Aduatuca

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Aduatuca oder Atuatuca war der Name eines befestigten Platzes im Gebiet des keltischen Stammes der Eburonen, der zwischen den Flüssen Maas und Rhein vermutet wird. Atuatuca steht vor allem für die empfindlichste Niederlage, die Gaius Iulius Caesar während seiner Eroberungsfeldzüge gegen die keltischen Gallier 58 bis 50 v. Chr. erlitt. Eineinhalb Legionen, rund 10.000 Mann, wurden geschlagen. Nach Caesars De bello Gallico lag dieses castellum Atuatuca „inmitten des eburonischen Gebietes“ (in mediis Eburonum finibus)[1].

Das castellum Atuatuca stand zweimal im Brennpunkt der Geschehnisse des Gallischen Krieges: Im Jahr 54 v. Chr. erlitt Caesar dort die empfindlichste Niederlage des Gallischen Krieges, und im Jahre 53 v. Chr. versuchten germanische Reiter vom Stamm der Sugambrer vergeblich, das Lager zu erstürmen.

Das antike Atuatuca Cäsars wird in der Forschung gemeinhin mit der heutigen Stadt Tongern als Fortsetzung lokalisiert.

54 v. Chr.: Die Katastrophe von Atuatuca[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 54 v. Chr. legte Caesar einen Teil seiner Heeresverbände unter dem Kommando der Legaten Quintus Titurius Sabinus und Lucius Aurunculeius Cotta in das Stammesgebiet der Eburonen. In dem castellum Atuatuca sollten die Verbände überwintern. Im November 54 v. Chr. wurde das Lager von den Eburonen unter ihrem Teilkönig Ambiorix überraschend angegriffen.

Durch eine List gelang es Ambiorix, die römischen Verbände aus dem befestigten Lager zu locken. Er nutzte dabei die Kopflosigkeit des Legaten Quintus Titurius Sabinus, der ausdrücklich gegen den Rat des zweiten, aber offenbar untergeordneten Legaten Lucius Aurunculeius Cotta handelte und den Abzug in Richtung des nächstgelegenen Winterlagers befahl, das 50 Meilen entfernt lag und unter dem Kommando von Quintus Tullius Cicero stand.

Caesar gibt eine ausführliche und lebendige Schilderung[2] der Auseinandersetzung zwischen Titurius und Cotta und der anschließenden Schlacht, die er selbst als calamitas („Unglück“) bezeichnet und die in zahlreichen Geschichtswerken der folgenden Jahrhunderte Erwähnung findet (Appian, Sueton, Cassius Dio, Eutropius, Florus, Plutarch). Beide Legaten wurden niedergemetzelt, und mit ihnen fast alle Legionäre, rund 10.000 Mann. Viele sehen in der Taktik des Ambiorix, der den langgestreckten römische Heerestross in für die Römer ungünstiger Talkessel-Lage zwei Meilen von Atuatuca entfernt angriff, ein Vorbild für die Taktik von Arminius in der Varusschlacht 9 n. Chr.

Wie schwer Caesar die Niederlage von Atuatuca nahm, hat Sueton in seinen Kaiserbiographien überliefert. Dort heißt es, Caesar habe nach der Niederlage des Titurius Bart und Haupthaar wachsen lassen und nicht eher abnehmen lassen, als bis er sich gerächt hatte.

53 v. Chr.: Der Überfall der Sugambrer auf Atuatuca[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine zweite militärische Auseinandersetzung bei Aduatuca fand 53 v. Chr. statt:[3] Der germanische Stamm der Sugambrer war ursprünglich auf Veranlassung Caesars „auf Schiffen und Kähnen“ über den Rhein gekommen, um das Gebiet der Eburonen zu plündern. Eburonische Gefangene wiesen auf das nur drei Reitstunden entfernte Lager der Römer hin, wo viel reichere Beute zu machen sei und wo bei geringer Besatzung der gesamte Tross des römischen Heeres lagere.

Die Sugambrer wandten sich daraufhin gegen Atuatuca, das von Quintus Tullius Cicero befehligt wurde. Durch einen militärischen Fehler Ciceros kam die Besatzung des Lagers in große Gefahr. Erst Caesar konnte nach seiner baldigen Rückkehr die Lage wiederherstellen. Von Atuatuca aus setzte er anschließend die Verwüstung des eburonischen Stammesgebietes fort, seine unerbittliche Rache für die Katastrophe vom November 54 v. Chr., die sein Heer bei Atuatuca erlitten hatte.

Antike Quellen zu Atuatuca[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gaius Iulius Caesar: Commentarium libri VII de bello Gallico, Buch 5, 24-37; 6, 32–40 [Hauptquelle]
  • Appian: Bellum Civile, II, 29, 150
  • Sueton: De vita Caesarum, Divus Iulius, 25, 67
  • Cassius Dio: Römische Geschichte, Buch 40, 5, 6
  • Eutrop: Breviarium historiae Romae, VI, 17
  • Florus: Epitoma de Tito Livio bellorum omnium annorum, VII Bellum Gallicum, XLV
  • Plutarch: Vitae parallelae, Caesar, 23
  • Ptolemaeus: Geographia – Germania Magna

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Atuatuca – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. De bello Gallico 6, 32.
  2. De bello Gallico 5, 26-37.
  3. De bello Gallico 6, 35–40.