Ahrensmoor

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Ahrensmoor
Gemeinde Ahlerstedt
Wappen von Ahrensmoor
Koordinaten: 53° 23′ 46″ N, 9° 29′ 17″ O
Höhe: 41 m
Fläche: 3,32 km²
Einwohner: 452 (2003)
Bevölkerungsdichte: 136 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 21702
Vorwahl: 04166
Ahrensmoor (Niedersachsen)
Ahrensmoor

Lage von Ahrensmoor in Niedersachsen

Gedenkstein anlässlich des 200-jährigen Bestehens 2003
Gedenkstein anlässlich des 200-jährigen Bestehens 2003
Festhalle in Ahrensmoor

Ahrensmoor (plattdeutsch Ohrensmoor) ist eine Ortschaft der Gemeinde Ahlerstedt, Samtgemeinde Harsefeld im Landkreis Stade in Niedersachsen (Deutschland).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensmoor liegt südlich der Naturschutzgebiete „Braken und Harselah“ und „Kahles und Wildes Moor“. Die Aue entspringt am Hochmoor von Ahrensmoor.

Die Ortschaft Ahrensmoor gliedert sich in die Ortsteile Ahrensmoor-Ost, Ahrensmoor-West und Ahrensmoor-Nord.

Nachbarorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hollenbeck Harsefeld Revenahe-Kammerbusch
Klethen, Ahlerstedt Nachbargemeinden
Ahrenswohlde, Klein Wangersen Wiegersen, Wohnste

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensmoor wurde 1803 im Rahmen der Moorkolonisierung als Moorkolonie gegründet. Anlass für die Gründung waren Streitigkeiten zwischen Klethen und Ahrenswohlde, wer für die Unterhaltung der Aue (Lühe)-Querung im Verlauf der Straße zwischen Hamburg und Bremen zuständig sei (jetzt Kreuzung L 127 Weststraße mit Ahlerstedter Weg und Schuldamm). Diese führte hier auf einem Damm am Rande eines Moorgebietes und war immer wieder in schlechten Zustand oder gar unpassierbar. Nach den Erfahrungen die mit der Moorkolonisierung im Großen Moor bei Bremervörde unter Findorff gemacht wurden, beschloss man, eine Moorkolonie zu gründen. Diese sollte dann die Wegeinstandhaltung übernehmen. Die ersten Vermessungen wurden 1795 durchgeführt, die Gründung fand 1803 statt, es dauerte aber bis 1814 bis die Gründung abgeschlossen war. Es wurden 11 Siedlerstellen und eine Schulstelle auf der Westseite und 10 Siedlerstellen auf der Ostseite angelegt; so entstanden Ahrensmoor-Ost und -West, getrennt durch Bültmoor und Scholermoor. Einzige Verbindung damals war der Schuldamm.

Ein Kuriosum dieser Gründung war, dass sie im Londoner St James’s Palace beschlossen wurde. Der Kurfürst von Hannover, Georg III., war in Personalunion auch König von England und residierte ausschließlich in London.

Der Name Ahrensmoor leitet sich Ahrenswohlde ab, in dessen Gemarkung Ahrensmoor gegründet wurde. Ahrenswohlde war zwischen Wäldern (-wohlde) gelegen, die Neugründung lag aber zwischen Mooren, daher Ahrensmoor.

1817 wurde die erste Schule gebaut, 1852 die zweite. 1912 wurde die Weststraße mit Kleinpflaster ausgebaut.

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde in Ahrensmoor eine Bürgerwehr gegründet; sie hatte aber lediglich einen Einsatz und wurde 1920 wieder aufgelöst.

1919 erhielt Ahrensmoor seinen ersten Stromanschluss, ab 1923 aus dem Überlandwerk. 1961 wurde die erste Wasserleitung verlegt.

Seit 1935 besteht in Ahrensmoor die Freiwillige Feuerwehr, sie bezog im Jahr 1990 ein neues Feuerwehrhaus. Der Schulbetrieb wurde 1991 endgültig eingestellt.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1955 wurden Klein Ahlerstedt und einige andere Häuser am Ortsrand in Richtung Harselah (Depenrehmen) sowie der Hof Harselah als Ahrensmoor-Nord eingemeindet.

Regionale Zugehörigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor 1885 gehörte Ahrensmoor zur Börde Ahlerstedt im Amt Harsefeld, nach 1885 zum Kreis Stade und seit 1932 zum heutigen Landkreis Stade.

Von 1967 bis 1971 war Ahrensmoor Mitgliedsgemeinde der Samtgemeinde Ahlerstedt.

Im Zuge der Gemeindereform wurde Ahrensmoor am 1. Juli 1972 in die Gemeinde Ahlerstedt eingegliedert.[1]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensmoor ist evangelisch-lutherisch geprägt und gehört zum Kirchspiel der Kirche Ahlerstedt.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1824[2] 21 Feuerstellen
1848[3] 121 Leute, 23 Häuser
1910[4] 138
1939 149

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensmoor hat kein richtiges Wappen, aber ein Logo, das vom Dorf als Wappen benutzt wird und zum Beispiel die lokale Festhalle ziert.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heimatverein Ahrensmoor
  • Freiwillige Feuerwehr
  • DG Ahrensmoor(Freizeitfußball- und Jugendverein)
  • Moorpuggen (Laienspielgruppe, gegr. 1962)
  • Spielmannszug (gegr. 1965)
  • Seniorentreff „A.S.T“ (gegr. 1992)
  • Yoga-Gruppe
  • „Mach mit – Bleib fit“, Turngruppe Ahrensmoor
  • Wandergruppe Ahrensmoor

Denkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Denkmal für die Kriegsgefallenen steht seit 1921 auf dem Friedhof.

Kulturräume[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Backofen: Historischer Backofen, im Zuge des Ausbau der L 127 an der Nordstraße (Hof Polle) abgebaut und hinter der Mehrzweckhalle im ehemaligen Obsthof der Schule wieder aufgebaut
  • Schafstall: Ein ausgebauter Schafstall von 1812, der bis etwa 1960 in Benutzung war. Er wurde renoviert und 1986 eingeweiht als neuer Feierraum
  • Mehrzweckhalle mit Saal von 1968
  • Sauna im Gebäude der Mehrzweckhalle

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vor Ort gibt es mehrere handwerkliche Betriebe. Erwähnenswert ist ein Maurerunternehmen.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ahrensmoor-West und -Nord liegen an der Landesstraße 127, die im Nordosten über Revenahe-Kammerbusch nach Apensen und Buxtehude und im Südwesten über Ahrenswohlde nach Wangersen zur L 124 führt. Ahrensmoor-Ost liegt an der Kreisstraße 59, die eine Nebenstraße zur L 127 ist. Die K 59 führt als K 121 weiter in den Landkreis Rotenburg (Wümme) nach Wohnste. Von Ahrensmoor gehen im Westen die K 75 nach Ahlerstedt und im Nordwesten die K 79 nach Griemshorst von der L 127 ab.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frauke Eckhoff, Anette Lühmann, Helmut Meyer u. a.: Dorfgeschichte Ahrensmoor 1803 - 2003. Hamburg 2003.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 246.
  2. C. H. C. F. Jansen: Statistisches Handbuch des Königreichs Hannover. In Commission der Helwings̓chen Hofbuchhandlung, 1824, S. 8 (Textarchiv – Internet Archive).
  3. F. W. Harseim: Statistisches Handbuch für das Königreich Hannover. Schlüter, 1848, S. 134 (Textarchiv – Internet Archive).
  4. Gemeindeverzeichnis.de. Abgerufen am 26. Oktober 2018.