Ahorn (Baden)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Ahorn
Ahorn (Baden)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Ahorn hervorgehoben
Koordinaten: 49° 30′ N, 9° 32′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Main-Tauber-Kreis
Höhe: 360 m ü. NHN
Fläche: 53,96 km²
Einwohner: 2176 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 40 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74744
Vorwahlen: 06296, 07930, 09340
Kfz-Kennzeichen: TBB, MGH
Gemeindeschlüssel: 08 1 28 138
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schlossstraße 24
74744 Ahorn
Webpräsenz: www.gemeindeahorn.de
Bürgermeister: Elmar Haas (CDU)
Lage der Gemeinde Ahorn im Main-Tauber-Kreis
Ahorn Assamstadt Bad Mergentheim Boxberg Creglingen Freudenberg Großrinderfeld Grünsfeld Igersheim Igersheim Königheim Külsheim Lauda-Königshofen Niederstetten Tauberbischofsheim Weikersheim Werbach Wertheim WittighausenKarte
Über dieses Bild

Ahorn ist eine Gemeinde im Main-Tauber-Kreis im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahorn liegt mit rund 400 m ü. NN Höhe auf einem der höchsten Punkte im Main-Tauber-Kreis im östlichen Bauland.

Im Ortsteil Buch am Ahorn entspringen die Erfa und die Umpfer.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden sind im Norden die Gemeinden Hardheim im Neckar-Odenwald-Kreis sowie Königheim und die Stadt Lauda-Königshofen, im Osten die Stadt Boxberg, im Süden die Stadt Ravenstein und im Westen die Gemeinde Rosenberg, letztere beide wieder im Neckar-Odenwald-Kreis.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ahorn besteht aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Berolzheim, Buch am Ahorn, Eubigheim, Hohenstadt und Schillingstadt. Zur ehemaligen Gemeinde Berolzheim gehört das Dorf Berolzheim. Zur ehemaligen Gemeinde Buch am Ahorn gehören das Dorf Buch am Ahorn und der Weiler Schwarzenbrunn sowie die abgegangenen Ortschaften Arnoldesfelden, Habihetal, Osternach und Rumphsthusen. Zur ehemaligen Gemeinde Eubigheim gehören das Dorf (Unter-)Eubigheim und der Weiler Obereubigheim. Zur ehemaligen Gemeinde Hohenstadt gehört das Dorf Hohenstadt.[3]

Flächenaufteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Daten des Statistischen Landesamtes, Stand 2014.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Dezember 1971 wurde die Gemeinde Ahorn durch den Zusammenschluss der damaligen Gemeinden Eubigheim (samt Obereubigheim), Buch am Ahorn und Hohenstadt gegründet. Nach Buch war bereits 1936 Schwarzenbrunn eingemeindet worden. Namensgeber war der rund 2.000 Hektar große Ahornwald. 1973 wurde der Weiler Neidelsbach nach einer Abstimmung der Bevölkerung eingemeindet. Zum 1. Januar 1975 wurde Ahorn durch das Gemeindereformgesetz mit der Gemeinde Berolzheim vereinigt, zugleich wurde Schillingstadt in die neue Gemeinde eingemeindet.

Seit dessen Gründung 1973 gehört die Gemeinde dem Main-Tauber-Kreis (1973 bis 1974 Tauberkreis) an. Zuvor waren die einzelnen Kommunen dem aufgelösten Landkreis Buchen zugeordnet und sollten mit diesem dem ebenfalls neu gebildeten Neckar-Odenwald-Kreis angeschlossen werden. Die Entfernung zur Kreisstadt Mosbach von rund 40 Kilometern und die mit einer Orientierung Richtung Neckar verbundene Trennung des Ahornwaldes, von welchem Teile der Stadt Lauda-Königshofen angehören, sprachen jedoch gegen diesen Schritt und für das verkehrsgünstigere Tauberbischofsheim als neue Kreisstadt.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Hauptorte der ehemaligen Gemeinden haben jeweils eigene Verwaltungsstellen.

Berolzheim

Berolzheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berolzheim wurde erstmals 1050 urkundlich erwähnt. Zunächst Königsgut gehörte Berolzheim ab dem 15. Jahrhundert zu Kurmainz, wo es zum Amtsbezirk Tauberbischofsheim zählte. Im Rahmen der Mediatisierung kam der Ort aufgrund des Reichsdeputationshauptschlusses Anfang 1803 zunächst zum Fürstentum Leiningen und nach dessen Auflösung 1806 zum Großherzogtum Baden.

Buch am Ahorn

Buch am Ahorn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Buch am Ahorn wurde erstmals 1101 urkundlich erwähnt. Für das 13. Jahrhundert ist die Grundherrschaft der Edlen von Krautheim nachgewiesen. Später gehörte der Ort den Mönchen von Rosenberg.

Eubigheim

Eubigheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 850 wurde Eubigheim erstmals urkundlich erwähnt.

Hohenstadt

Hohenstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hohenstadt wurde erstmals 1242 urkundlich genannt. Der Ortsadel der Ritter von Hohenstaden beherrschte lange den Ort.

Schillingstadt

Schillingstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Lorscher Codex erwähnt Schillingstadt erstmals für das Jahr 773.[5]

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für 1557 ist die Einführung der Reformation im heutigen Ortsteil Buch durch Albrecht von Rosenberg belegt. Buch und Hohenstadt sind bis heute evangelisch geprägt. In Eubigheim, Berolzheim und Schillingstadt befinden sich römisch-katholische Kirchen, Eubigheim und Schillingstadt haben je eine evangelische Kirche.

