Agent Steel

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Agent Steel
Agent Steel auf dem Bang Your Head Open Air 2008
Agent Steel auf dem Bang Your Head Open Air 2008
Allgemeine Informationen
Herkunft Los Angeles, Vereinigte Staaten
Genre(s) Speed Metal, Power Metal, Thrash Metal
Gründung 1984, 1999
Auflösung 1988, 2011
Website www.agentsteelonline.com
Letzte Besetzung
John Cyriis
Juan Garcia
E-Gitarre
Bernie Versailles
Robert Cardenas
Rigo Amezcua
Ehemalige Mitglieder
Gesang
Bruce Hall
E-Gitarre
Kurt „Kilfelt“ Colfelt
Schlagzeug
Chuck Profus
E-Bass
Karlos Medina
E-Bass
George Robb
E-Gitarre
John Gott
E-Gitarre
Silvio Golfetti
E-Gitarre
Mark Marshal
E-Gitarre
Bill Simmons
E-Bass
Mike Zaputil
E-Bass
Richard Bateman
E-Gitarre
Jay Weslord
E-Gitarre
James Murphy
Gesang (live)
Rick Mythiasin
E-Gitarre (live)
Tim Thomas
Gesang (live)
James Rivera

Agent Steel war eine US-amerikanische Speed-Metal-Band aus Los Angeles, Kalifornien, die im Jahr 1984 gegründet wurde. Die Band war für den sehr hohen Gesang des Bandgründers John Cyriis bekannt. 1999 vereinigte sie sich wieder, ehe es 2011 zum Zerfall kam. Die Gruppe war kurzzeitig aus Rechtsgründen auch unter den Namen Masters of Metal und Order of Illuminati aktiv.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Band wurde im August[1] 1984[2] von Sänger John Cyriis zusammen mit Schlagzeuger Chuck Profus, dem Bassisten George Robb und den Gitarristen Mark Marshall und Bill Simmons gegründet. Nach dem ersten Demo 144,000 Gone, das im Sommer 1984 erschien, verließen beide Gitarristen die Band, wobei Marshall später bei Savage Grace zu hören sein sollte. Als Ersatzgitarristen stießen Kurt „Kilfelt“ Colfelt und Juan Garcia zur Besetzung. Garcia spielte bereits wie Cyriis zuvor bei Abattoir und ersetzte Gitarrist John Gott, der Agent Steel nur kurzzeitig beigetreten war.[3] Es folgten diverse Auftritte, darunter der erste als Vorgruppe für Slayer im September 1984 im Country Club in Los Angeles. Einige Auftritte später spielte sie zudem als Vorgruppe für Raven.[3] Zudem spielte die Band diverse weitere Auftritte in den USA, darunter auch ein Konzert, bei dem Blessed Death als Vorgruppe fungierte. Zudem spielte die Gruppe auf einem Festival in Montreal zusammen mit Metal Church, Exodus und Slayer.[1] Im Jahr 1985 folgte das Debütalbum Skeptics Apocalypse, welches im Januar 1985[1] aufgenommen wurde, das in den USA bei Combat Records und in Europa über Roadrunner Records erschien. Danach verließ Gitarrist Colfelt die Band wieder, um die Band Holy Terror zu gründen. Im Mai 1986 war die Band außerdem zusammen mit Overkill und Anthrax[4] auf Deutschlandtournee gegangen, welche durch den Metal Hammer unterstützt wurde.[5] Auf der EP Mad Locust Rising, die im Oktober 1985[1] aufgenommen wurde, war mit Bernie Versailles (später bei Fates Warning) ein neuer Gitarrist und mit Michael Zaputil ein neuer Bassist zu hören. Zur selben Zeit erregte Cyriis Aufmerksamkeit indem er behauptete, dass laut des Maya-Kalenders ein Ende der Welt im Jahr 2011 bevorstehe. Im November 1986 wurde bekannt, dass Capitol Records Interesse an der Band hätte, jedoch sollte es nie zu einem Vertrag kommen.[3] Es folgte das zweite Album Unstoppable Force im Jahr 1987, das hauptsächlich in den Morrisound Studios in Tampa aufgenommen wurde.[6] Da Cyriis inzwischen nach Florida gezogen war, um nach seiner Aussage „näher am Bermuda-Dreieck zu sein“,[7][8] und sich Garcia, Versailles und Zaputil weigerten, ebenfalls dorthin zu ziehen, erneuerte Cyriis die Besetzung. Nachdem die Gitarristen James Murphy und Jay Weslord und Bassist Richard Bateman (ex-Nasty Savage) zur Band gekommen waren,[9] spielte die Band erstmals in dieser neuen Besetzung in Deutschland[5] und spielte dabei auch in der Zeche Bochum zusammen mit Nuclear Assault und Atomkraft[10] und ging danach auf eine Europatournee zusammen mit Overkill und Anthrax. Die Band spielte dabei auch in London zusammen mit Onslaught und Nuclear Assault. Einige Bandmitglieder wurden im Dezember 1987 in Arizona festgenommen, nachdem sie einen 17-jährigen Roadie misshandelt haben sollen. Die Mitglieder hatten diesen an ein Bett gefesselt und auf ihn uriniert, während sie Feuerwerkskörper auf seiner Brust gezündet hätten. Die Mitglieder kamen jedoch kurze Zeit später wieder frei, da das Opfer von einer Klage absah.[3] Im März 1988 löste sich die Band auf, da Cyriis zusammen mit Schlagzeuger Profus die Band Pontius Prophet gründete. Juan Garcia spielte daraufhin bei EvilDead.

