich weit über tausend Inseln.

Südlich von Shkodra in Albanien erstreckt sich entlang der Küste des Drin-Golfs und auch weiter südlich ein breites Tiefland mit teils unberührten Sandstränden. An vielen Flussmündungen haben sich langgestreckte Lagunen gebildet. An der Bucht von Vlora endet die Adriaküste. Südlich der Stadt Vlora fängt die Albanische Riviera am Ionischen Meer an.

Hafenstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtige Adriahäfen sind

Inseln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Stadt Korčula auf der Insel Korčula, Kroatien
Die Insel Lavsa im Nationalpark Kornaten, Kroatien

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist durch sehr warme, regenarme und trockene Sommer und milde, zum Teil regenreiche und feuchte Winter gekennzeichnet. Im Sommer herrschen beständige, schwach windige Wetterlagen vor. Im Winter steht das Adriagebiet unter dem Einfluss von Tiefdruckgebieten aus dem Atlantik. Dadurch kommt es gelegentlich zu warmen Südwinden (Scirocco) und kalten Nordwinden (Bora/Bura).

Meeresströmungen, Salzgehalt, Wassertemperatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Meeresströmung verläuft entlang der Ostküste in nördlicher und entlang der Westküste in südlicher Richtung. Auch sind oft drei etwa gleich große, ausgeprägte Wirbel gegen den Uhrzeigersinn (im oberen, mittleren und unteren Drittel des Beckens) zu beobachten, die jeweils die gesamte Breite der Adria ausfüllen. Die Adria ist ein lang gestrecktes Becken mit einer schmalen Öffnung am südlichen Ende (ca. 70 Km breit). Deshalb findet relativ wenig Wasseraustausch mit dem Rest des Mittelmeeres statt.

Der Salzgehalt beträgt im Mündungsgebiet der großen Flüsse (je nach Jahreszeit und Niederschlag) etwa 2,5 bis 3 % an der Oberfläche. Abseits von Flussmündungen beträgt der Salzgehalt im Norden um die 3,4 % und nimmt nach Süden hin bis auf 3,9 % zu. In 10 m Tiefe hat das Wasser nahezu den gleichen Salzgehalt wie das jeweilige Oberflächenwasser abseits von Flussmündungen.

Die Wassertemperatur an der Oberfläche erreicht im Sommer (August) 23 bis 28 °C, in Buchten und im Süden kann sie auch über 30 °C erreichen, wobei die italienische Küste allgemein wärmeres Wasser aufweist. Im Winter (Februar) sinkt die Temperatur im Norden bis auf ca. 7 °C und im Süden auf ca. 15 °C.[1]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Strandbad an der italienischen Adriaküste 2012

Wirtschaftlich ist der Tourismus für die Anrainerstaaten von Bedeutung. Viele Badeorte an diesem Meer sind europaweit bekannt, einige sogar weltweit.

An der italienischen Küste führen mehrere Verkehrsadern am Meer entlang, zum Teil parallel nebeneinander. Entlang der Küste verlaufen die italienischen Staatsstraßen Strada Romea von Venedig bis Ravenna und danach die Strada Adriatica ab Ravenna bis ganz in den Süden. Weiters die Autobahn Autostrada Adriatica und die Eisenbahnstrecken Bologna-Ancona ab Rimini bis Ancona und danach die Ferrovia Adriatica bis ganz in den Süden.

Entlang der Ostküste verläuft von Slowenien bis Montenegro die Adriatische Küstenstraße (Jadranska Magistrala).

Umweltschutz und Klimawandel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 30 Jahren stört die Industrie das labile Gleichgewicht der Meeresströmung aus dem Norden, den Zuflüssen aus den Gebirgen und des gefilterten Meerwasser aus dem Boden. So entlässt der Fluss Po jährlich 50 Mrd. Kubikmeter stark belastetes Wasser in die westliche Adriaseite (Zinn, Zink, Blei, Chrom, Kupfer, Arsen, Quecksilber und Öl), insgesamt transportiert der Fluss heute doppelt so viele Nährsalze wie noch vor zehn Jahren.

Im Gegensatz hierzu war die Wasserqualität im Jahr 2004 bei einem vom ADAC beauftragten Test abseits der Po-Mündung an der italienischen und an der kroatischen Küste weitestgehend gut bis sehr gut.[2] Die Adria ist durch verschiedene Abfälle der Anrainerstaaten belastet.[3]

Zunehmend gerät die Adria in den Blickpunkt des Umweltschutzes und des möglichen Klimawandels. Sichtbarste Zeichen sind die Zunahme an tropischem Fischbestand sowie zunehmende Algen- und Quallenplagen. 2007 warnte der damalige italienische Umweltminister Alfonso Pecoraro Scanio, dass Klimaerwärmung und Umweltverschmutzung „die Adria zu einem geschlossenen Becken machen, in dem es bereits in 150 Metern Tiefe kein Leben mehr gibt“. Im September 2007 war die Adria ein Thema der ersten nationalen italienischen Konferenz zur Klimaerwärmung in Rom.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Adriatic Sea – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Adriatisches Meer – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle grafische Darstellungen von Wind, Wellen, Salzgehalt, Temperatur der Adria abgerufen am 11. Oktober 2016
  2. ADAC auf adria-istrien.de: [1] 2
  3. Kroatiens Küste wird mit Müll überschwemmt diepresse.com
  4. Unser Meer kennt keinen Winter mehr. In: Süddeutsche Zeitung