Agostino Piovene

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Agostino Gaetano Piovene (17. Oktober 1671 in Venedig5. April 1733 ebenda) war ein venezianischer Dichter und Opernlibrettist des Barocks.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Piovene war der älteste Sohn des venezianischen Grafen Coriolano und seiner Frau Cecilia Soranzo.[1] Seine literarischen Kenntnisse erwarb er vermutlich in der 1673 gegründeten Accademia dei Dodonei, in der sein Vater 1682 den Status eines „principe“ innehatte. Um 1711 nahm er an Treffen der Accademia Filarmonica „im Haus von Gobbo Loredan“ teil. Dort fanden zwei Mal wöchentlich musikalische Veranstaltungen statt, und während der Fastenzeit führten einige der adligen Teilnehmer Tragödien auf. Vermutlich in diesem Zusammenhang stehen seine beiden Übersetzungen klassischer Werke, Sophokles’ König Ödipus (nach der 1693 erschienenen französischen Fassung von André Dacier) und EuripidesPhoenissae. Der 1711 erschienene Edipo wurde vom Giornale de’ Letterati d’Italia gerühmt.[1]

Zwischen 1709 und 1721 schrieb er insgesamt acht Opernlibretti für die größeren Theater Venedigs wie das Teatro San Cassiano oder das Teatro San Giovanni Crisostomo. Die größte Bekanntheit erreichten seine ersten beiden Texte über mittelalterliche Themen: La principessa fedele von 1709 und Tamerlano von 1711, die beide zunächst von Francesco Gasparini in Musik gesetzt wurden. Besonders der Tamerlano erwies sich mit fast 40 Vertonungen als außerordentlich erfolgreich. Die bekanntesten Fassungen stammen von Georg Friedrich Händel (Tamerlano von 1724) und Antonio Vivaldi (das Pasticcio Tamerlano/Bajazet von 1735).[2] Auch Josef Myslivečeks Il gran Tamerlano wurde noch in neuerer Zeit gespielt. Vivaldi vertonte auch La principessa fedele unter dem Titel Cunegonda. Piovenes Libretti zeugen von großer literarischer und historischer Kenntnis.[3]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tamerlano. Titelblatt des Librettos, Venedig 1711

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Francesco Giuntini: Piovene, Agostino Gaetano. In: Raffaele Romanelli (Hrsg.): Dizionario Biografico degli Italiani (DBI). Band 84: Pio VI–Ponzo. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom 2015.
  2. Michael Talbot, Kurt Markstrom: Piovene, Agostin. In: Grove Music Online (englisch; Abonnement erforderlich; freie Vorschau)..
  3. Michael Talbot: The Vivaldi Compendium. The Boydell Press, Woodbridge 2011, ISBN 978-1-84383-670-4, S. 143.