Im Jahr 1999 fand die Band wieder zusammen, um auf dem Wacken Open Air aufzutreten. Zudem wurden von Century Media alle bisher erschienenen Alben wiederveröffentlicht.[3] Die Gruppe bestand hierbei neben den Gitarristen Juan Garcia und Bernie Versailles und dem Schlagzeuger Chuck Profus aus dem EvilDead-Bassisten und dem Sänger Bruce Hall. In dieser Besetzung erschien über Metal Blade Records das nächste Album The Omega Conspiracy. Im Frühjahr 2000 schloss sich zusammen mit Riot, Anvil und Domine eine weitere Europatour.[11] Da es zu Rechtsstreitigkeiten um den Bandnamen mit dem ehemaligen Sänger Cyriis kam, welcher den Namen für sich beanspruchte, spielte die Band ein paar Auftritte unter dem Namen Order of the Illuminati. Die Band einigte sich letztendlich jedoch, sodass Cyriis sein neues Projekt Stellar Seed nannte.[12] Im Jahr 2001 verließ Schlagzeuger Profus die Band und wurde durch Rigo Amezcua ersetzt. Nachdem die Band einen Vertrag bei Scarlet Records unterzeichnet hatte, folgte im Jahr 2003 das Album Order of the Illuminati. Danach schloss sich eine Europatournee an, unter anderem zusammen mit Exodus, Nuclear Assault und God Dethroned, wobei die Hälfte der Tour jedoch abgesagt wurde. Die Gruppe spielte dabei auch in Hamburg, wobei neben den drei genannten Bands auch Grave, Mortician, Occult, Callenish Circle und Prospect dabei waren.[13] Im Jahr 2005 spielte die Band in Deutschland zusammen mit After All. Mitte 2006 unterzeichnete die Band einen Vertrag bei Mascot Records, worüber 2007 das Album Alienigma erschien. Daraufhin folgte im September eine Europatournee zusammen mit Vicious Rumors.[14] Im Mai 2010 verließ Sänger Bruce Hall die Band wieder, um sich Steel Prophet zu widmen, woraufhin John Cyriis zur Band zurückkehrte.[15] Im selben Jahr spielte die Band Auftritte in Japan zusammen mit Overkill, Exodus, Nevermore, Outrage und Sanctuary.[16] Im Januar 2011 konnte Sänger Cyriis nicht am 70000 Tons of Metal teilnehmen, sodass James Rivera von Helstar und Rick Mythiasin von Steel Prophet aushalfen.[17] Im Februar 2011 platzte die Wiedervereinigung aufgrund von Streitigkeiten zwischen Cyriis und den Rest der Band wieder und ein geplanter Auftritt auf dem Rock Hard Festival wurde abgesagt.[18] Ihren Auftritt auf dem 2011er Keep It True absolvierte die Band aus Rechtsgründen unter dem Namen Masters of Metal, wobei Rick Mythiasin erneut als Sänger tätig war.[19]

In der Folge machte die Band ohne Cyriis unter dem Namen Masters of Metal weiter. Gitarrist Bernie Versailles übernahm auch den Gesang. 2013 veröffentlichten Masters of Metal eine selbstbetitelte EP. Am 18. September 2015 folgte das Studioalbum From Worlds Beyond [20]

