Afghanistanstämmige in Deutschland

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Als Afghanischstämmige in Deutschland werden Menschen bezeichnet, die in Deutschland leben und ursprünglich aus Afghanistan kommen.

Migrationssituation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zahl der in Deutschland lebenden Personen mit afghanischem Migrationshintergrund betrug im Jahr 2015 156.000.[1] In Hamburg leben 35.805 Personen mit afghanischem Migrationshintergrund (31. Dezember 2015)[2], die größte Anzahl in einer deutschen Großstadt. Außerdem bilden sie die größte Gemeinschaft von Afghanistanstämmigen in ganz Europa. Hinsichtlich des Bevölkerungsanteils von Afghanistanstämmigen lagen unter den Landkreisen und Kreisfreien Städten in der Bundesrepublik beim Zensus 2011 die Städte Offenbach am Main und Hamburg vorn, gefolgt von Darmstadt und Frankfurt. [3]

Ende Dezember 2015 lebten in Deutschland 131.454 afghanische Staatsangehörige.[4] Von den im Laufe des Jahres 2015 zugezogenen Afghanen stellten rund 31.000 erstmals einen Antrag auf Asyl.[5] Von den afghanischen Antragstellern, über deren Asylantrag im Laufe des Jahres 2015 entschieden wurde, erhielten 47 % einen Schutzstatus, überwiegend aufgrund ihrer Flüchtlingseigenschaft. Die Anerkennungsquote als Asylberechtigte lag bei unter 1 Prozent.

Afghanen stellten nach Einschätzung des Journalisten David Schah in einem Bericht von 2004 in Deutschland eine der am besten integrierten Minderheiten dar und hätten oft geringe Bindungen an ihr Heimatland.[6] Nach Aussage des Entwicklungshelfers Reinhard Erös vom Oktober 2015 hätten sie von allen Einwanderergruppen den geringsten Anteil an der Ausländerkriminalität und Hartz IV-Bezügen.[7] Nach der Kriminalitätsstatistik des Bundeskriminalamtes für das Jahr 2016 stellten Afghanen nach Syrern mit knapp 80.000 Verdächtigen die zweitgrößte Gruppe an nichtdeutschen Tatverdächtigen bei Straftaten in Deutschland.[8]

Zum Jahreswechsel 2016/2017 befanden sich laut Innenministerium etwa 12.000 ausreisepflichtige Afghanen in Deutschland.[9]

Bekannte Afghanen in Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung mit Migrationshintergrund - Ergebnisse des Mikrozensus 2015, Seite 66
  2. Bevölkerung mit Migrationshintergrund in den Hamburger Stadtteilen Ende 2015, Seite 3
  3. Kartenseite: Afghanen in Deutschland - Landkreise Abgerufen am 9. September 2017
  4. Ausländische Bevölkerung – Ergebnisse des Ausländerzentralregisters (Stand: 31. Dezember 2015), S. 155.
  5. Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Asylgeschäftsstatistik für den Monat Dezember 2015 und das Berichtsjahr 2015. In: Asylgeschäftsstatistik für den Monat Dezember 2015, Seite 2. (pds-Datei, 640 kB)
  6. David Schah: "Integrationswunder aus Mittelasien" Deutsche Welle, vom 15. September 2004
  7. http://www.deutschlandradiokultur.de/fluechtlingskrise-warum-ausgerechnet-die-afghanen-nach.1008.de.html?dram:article_id=335126
  8. Bericht zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2016 Bundeskriminalamt 2017, Seite 59
  9. Issio Ehrich:"Mustafa ist ein schwerer Fall für de Maizière" ntv.de vom 13. Dezember 2016