Aeroxon

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Aeroxon Insect Control GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1969
Sitz Waiblingen, Deutschland
Leitung Thomas Updike
Mitarbeiterzahl 166
Umsatz 37,1 Mio. Euro (Geschäftsjahr 2017)[1]
Branche Schädlingsbekämpfungsmittel
Website www.aeroxon.de

Aeroxon ist eine Marke des mittelständischen Familienunternehmens Aeroxon Insect Control GmbH mit Sitz in Waiblingen, Baden-Württemberg. Seit über 100 Jahren werden unter der Marke Schädlingsbekämpfungsmittel produziert. Das inhabergeführte Unternehmen befindet sich vollständig in Familienbesitz und ist ein Tochterunternehmen der Fr. Kaiser GmbH.[2]

Heute ist Aeroxon mit Produkten gegen fliegende und kriechende Insekten sowie gegen Motten die führende Marke im klassischen deutschen Lebensmitteleinzelhandel[3] und der weltweit größte Produzent von Fliegenfängern.[4][5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1909 entwickelte der schwäbische Konditor und Hustenbonbonfabrikant Theodor Kaiser (1862–1930)[6] den „Fliegenfänger am Band“ in seiner Backstube. 105 Mitarbeiter arbeiteten zu diesem Zeitpunkt im neuen Produktionsgebäude in der Bahnhofstraße 35 in Waiblingen, wo sich noch heute der Unternehmenssitz befindet.[7] Der Leim war im Gegensatz zu älteren Fliegenfängern hitze- und kältebeständig, hielt Fliegen zuverlässig fest und zeichnete sich durch seine lange Lagerfähigkeit aus.

Am 30. Januar 1911 wurde der Aeroxon-Fliegenfänger in die Warenzeichenrolle eingetragen.[8] Dieser Eintrag ist die offizielle Geburtsstunde der Marke Aeroxon.

In der zweiten Hälfte der 1920er Jahre konzentrierte sich das Unternehmen verstärkt auf das Auslandsgeschäft. Um den weltweit steigenden Bedarf an Fliegenfängern zu decken, entstanden elf Tochterunternehmen im europäischen Ausland.[9] Darüber hinaus wurde ein Saisonbetrieb in Würzburg eröffnet, in dem von März bis September bis zu 200 Personen arbeiteten.[10] Heute unterhält das Unternehmen eine Produktionsstätte in Klatovy (Tschechien) und Vertriebsgesellschaften in Österreich und den Vereinigten Staaten.[7]

Im Jahr 1930 überschritt die Jahresproduktion erstmals die 100-Millionen-Marke.[11] Im gleichen Jahr übernahm Friedrich Kaiser (1900–1988)[10] die Unternehmensleitung nach dem Tod seines Vaters Theodor Kaiser.[7]

Nach dem Zweiten Weltkrieg und besonders in den 1960er und 1970er Jahren verlangte der Markt nach der „chemischen Keule“ gegen Insekten. Die Verbreitung des Insektizids DDT führte zu einem deutlichen Rückgang der Absatzzahlen. Das Unternehmen blieb jedoch seiner Philosophie treu und lehnte den Einsatz hochgiftiger Produkte konsequent ab.[12]

Im Jahr 1969 erfolgte die Gründung der Aeroxon Schädlingsbekämpfungsmittel GmbH,[13] deren Sortiment neben Fliegenfängern auch Fliegenklatschen aus Kunststoff umfasste.

Ab den 1970er Jahren wurde das Sortiment kontinuierlich mit Produkten gegen fliegende und kriechende Insekten sowie gegen Motten erweitert.[13] 1980 übernahm Friedrich Kaisers amerikanischer Schwiegersohn John G. Updike (1929–2010)[10] die Leitung des Unternehmens,[7] welches im Jahr 1999 in Aeroxon Insect Control GmbH umbenannt wurde.[14]

Seit 2002 wird das Unternehmen von Thomas Updike (1962),[10] dem Urenkel des Firmengründers, geleitet.[2] Die europaweit 166 Mitarbeiter des Unternehmens erwirtschafteten im Jahr 2017 einen Umsatz von 37,1 Mio. Euro.

Sortiment[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Aeroxon-Sortiment umfasst etwa 30 Produkte, die in über 40 Länder weltweit exportiert werden.

  • Fliegende Insekten
    • Giftfreie Leimfallen (Fruchtfliegen-Falle, Fliegenfänger, Fenster-Fliegenfalle transparent, Fenster-Fliegenfalle Früchte, Gelbfalle)
    • Fliegenköder (Insekten-Falter, Insekten-Käfer, Fenster-Köderstreifen)
    • Fliegengitter (Tür-Fliegengitter, Fenster-Fliegengitter)
    • Fliegenklatschen
  • Kriechende Insekten
    • Köderdosen (Ameisen-Köderdose, Silberfischchen-Köderdose)
    • Granulat (Ameisen-Stopp)
    • Zeckenkarte
  • Motten
    • Lavendelblüten-Beutel
    • Lockstofffallen (Kleidermotten-Falle, Lebensmittelmotten-Falle)
    • Wirkstoffmittel (Langzeit-Mottenschutz, Mottenpapier, Textilschutz-Säckchen)
  • Garten und Landwirtschaft
    • Baumleimring
    • Gelbe Insekten-Leimtafel
    • Stall-Fliegenfänger

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Fischer, Sabine Ries: Einfach genial. Freiburg im Breisgau 2013. S. 86–88.
  • Sigrid Krügel, Uli Reinhardt: Sieben Dutzend auf einen Streich. In: Landluft. Das Remstal Magazin. Nr. 01, 2012. S. 68–72.
  • Nielsen Haushaltsinsektizide Deutschland 2013, LEH o. Aldi, Lidl, Norma.
  • Jan Georg Plavec: Lockstoffe für Menschen und Plagegeister. In: Stuttgarter Zeitung. 5. Mai 2011, S. 14.
  • Oliver Schmale: Auf den Leim gegangen. In: Eßlinger Zeitung. 10. August 2011, S. 21.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [1]. 15. März 2018, abgerufen am 12. April 2018
  2. a b Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Familienunternehmen. Köln 2009. S. 25.
  3. Nielsen Haushaltsinsektizide Deutschland 2013, LEH o. Aldi, Lidl, Norma.
  4. Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Köln 2010, S. 45.
  5. Herman Simon: Hidden Champions des 21. Jahrhunderts. Frankfurt a. M. 2007, S. 98.
  6. Theodor Kaiser (Memento vom 17. März 2014 im Webarchiv archive.is), abgerufen am 7. Januar 2013.
  7. a b c d Florian Langenscheidt, Bernd Venohr (Hrsg.): Lexikon der deutschen Weltmarktführer. Köln 2010. S. 46.
  8. Deutsches Patent- und Markenamt: 139563. Abgerufen am 7. Januar 2013.
  9. Sigrid Krügel, Uli Reinhardt: Sieben Dutzend auf einen Streich. In: Landluft. Das Remstal Magazin. Nr. 01, 2012, S. 70.
  10. a b c d Geschichte. Aeroxon-Website, abgerufen am 21. Februar 2014.
  11. Jochen Fischer, Sabine Ries: Einfach genial. Freiburg im Breisgau 2013, S. 88.
  12. Sigrid Krügel, Uli Reinhardt: Sieben Dutzend auf einen Streich. In: Landluft. Das Remstal Magazin. Nr. 01, 2012, S. 72.
  13. a b Jutta Pöschko: Keine Angst vor Fliegen. In: Waiblinger Kreiszeitung. 13. Mai 2011, S. B.1.
  14. Aeroxon fürs Ausland. In: Waiblinger Kreiszeitung. 30. Juni 1999.