Afzelia

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Afzelia

Afzelia rhomboidea, Illustration

Systematik
Eurosiden I
Ordnung: Schmetterlingsblütenartige (Fabales)
Familie: Hülsenfrüchtler (Fabaceae)
Unterfamilie: Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae)
Tribus: Detarieae
Gattung: Afzelia
Wissenschaftlicher Name
Afzelia
Sm.

Afzelia ist eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Johannisbrotgewächse (Caesalpinioideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die etwa 14 Arten sind im tropischen Asien und Afrika beheimatet.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frucht und Samen von Afzelia africana

Afzelia-Arten wachsen als Bäume. Die wechselständigen, gestielten Laubblätter sind paarig gefiedert mit wenigen Paaren von Fiederblättchen. Die winzigen Nebenblätter fallen früh ab.

Die endständigen, rispigen Blütenstände enthalten mehr oder weniger haltbare, etwas dicke, eiförmige, ungefärbte Trag- und Deckblätter. Die gestielten Blüten sind zwittrig mit doppelter Blütenhülle. Es ist ein becher- bis trichterförmiger Blütenbecher und vier ledrige Kelchblätter vorhanden. Es ist nur ein großes, genageltes Kronblatt erkennbar, mit verkehrt-eiförmiger bis halbkreisförmiger und teils zweilappiger Platte; die anderen Kronblätter sind höchstens rudimentär vorhanden. Es sind sieben bis acht fertile Staubblätter vorhanden. Die langen Staubfäden sind an ihrer Basis teilweise verwachsen oder frei. Die Staubbeutel sind eiförmig oder länglich. Die zwei oder drei Staminodien sind klein. Der einzige, teils lang bzw. gynophor, gestielte und mittel- bis oberständige Fruchtknoten enthält wenige bis viele Samenanlagen. Der lange Griffel endet in einer kopfigen, kleinen Narbe.

Die leicht abgeflachte Hülsenfrucht ist mehr oder weniger länglich, holzig, dick, zweifächerig, und septiert zwischen den Samen. Die eiförmigen bis länglichen Samen, mit einem Arillus, besitzen zwei fleischige, mehr oder weniger flache Keimblätter (Kotyledonen) und einen geraden Embryo, aber kein Endosperm.

Nutzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heilmittel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Teilen Nordnigerias werden etwa 23 Baumarten traditionell zu Heilmitteln verarbeitet, darunter Afzelia africana als Mittel gegen Fehlgeburten.[1] Auch zur Behandlung von Durchfall, Magen-Darm-Erkrankungen und Gonorrhoe und anderen Beschwerden wird die Baumrinde verabreicht.[2]

Wässrige Rindenextrakte der Afzelia africana wirkten in Versuchstieren antidiabetisch (antihyperglycämisch) und zeigten hämatologische Effekte.[3] Andere Untersuchungen weisen auf bakteriostatische und entzündungshemmende Eigenschaften hin.[2][4]

Holz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Afrikanisches Afzelia-Holz (Doussié)

Das Doussié, Edelkirsche oder Brillantkirsche genannte Holz der westafrikanischen Arten ist gegenüber Pilzen sehr resistent. Verwendet werden hauptsächlich 7 Afzelia-Arten zur Holzgewinnung: Afzelia africana, Afzelia bella, Afzelia bipindensis, Afzelia pachyloba, Afzelia parviflora, Afzelia peturei und Afzelia quanzenis.[5]

Seine hohe Dichte bedingt eine Härte, deutlich höher als die von Teakholz oder Eiche, sowie eine gute Wärmeleitfähigkeit, so dass sich das Holz besonders als Belag für beheizte Fußböden eignet. Außer als Parkett findet es Verwendung bei Treppen, Türen und Fenstern, bei Tischen und im Bootsbau. Das Holz ist zunächst von gelblicher bis hellbrauner Farbe und färbt sich später rötlich-braun nach. Es muss langsam getrocknet werden, sonst verzieht es sich. Wie Teak und das in Eigenschaften, Farbe und Struktur sehr ähnliche Merbau ist es widerstandsfähig gegen Pilze und Insekten und benötigt daher keinen besonderen Schutz.

Auch Radrennbahnbauer verwenden Afzelia wegen des geringen Reibungswiderstands und der Beständigkeit als Bahnbelag für offene Radrennbahnen, wie beispielsweise für das Olympia-Velodrom in Rom 1960.[6][7]

Allerdings ist die forstwirtschaftliche Kenntnis von Afzelia wenig entwickelt, weshalb diese Holzarten nur selten Verwendung finden.[5]

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gattung Afzelia gehört zur Tribus Detarieae in der Unterfamilie Caesalpinioideae innerhalb der Familie der Fabaceae. Die Erstveröffentlichung von Afzelia erfolgte 1798 durch James Edward Smith in Transactions of the Linnean Society of London, Band 4, S. 221. Ein Synonym für Afzelia J.E. Smith ist Pahudia Miquel.

