Ahrntal (Gemeinde)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Ahrntal
(ital.: Valle Aurina)
Wappen
Wappen von Ahrntal
Ahrntal in Südtirol - Positionskarte.svg
Staat: Italien
Region: Trentino-Südtirol
Provinz: Bozen – Südtirol
Bezirksgemeinschaft: Pustertal
Einwohner:
(VZ 2011/31.12.2019)
5,911/6.015
Sprachgruppen:
(laut Volkszählung 2011)
98,76 % deutsch
0,93 % italienisch
0,31 % ladinisch
Koordinaten 47° 0′ N, 11° 59′ OKoordinaten: 47° 0′ N, 11° 59′ O
Meereshöhe: 942–3418 m s.l.m. (Zentrum: 1054 m s.l.m.)
Fläche: 187,28 km²
Dauersiedlungsraum: 15,5 km²
Fraktionen: Luttach, Steinhaus, St. Jakob, St. Johann, St. Peter, Weißenbach
Nachbargemeinden: Brandberg (Tirol), Finkenberg (Tirol), Mayrhofen (Tirol), Mühlwald, Prettau, Sand in Taufers
Partnerschaft mit: Haar (bei München) (D)
Postleitzahl: 39030
Vorwahl: 0474
ISTAT-Nummer: 021108
Steuernummer: 00342270212
Bürgermeister (2015): Helmut Klammer (SVP)

Ahrntal (italienisch Valle Aurina) ist eine italienische Gemeinde mit 6015 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) in Südtirol. Sie umfasst den Großteil des gleichnamigen Ahrntals. Hauptort der Gemeinde Ahrntal ist Steinhaus.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf St. Johann

Die Gemeinde Ahrntal nimmt den Großteil des Ahrntals ein, das von der Ahr durchflossen wird. Der Talabschnitt, der zusammen mit kleineren Seitentälern und den umliegenden Berggebieten zur Gemeinde Ahrntal gehört, beginnt im Süden nahe der Engstelle, die als Grenze zum Tauferer Tal aufgefasst wird und wo die Grenze zur Nachbargemeinde Sand in Taufers verläuft. Im Norden endet er an der Klamm(e) genannten Engstelle zwischen St. Peter und Prettau.

Die bedeutendsten dörflichen Siedlungen der 187,28 km² großen Gemeinde Ahrntal, die sich mit der Ausnahme Weißenbach allesamt im Haupttal befinden, sind von Süden nach Norden:

Im Norden, Westen und Südwesten wird die Gemeinde von Bergen der Zillertaler Alpen eingerahmt. Der im Norden das Tal begrenzende Zillertaler Hauptkamm bzw. Alpenhauptkamm bildet gleichzeitig die italienisch-österreichische Grenze zum Bundesland Tirol. Zu den bedeutendsten Bergen dort auf Gemeindegebiet zählen der Turnerkamp (3418 m), die Hornspitzen (darunter die 3253 m hohe III. Hornspitze), der Schwarzenstein (3369 m), der Große Löffler (3379 m), die Wollbachspitze (3210 m) und die Napfspitze (3144 m). Der Gebirgszug im Westen und Südwesten, in dem u. a. die Tristenspitze (2716 m) und das Speikboden-Massiv aufragen, trennt die Gemeinden Ahrntal und Mühlwald im Mühlwalder Tal. Im Südosten grenzt die zur Venedigergruppe gehörende Durreckgruppe mit dem Durreck (3135 m) und dem Hirbernock (3010 m) die Gemeinde vom Reintal mit der Ortschaft Rein in Taufers ab. Große Teile der Durreckgruppe sind als Teil des Naturparks Rieserferner-Ahrn unter Schutz gestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ahrntal (Comune Valle Aurina) wurde 1926 aus den Kleingemeinden Luttach, St. Johann, St. Jakob, St. Peter und Prettau mit Sitz in Steinhaus gegründet. 1958 wurde Prettau ausgegliedert und bildet seitdem wieder eine eigenständige Gemeinde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinhaus: Bergbaumuseum im Kornkasten und Kirche
  • Südtiroler Bergbaumuseum, Kornkasten Steinhaus und Schaubergwerk Prettau mit Klimastollen
  • Schauraum zur Archäologie des Ahrntales im Pfisterhaus (eröffnet Oktober 2015)
  • Mineralienmuseum Kichler in St. Johann
  • Krippenmuseum Maranatha in Luttach
  • Oberkofler Museum in St. Johann
  • Plattersäge in St. Johann
  • Naturparkaußenstelle in Prettau

