Ahnenstammkartei des deutschen Volkes

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bei der Ahnenstammkartei des deutschen Volkes (ASTAKA) handelt es sich um eine seit 1967 in Leipzig bei der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte Leipzig archivierte Kartei historischer Personen und ihrer Abstammungen. Sie umfasst rund 1,1 Millionen Karteikarten mit 1,4 Millionen Personen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1923 wurde die „Deutsche Ahnengemeinschaft e. V.“ gegründet.[1] Sie nahm die zwei Jahre zuvor begonnenen Arbeiten des Genealogen Karl Förster[2] auf und verfolgte das Ziel, die Inhalte von Ahnenlisten umfangreich zu verkarten.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurde die Kartei in die Reichsstelle für Sippenforschung verbracht, da es Überlegungen gab, sie für die Erstellung sogenannter Ariernachweise zu nutzen. Dies wurde jedoch verworfen, da die Mehrzahl der Daten in der Kartei die Zeit vor 1750 betraf. Sie wurde nach Sachsen zurückgebracht.

Ab den 1950er Jahren wurde die Kartei als „Ahnenstammkartei Göttingen“ von Kurt Wensch in Dresden betreut und gehörte damit in den Bereich der „Deutschen Arbeitsgemeinschaft genealogischer Verbände“. Im Verbund mit einem gesamten, 1967 von Leipzig aus organisierten Ahnenlistenumlauf (siehe Artikel Ahnenlistensammlung) sollte die Ahnenstammkartei - im Gegensatz zur Einzelpersonenkartei - nunmehr Stammlinien erfassen, die durch die Angabe der angeheirateten Personen untereinander verbunden sind.

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Ahnenstammkartei des deutschen Volkes“ ist heute Teil der „Ahnenlistensammlung“ bei der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte Leipzig. Sie umfasst rund 1,1 Millionen Karteikarten mit 1,4 Millionen Personen. Der räumliche Schwerpunkt der Daten liegt mit rund 40 Prozent in Mitteldeutschland, wobei die größte inhaltliche Dichte zwischen 1600 und 1800 erreicht wird. Die Kartei ist nach Familiennamen unter Anwendung des phonetischen Alphabets geordnet und innerhalb der Namen nach Herkunftsorten.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Kent Edlund: Die Ahnenstammkartei des deutschen Volkes: an introduction and register. St. Paul, Minnesota: Germanic Genealogy Society 1995, ISBN 0-9644337-2-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Verein „Deutsche Ahnengemeinschaft“ 1921-1967. In: Volkmar Weiss: Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert. Neustadt an der Orla: Arnshaugk, 2013, S. 90-127, ISBN 978-3-944064-11-6.
  2. Karl Förster als Motor des Ahnenlistenumlaufs. In: Volkmar Weiss: Vorgeschichte und Folgen des arischen Ahnenpasses: Zur Geschichte der Genealogie im 20. Jahrhundert. Neustadt an der Orla: Arnshaugk, 2013, S. 91-100, ISBN 978-3-944064-11-6.