Der Gattungsname Afzelia ehrt den schwedischen Botaniker Adam Afzelius.[8]

Es gibt 11 bis 14 Afzelia-Arten:[9]

  • Afzelia africana Sm. ex Pers.: Ihr Holz wird Lingué, Doussié oder Apa genannt. Sie kommt im tropischen Afrika vor.[10]
  • Afzelia bella Harms: Sie kommt im tropischen Afrika vor.[10]
  • Afzelia bipindensis Harms: Ihr Holz wird Lingué, Doussié oder Apa genannt. Sie kommt im tropischen Afrika vor.[10]
  • Afzelia bracteata Vogel ex Benth.: Sie kommt im tropischen Westafrika vor.[10]
  • Afzelia pachyloba Harms: Ihr Holz wird Lingué, Doussié oder Apa genannt. Sie kommt in Kamerun, Gabun, Nigeria und im Kongogebiet vor.[10]
  • Afzelia peturei De Wild.: Sie kommt in Sambia und in der Demokratischen Republik Kongo vor.[11]
  • Afzelia quanzensis Welw.: Ihr Holz wird Doussié, Chanfuta oder Pod Mahagoni genannt. Sie kommt im tropischen und im südlichen Afrika vor.[10]
  • Afzelia rhomboidea (Blanco) S.Vidal: Sie kommt in Indonesien, in Malaysia und auf den Philippinen vor.[10]
  • Afzelia xylocarpa (Kurz) Craib: Ihr Holz wird Makamong genannt. Die Heimat ist China, Kambodscha, Laos, Myanmar, Thailand und Vietnam.[10]

Nicht mehr zu dieser Gattung wird gerechnet:

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Buochuama, E. F. Akhabue: Ethnomedicinal and phytochemical evaluation of tree species among some local folks of northern Nigeria. In: World Scientific News, Band 99, 2018, S. 60–70 (PDF).
  2. a b D. A. Akinpelu, O. A. Aiyegoro, A. I. Okoh: In vitro antimicrobial and phytochemical properties of crude extract of stem bark of Afzelia africana (Smith). In: African Journal of Biotechnology. Band 7, Nr. 20, 2008, (PDF).
  3. S. O. Oyedemi, E. A. Adewusi, O. A. Aiyegoro, D. A. Akinpelu: Antidiabetic and haematological effect of aqueous extract of stem bark of Afzelia africana (Smith) on streptozotocin–induced diabetic Wistar rats. In: Asian Pacific Journal of Tropical Biomedicine, Band 1, Nr. 5, 2011, S. 353–358, doi:10.1016/S2221-1691(11)60079-8.
  4. P. A. Akah, O. Okpi, C. O. Okoli: Evaluation of the anti-inflammatory, analgesic and antimicrobial activities of bark of Afzelia africana. In: Nigerian Journal of Natural Products and Medicine, Band 11, 2007, S. 48–52.
  5. a b Armel S. L. Donkpegan, Olivier J. Hardy, Philippe Lejeune, Madjidou Oumorou, Kasso Daïnou, Jean-Louis Doucet: Un complexe d’espèces d’Afzelia des forêts africaines d’intérêt économique et écologique (synthèse bibliographique). In: Biotechnologie, Agronomie, Société et Environnement. Band 18, Nr. 2, 2014 (PDF französisch).
  6. P. Sallenave: Une audacieuse réalisation italienne: le vélodrome olympique de Rome. In: Bois & Forets Des Tropiques, Band 79, 1961, S. 47–53, (PDF französisch).
  7. Laura Alexandra Brown: The Architectural Design and Planning Legacies of the European Summer Olympic Games 1948–2012. University of Northumbria at Newcastle (United Kingdom), Diss., 2019, S. 206–210 (PDF; 211 MB).
  8. Lotte Burkhardt: Verzeichnis eponymischer Pflanzennamen – Erweiterte Edition. Teil I und II. Botanic Garden and Botanical Museum Berlin, Freie Universität Berlin, Berlin 2018, ISBN 978-3-946292-26-5, doi:10.3372/epolist2018.
  9. Datenblatt Afzelia bei International Legume Database Information Service = ILDIS - LegumeWeb - World Database of Legumes, Version 10.38, 2010.
  10. a b c d e f g h i Afzelia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 30. März 2017.
  11. Datenblatt Afzelia bei POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Afzelia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien