Agnolo Gaddi

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Abbildung des Agnolo Gaddi in Le vite dei più eccellenti pittori, scultori e architetti des Giorgio Vasari
Incoronazione della Vergine (um 1380); in der National Gallery

Agnolo Gaddi (* um 1350 in Florenz; † 16. Oktober 1396 ebenda) war ein italienischer Maler.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Agnolo Gaddi war der Sohn des Malers Taddeo Gaddi, von dem er auch seinen ersten künstlerischen Unterricht erhielt. Der Maler Gaddo Gaddi war sein Großvater. Schon früh musste Gaddi, um sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen, neben seiner künstlerischen Berufung einen kaufmännischen Beruf ausüben.

In der Kapelle des Gürtels Mariae in Prato stellte er die Geschichte der Maria und die Legende ihres Gürtels in Fresken dar. Die Franziskanerkirche Santa Croce in Florenz schmückte Gaddi mit Fresken, welche die Auffindung des Kreuzes darstellten. Altargemälde von ihm befinden sich in der Akademie der Schönen Künste in Florenz, in der Basilika Santa Maria Novella (Florenz) und der Kirche Santo Spirito. In den Jahren 1381–1387 fertigte er Zeichnungen für Figuren an der Loggia de’ Signori (Loggia dei Lanzi) und am Dom Santa Maria del Fiore, die in Marmor ausgeführt wurden.

Die letzten Jahre seines Lebens war Gaddi kaum noch künstlerisch, sondern fast ausschließlich als Kaufmann tätig. Er nahm jedoch zwischen 1392 und 1395 zusammen mit seinem Bruder Giovanni einige Auftragsarbeiten des Papstes Urban V. im Vatikan an, die heute nicht mehr erhalten sind. Im Alter von ungefähr 45 Jahren starb der Maler am 16. Oktober 1396 in Florenz.

Werkauswahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreuzauffindung (von Szenen aus der Legende des Hl. Kreuzes), Fresko. Florenz, Cappella Maggiore.
  • Szenen aus den Legenden der Heiligen Nikolaus von Bari, Johannes d. T., Johannes d. E. und Abt Antonius,
  • Szenen aus der Legende des Hl. Gürtels, zwischen 1392 und 1396, Prato
  • Traum Konstantins (von Szenen aus der Legende des Hl. Kreuzes), Fresko. Florenz, Cappella Maggiore.
  • Die drei Gaddi, 1389 Tempera auf Holz 47 × 89 cm Galleria degli Uffizi, Florenz

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günter Arnolds (Red.): Malerei des Abendlandes. Eine Bildersammlung von der frühchristlichen bis zur zeitgenössischen Malerei. F. A. Herbig Verlagsbuchhandlung, Berlin-Grunewald 1955.
  • Jean K. Cadogan: The social identity of Agnolo Gaddi and his family. A Florentine “success story”. In: Zeitschrift für Kunstgeschichte. Band 74, Heft 2. Deutscher Kunstverlag, Berlin / München 2011, S. 153–176, JSTOR:41310767 (englisch).
  • Ada Labriola: GADDI, Agnolo. In: Fiorella Bartoccini (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 51: Gabbiani–Gamba. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 1998.
  • Osvald Sirén: Angelo (Agnolo) di Taddeo. In: Ulrich Thieme (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 13: Gaab–Gibus. E. A. Seemann, Leipzig 1920, S. 25–28 (Textarchiv – Internet Archive).
  • S. Petrocchi: GADDI, Agnolo. In: Enciclopedia dell’Arte Medievale. 1996 (treccani.it).
  • Giorgio Vasari: Vita d’Agnolo Gaddi, pittor fiorentino. In: Vasari: Le vite dei più eccellenti pittori, scultori e architetti. Newton Compton Editori, Rom 2010, ISBN 978-88-541-1425-8, S. 225 ff.
  • Giorgio Vasari: Das Leben des Taddeo Gaddi, Agnolo Gaddi, Buffalmacco, Orcagna, Spinello Aretino und Lorenzo Monaco. Neu ins Deutsche übersetzt von Victoria Lorini. Hrsg., kommentiert von eingeleitet von Fabian Jonietz, Wolf-Dietrich Löhr und Johannes Tripps. Verlag Klaus Wagenbach, Berlin 2015, ISBN 978-3-8031-5063-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Agnolo Gaddi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien