Afrikanische Platte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Übersicht Lithosphärenplatten (unter Vernachlässigung sogenannter Mikroplatten)

Die Afrikanische Platte ist eine der größten Kontinentalplatten (auch „tektonischen Platten“) der Erde. Sie umfasst den gesamten afrikanischen Kontinent sowie einen Teil der umliegenden Meere, die auf ozeanischer Kruste liegen.

Die Afrikanische Platte grenzt – von Norden aus im Uhrzeigersinn – an die Eurasische Platte, die Apulische Platte, die Hellenische Platte, die Anatolische Platte, die Arabische Platte, die Indische Platte, die Australische Platte, die Antarktische Platte, die Süd- und an die Nordamerikanische Platte. Möglicherweise existieren in den Übergangszonen zu den großen Nachbarplatten einige weitere kleinere Platten; ihre Existenz ist aber noch nicht zweifelsfrei geklärt. Vor 60 Millionen Jahren wurde im Norden die Apulische Platte an den europäischen Kontinent angeschweißt, der adriatische Sporn war maßgebliche Ursache für die Auffaltung der Alpen. Zwischen der apulischen Platte und Afrika gab es fortan ein verzweigtes System einer konvergierenden Plattengrenze, die teilweise auf dem Kontinent, teilweise auf der vorgelagerten ozeanischen Kruste verläuft.[1]

Grabenbruch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Afrikanische Platte weist in ihrem östlichen Teil ein riesiges Bruchsystem auf; entlang des Großen Afrikanischen Grabenbruches könnte eine neue konstruktive Plattengrenze entstehen. Der sich abspaltende östliche Teil wird üblicherweise als Somaliplatte oder Somalische Platte bezeichnet.[2]

[3] Westlich der somalischen Platte befindet sich die nubische Platte.[4][5] Zwischen diesen beiden großen Lithosphärenplatten werden weitere kleine Bruchstücke, sogenannte Mikroplatten, postuliert. Diese Vermutung basiert auf GPS-Messungen, die auf unterschiedliche Absolutbewegungen verschiedener Messpunkte hinweisen. Als Grenzverläufe zwischen den einzelnen Platten werden dabei Zonen mit stärkerer Erdbebentätigkeit angenommen. Zwischen dem westlichen und dem östlichen Zweig des ostafrikanischen Grabensystems würde demnach die Viktoriaplatte liegen, sowie südlich davon die Rowumaplatte.[6][7] Der Norden Madagaskars könnte nach einer Studie teilweise auf der künftigen Somaliplatte liegen[8], während der südliche Bereich einer der Mikroplatten mit der Bezeichnung Lwandleplatte zuzuordnen sei.[9][7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Das Mittelmeer – Geologie: Einleitung. Auf: mare-mundi.eu, Stand vom 25. August 2015
  2. Ein Riss durch die Kontinente wird durchleuchtet. Auf: welt.de vom 27. November 2003
  3. Kilimanjaro: Ewiges Eis in den Tropen. Grunde und Folgen des Gletscherschwundes. Auf: virtours.ch, Abschnitt 4.1, Stand: November 2005
  4. Der Reißverschluss öffnet sich: Die Afar-Senke reißt ein. Auf: scinexx.de vom 25. August 2006
  5. bibcode:2002AGUSM.T31A..12H
  6. E. Calais, C. Hartnady, C. Ebinger, J. M. Nocquet: Kinematics of the East African Rift from GPS and earthquake slip vector data. In: G. Yirgu, C. Ebinger, P. K. H. Maguire (Hrsg.): Structure and Evolution of the Rift Systems within the Afar volcanis province, Northeast Africa. Geological Society Special Publications, Bd. 259, 2006 S. 9–22 (doi:10.1144/GSL.SP.2006.259.01.03).
  7. a b D. S. Stamps, E. Calais, E. Saria, C. Hartnady, J.-M. Nocquet, C. J. Ebinger, R. M. Fernandes: A kinematic model for the East African Rift. In: Geophys. Res. Lett. 35, 2008, L05304, (doi:10.1029/2007GL032781).
  8. F. Jestin, P. Huchon, J. M. Gaulier: The Somalia plate and the East African Rift System: present-day kinematics. In: Geophysical Journal International. 116, Nr. 3, 1994, S. 637–654 (doi:10.1111/j.1365-246X.1994.tb03286.x).
  9. B. C. Horner-Johnson, R. G. Gordon, D. F. Argus: Plate kinematic evidence for the existence of a distinct plate bewteen the NUbian and Somalian plates along the Southwest Indian Ridge. In: Journal of Geophys. Res., Bd. 112, 2007, B05418, doi:10.1029/2006JB004519