Stil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Texte von Agent Steel behandeln meist Themen wie UFOs oder Außerirdische.[14] Besonders charakteristisch war der hohe Gesang von Cyriis, welcher über mehrere Oktaven reicht, sowie das präzise Spiel der Instrumente.[3] Auf ihrem Debütalbum Skeptics Apocalypse spielt die Band klassischen Speed Metal, wobei die Gruppe zu den ältesten des Genres gehört. Auf dem Album klang die Band wie „Maiden on Speed“.[21] Das zweite Album Unstoppable Force hingegen fiel weitaus weniger schnell aus, sodass die Melodik im Vordergrund stand, wobei sich mit Traveller auch eine Ballade unter den Liedern befand.[22][23] Auf dem Album zeigte sich die Band außerdem anspruchsvoller als auf der vorangegangenen EP Mad Locust Rising.[24] Auf dem Album Omega Conspiracy dominieren, neben melodischen Stücken, vor allem Speed- und Thrash-Metal-Stücke.[25] Größter Unterschied auf dem folgenden Order of the Illuminati war der neue Sänger Bruce Hall, der Cyriis „dazu stimmlich in die Gesäßtasche“ stecke. Hall gestaltet seinen Gesang sehr abwechslungsreich und erinnert in Liedern wie Insurrection an Bruce Dickinson.[26]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1984: 144,000 Gone (Demo)
  • 1984: Second Demo (Demo)
  • 1985: Skeptics Apocalypse (Album, Combat Records (USA), Roadrunner Records (Europa))
  • 1986: US Speed Metal Attack (Split-Video mit Anthrax und Overkill, Metal Hammer)
  • 1986: Mad Locust Rising (EP, Combat Records)
  • 1987: Unstoppable Force (Album, Combat Records)
  • 1998: Agents of Steel (Demo)
  • 1999: Omega Conspiracy (Album, Metal Blade Records)
  • 1999: Deny the Poison (Demo)
  • 2003: Order of the Illuminati (Album, Scarlet Records)
  • 2003: Earth Under Lucifer (Single, Scarlet Records)
  • 2005: Live at Dynamo Open Air (DVD, Scarlet Records)
  • 2007: Alienigma (Album, 2007)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d Metal Mike: Agent Steel. Speed Metal at It's Best. In: Metal Hammer, Januar 1986, S. 88 f.
  2. Neil Jeffries: Kerrang! The Direktory of Heavy Metal. Virgin Books, London 1993, ISBN 0-86369-761-5, S. 8.
  3. a b c d e f Garry Sharpe-Young: A-Z of Thrash Metal. Cherry Red Books, London 2002, ISBN 1-901447-09-X, S. 10 ff.
  4. Alexandra Dörrie: Metal Hammer Rodshow. Anthrax Overkill Agent Steel. In: Metal Hammer, Juni 1986, S. 80 f.
  5. a b Metal Hammer präsentiert die amerikanischen Speedfreaks auf ihrer zweiten Deutschlandtournee. Agent Steel. In: Metal Hammer, Juni 1987, S. 115.
  6. Eduardo Rivadavia: Agent Steel, abgerufen am 14. Juli 2013.
  7. Holger Stratmann: Rock Hard Enzyklopädie. ROCK HARD GmbH, 1998, ISBN 3-9805171-0-1, S. 14.
  8. Sylvie Simmons: Agent Steel. Invasion vom Bermudadreieck. In: Metal Hammer, April 1987, S. 26.
  9. Uwe Schnädelbach: Agent Steel. John und das Bermudadreieck. In: Metal Hammer, März 1987, S. 130.
  10. Uwe Schnädelbach: Agent Steel Nuclear Assault Atomkraft. In: Metal Hammer, August 1987, S. 110 f.
  11. Andreas Schöwe: Agent Steel+Anvil+Riot+Domine. München: Metropolis (Ex-Incognito). In: Metal Hammer, April 2000, S. 140.
  12. Armin Schäfer: Nichts als Ärger. Agent Steel. In: Metal Hammer, Juli 2003, S. 60 f.
  13. Anzo Sadoni: Exodus + Nuclear Assault + Agent Steel + God Dethroned + Grave + Mortician + Occult + Callenish Circle + Prospect. Hamburg: Markthalle. In: Metal Hammer, Dezember 2003, S. 138.
  14. a b Agent Steel, abgerufen am 14. Juli 2013.
  15. AGENT STEEL - The Return of Cyriis!, abgerufen am 14. Juli 2013.
  16. SANCTUARY, NEVERMORE, AGENT STEEL Confirmed For Japan's Thrash Domination 2010, abgerufen am 14. Juli 2013.
  17. xFiruath: Agent Steel Vocalist John Cyriis To Miss 70,000 Tons Of Metal Cruise, abgerufen am 14. Juli 2013.
  18. RHF: Agent-Steel-Reunion findet nicht statt!, abgerufen am 14. Juli 2013.
  19. Oliver + Tarek: Agent Steel cancelled (Memento des Originals vom 11. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.keep-it-true.de, abgerufen am 14. Juli 2013.
  20. Masters of Metal To Release From Worlds Beyond in September, Bravewords vom 13. Juli 2015, abgerufen am 1. März 2016 (englisch).
  21. Oliver Klemm: Agent Steel. Skeptics Apocalypse. In: Metal Hammer, November 1985, S. 84.
  22. Matthias Herr: Matthias Herr's Heavy Metal Lexikon Vol. 1. Verlag Matthias Herr, 1993, S. 11.
  23. Uwe Schnädelbach: Agent Steel. Unstoppable Force. In: Metal Hammer, März 1987, S. 42.
  24. Frank Trojan: Agent Steel. Unstoppable Force. In: Metal Hammer, Oktober 1987, S. 74.
  25. Andreas Schöwe: Agent Steel. Omega Conspiracy. In: Metal Hammer, Dezember 1999, S. 83.
  26. Marc Halupczok: Agent Steel. Order of the Illuminati. In: Metal Hammer, Juli 2003, S. 97.