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr (5.400 Gästebetten und über 430.000 Nächtigungen pro Jahr). Im Sommer gibt es Rad-, Kletter- und Wandermöglichkeiten im Naturpark Rieserferner-Ahrn, außerdem bieten die zahlreichen Gipfel der umgebenden Bergketten auch anspruchsvollen Bergsteigern jede Menge Möglichkeiten (eine Überquerung der nördlichen bzw. nordöstlich gelegenen Berge und Übergänge führt den Alpinisten nach Österreich, zu früheren Zeiten verstärkt auch von Schmugglern genutzt); im Winter laden die nahen Skigebiete Klausberg und Speikboden ebenso ein, wie zahlreiche Langlaufloipen, Rodelstrecken, Skitouren- oder auch Wandermöglichkeiten. Auch der Kronplatz liegt nahe. Für den Erlebnistourismus stehen die Western Horse Ranch in Luttach sowie die Schwarzbachalm oberhalb von Luttach mit Natur-Erlebnisspielplatz zur Verfügung. Wichtige touristische Sehenswürdigkeiten sind das Mineralienmuseum in Steinhaus, das Bergbaumuseum in Steinhaus und das Krippenmuseum in Luttach.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ahrntal ist Sitz eines Schulsprengels in deutscher Sprache. Dieser umfasst auf dem Gemeindegebiet die sechs Grundschulen in Luttach, St. Jakob, St. Johann, St. Peter, Steinhaus und Weißenbach, sowie die Mittelschule in St. Johann. Dem Schulsprengel angeschlossen ist auch die Grundschule der Nachbargemeinde Prettau.[1]

Der Hauptsitz der Öffentlichen Bibliothek der Gemeinde Ahrntal befindet sich in St. Johann.

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ahrntal wird südtirolweit oft nur als „Toul“ (zu Deutsch einfach „Tal“ oder „das Tal“) bezeichnet, während man die Bewohner des Ahrntales „Tölderer“ (im Dialekt „Teldra“) nennt.

Im Ahrntal befinden sich über 50 bewirtschaftete Almen (viele davon auch im Winter). Zudem bewirtschaften Ahrntaler Bauern mehrere Almen im Krimmler Achental, die zwischen 1812 und 1873 erworben wurden.[2] Das Tal ist von über 80 Dreitausendern umgeben.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat (2015)
10
6
2
10 
Insgesamt 18 Sitze

Bürgermeister seit 1952:[3]

  • Josef Oberhollenzer: 1952–1964
  • Johann Kirchler: 1969–1986
  • Josef Kirchler: 1986–1991
  • Josef Gottfried Kirchler: 1991–1995
  • Hubert Rieder: 1995–2010
  • Helmut Klammer: seit 2010

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Panoramakarte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte des Ahrntals

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Ahrntal: heimatkundliche Beiträge. Der Schlern 52/1978, H. 7/8.
  • Gemeinde Ahrntal (Hrsg.): Ahrntal: ein Gemeindebuch. Mit Beiträgen von Christoph von Hartungen, Ernst Hofer, Reimo Lunz, Lydia Reichegger, Walburg Tanzer, Hannes Obermair, Gertrud Egger, Brigitte Niederkofler, Mathias Schmelzer, Sieglinde Hofer, Margareth Kamelger und Martha Verdorfer. Steinhaus 1999 (online).
  • Rudolf Tasser: Das Obermair Medizinbuch aus St. Jakob im Ahrntal. In: Wolfgang Ingenhaeff (Hrsg.): Bergvolk und Medizin. Berenkamp, Innsbruck 2005, ISBN 3-85093-202-8, S. 321–370.
  • Tauferer Ahrntal. Geschichte und Zukunft. Tappeiner, Lana 2007, ISBN 978-88-7073-420-1.
  • Josef Duregger, Stefan Felder, Johanna Müller: Teldra Dialektpüich. Mit Gschichtlan fan Toule. Edition Raetia, Bozen 2009, ISBN 978-88-7283-365-0
  • Paul Gruber, Franz Josef Künig (Hrsg.): Peter Wasserer 1822 bis 1845, Provinz Verlag, Brixen 2010

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ahrntal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schulsprengel Ahrntal. Südtiroler Bürgernetz, abgerufen am 25. Oktober 2014.
  2. Gebhard Kirchler: Ahrntaler Almen im Krimmler Achental. St. Johann in Ahrn 2018.
  3. Die Bürgermeister der Gemeinden Südtirols seit 1952. (PDF; 15 MB) In: Festschrift 50 Jahre Südtiroler Gemeindeverband 1954–2004. Südtiroler Gemeindenverband, S. 139–159, abgerufen am 16. November 2015.