Jüdische Gemeinde Eubigheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eubigheim bestand eine jüdische Gemeinde ab dem 17. Jahrhundert bis 1938. Erstmals wurden im Jahre 1664 Juden am Ort genannt. Als die Bischöfe von Würzburg im 17. und 18. Jahrhundert jüdische Familien vertrieben, wurden von diesen in Eubigheim mehrere aufgenommen. Bereits 1686 wurde eine "Judengasse" genannt, die nicht mehr lokalisierbar ist. Die höchste Zahl jüdischer Einwohner bestand in Eubigheim um 1885 mit 96 Personen, danach setzte ein kontinuierlicher Rückgang durch Aus- und Abwanderung ein. Die jüdische Gemeinde Eubigheim besaß eine Synagoge, eine Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof Bödigheim beigesetzt. Um 1850 wurde im Gewann Vierzehnmorgen ein eigener Friedhof angelegt. In der Gemeinde war ein eigener Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. 1827 wurde die jüdische Gemeinde Eubigheim dem Bezirksrabbinat Merchingen zugeteilt, der seit Ende des 19. Jahrhunderts durch den Rabbiner in Mosbach vertreten wurde. 1933 lebten in Eubigheim noch 28 jüdische Personen. Erst nach den Ereignissen beim Novemberpogrom 1938 verließen die meisten der jüdischen Einwohner den Ort. Am 1. Januar 1939 wurden in Eubigheim noch fünf, am 28. Februar 1939 kein jüdischer Einwohner mehr gezählt.[6] Von den jüdischen Personen, die in Eubigheim geboren wurden oder längere Zeit im Ort wohnten, kamen in der Zeit des Nationalsozialismus fünf Personen nachweislich ums Leben.[7][8][6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat in Ahorn hat 13 Mitglieder. Bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 wurde der Gemeinderat durch Mehrheitswahl gewählt[9]. Mehrheitswahl findet statt, wenn kein oder nur ein Wahlvorschlag eingereicht wurde. Der Gemeinderat besteht aus den gewählten ehrenamtlichen Gemeinderäten und dem Bürgermeister als Vorsitzendem. Der Bürgermeister ist im Gemeinderat stimmberechtigt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens von Ahorn lautet: „In Rot ein schräges silbernes Ahornblatt.“

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahorn hat eine gleichnamige Anschlussstelle an die Bundesautobahn 81 (WürzburgStuttgart), für die nördlichen Ortsteile und eine weitere mit dem Namen Boxberg bei Berolzheim. Im Ortsteil Berolzheim durchquert die Bundesstraße 292 (MosbachLauda-Königshofen) das Gemeindegebiet und verbindet es mit Tauberfranken und dem Odenwald.

Der Bahnhof in Eubigheim liegt an der Frankenbahn (Stuttgart–Würzburg) mit der Anbindung an den Regionalverkehr. Es verkehren von Montag bis Freitag nur wenige Regionalbahnen nach Lauda und Osterburken.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahorn verfügt seit Mitte der 1970er-Jahre über eine gemeinsame Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule im Ortsteil Eubigheim, das „Lernhaus Ahorn“. Das Lernhaus ist eine der 34 Starterschulen, die ab dem Schuljahr 2012/2013 die ersten baden-württembergischen Gemeinschaftsschulen sein werden.[10] Zuvor besaßen Berolzheim, Buch und Schillingstadt zusätzlich eigene Grundschulen. Die Gemeinde hat vier kirchlich organisierte Kindergärten, je zwei evangelische und römisch-katholische.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Partnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde unterhält partnerschaftliche Beziehungen zu Plesder in Frankreich. Hierfür wurde in den 1990er-Jahren der Verein Freundeskreis Ahorn - Plesder gegründet.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ortsteil Berolzheim betreibt der Heimatverein Zehntweghütte ein Heimatmuseum, das sich mit dem Handwerk und dem Lebensalltag im 19. Jahrhundert befasst.[11]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Elmar Weiß: Ahorn – im Wandel der Zeiten. Herausgegeben von der Gemeindeverwaltung Ahorn 2006.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ahorn (Baden) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2014 (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Main-Tauber-Kreis: Main-Tauber-Kreis: Städte und Gemeinden. Online auf www.main-tauber-kreis.de, Abgerufen am 25. Oktober 2014
  3. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 302–305
  4. Statistisches Landesamt, Fläche seit 1988 nach tatsächlicher Nutzung für Ahorn.
  5. Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2889 - 28. Juni 773 - Reg. 918. In: Heidelberger historische Bestände - digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 257, abgerufen am 3. April 2015.
  6. a b Alemannia Judaica: Eubigheim (Ortsteil Untereubigheim, Gemeinde Ahorn, Main-Tauber-Kreis) Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge. online auf www.alemannia-judaica.de. Abgerufen am 3. Dezember 2015.
  7. Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem.
  8. Angaben aus Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933–1945.
  9. Kommunalwahldaten 2014 des Statistischen Landesamtes
  10. Gesamtliste der Starterschulen der Gemeinschaftsschule bei kultusportal-bw.de (PDF; 39 kB; abgerufen am 11. März 2012)
  11. Beschreibung des Museums auf der Website des Heimatvereins