Aguié

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Stadtgemeinde Aguié
Stadtgemeinde Aguié (Niger)
Stadtgemeinde Aguié
Stadtgemeinde Aguié
Koordinaten 13° 30′ N, 7° 47′ O13.5058333333337.7788888888889Koordinaten: 13° 30′ N, 7° 47′ O
Basisdaten
Staat Niger

Region

Maradi
Departement Aguié
Einwohner 152.788 (2012)

Aguié ist eine Stadtgemeinde und der Hauptort des gleichnamigen Departements Aguié in Niger.

Geographie[Bearbeiten]

Frauen in Aguié

Aguié liegt am Übergang der Großlandschaft Sudan zur Sahelzone und grenzt im Süden an den Nachbarstaat Nigeria. Die Nachbargemeinden in Niger sind Dan-Issa im Südwesten, Tchadoua im Nordwesten, Kanan-Bakaché, Mayahi und Sarkin Haoussa im Norden, Maïjirgui im Nordosten sowie Gangara und Gazaoua im Südosten. Das Gemeindegebiet ist in sechs Stadtviertel, 71 administrative Dörfer, 63 Weiler, 28 Lager und vier Wasserstellen gegliedert. Die Stadtviertel heißen Bagalam (Miko), Danladi, Kanguiwa, Liman, Sabongari und Tawalala.[1]

Die Forêt classée de Dan Kada ist ein 5190 Hektar großes unter Naturschutz stehendes Waldgebiet im Gemeindegebiet von Aguié. Die Unterschutzstellung erfolgte 1951.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Aguié wurde 1972 zum Hauptort des aus dem Arrondissement Tessaoua herausgelösten Arrondissements Aguié, des heutigen Departements Aguié.[3] Der Ort wurde 2002 im Zuge einer landesweiten Verwaltungsreform zur Stadtgemeinde erhoben. Dabei wurde das Gemeindegebiet um jene Teile des Kantons Aguié erweitert, die nicht der neu gegründeten Landgemeinde Tchadoua zugeschlagen wurden.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bei der Volkszählung 1977 hatte Aguié 6651 Einwohner, bei der Volkszählung 1988 5963 Einwohner und bei der Volkszählung 2001 11.384 Einwohner.[4] Bei der Volkszählung 2012, nach einer Vergrößerung des Gemeindegebiets, betrug die Einwohnerzahl 152.788.[5] Die vorherrschenden Volksgruppen in Aguié sind Hausa, Fulbe und dunkelhäutige Tuareg.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Hirsefeld in Aguié

Die Bevölkerung lebt überwiegend von Ackerbau und Viehzucht.[6] Die Stadt liegt am Übergang der Zone des Regenfeldbaus des Nordens zur Zone der Bewässerungsfeldwirtschaft des Südens.[7] Es werden Hirse, Sorghum, Augenbohnen, Erdnüsse, Zypergräser und Sesam angebaut. Die Erosion durch Wasser und Wind sowie die Überbewirtschaftung auf Grund knapper Ackerflächen führen zu Bodendegradation.

In Aguié gibt es acht Wochenmärkte. Zu den wichtigsten zählen jene im Stadtzentrum und in den administrativen Dörfern Dan Saga, Débi und Maïgaoudé. Dort wird vor allem informeller Handel betrieben. Aus dem angrenzenden Nigeria werden Fertigwaren des täglichen Gebrauchs importiert, nach Nigeria landwirtschaftliche Erzeugnisse exportiert.

Es gibt ein Krankenhaus und mehrere weitere Gesundheitseinrichtungen, die schlecht ausgestattet sind. Im Bildungswesen stehen 82 Schulen zur Verfügung, darunter zwei Kindergärten. Aguié ist der Sitz eines Tribunal d’Instance, eines der landesweit 30 Zivilgerichte, die unterhalb der zehn Zivilgerichte der ersten Instanz (Tribunal de Grande Instance) stehen.[8] Durch Aguié verläuft die Nationalstraße 1, die den Ort mit den Regionalhauptstädten Maradi im Westen und Zinder im Osten verbindet. Der Verkehr erfolgt vor allem per Geländewägen und Karren.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Aguié – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Répertoire National des Communes (RENACOM). Website des Institut National de la Statistique, abgerufen am 22. Januar 2011.
  2. Données disponibles pour chaque forêt classée. Website der Direction de l’Environnement, Ministère de l’Hydraulique, de l’Environnement et de la Lutte Contre la Désertification, abgerufen am 25. Februar 2012.
  3. Frédéric Giraut: Innovation territoriale et référent communautaire. Du renouveau des provinces nigériennes à celui des pays français. In: Jean-Louis Chaléard, Roland Pourtier (Hrsg.): Politiques et dynamiques territoriales dans les pays du Sud. Publications de la Sorbonne, Paris 2000, ISBN 2-85944-4017, S. 91.
  4. bevoelkerungsstatistik.de: Seite nicht mehr abrufbar, Suche im Webarchiv:@1 @2 Vorlage:Toter Link/www.bevoelkerungsstatistik.deAguié, abgerufen am 24. Februar 2012.
  5. Présentation des résultats globaux définitifs du Quatrième (4ème) Recensement Général de la Population et de l’Habitat (RGP/H) de 2012. Institut National de la Statistique, 2014, abgerufen am 21. April 2014 (PDF-Datei, französisch).
  6. a b Présentation de la commune d’Aguié. Website der ANIYA Coopération Décentralisée Niger-France, abgerufen am 17. August 2012.
  7. Comprendre l’économie des ménages ruraux au Niger. Save the Children UK, London 2009 (Online-Version; PDF; 2,6 MB), S. 8.
  8. Bachir Talfi: Note sur l’organisation judiciaire. Website des nigrischen Justizministeriums, abgerufen am 24. September 2012.