Aichhalden

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Aichhalden
Aichhalden
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Aichhalden hervorgehoben

Koordinaten: 48° 16′ N, 8° 24′ O

Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Rottweil
Höhe: 716 m ü. NHN
Fläche: 25,75 km2
Einwohner: 4205 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 163 Einwohner je km2
Postleitzahl: 78733
Vorwahlen: 07422, 07444, 07836
Kfz-Kennzeichen: RW
Gemeindeschlüssel: 08 3 25 001
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Reißerweg 3
78733 Aichhalden
Website: www.aichhalden.de
Bürgermeister: Michael Lehrer
Lage der Gemeinde Aichhalden im Landkreis Rottweil
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Über dieses Bild

Aichhalden ist eine Gemeinde im Landkreis Rottweil in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichhalden liegt im Osten des mittleren Schwarzwalds am Übergang zur Baarhochebene. Das Gemeindegebiet liegt über den Tälern von Schiltach und Kinzig in 640 bis 720 Meter Höhe.

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde grenzt im Norden an die Stadt Alpirsbach im Landkreis Freudenstadt, im Osten an Fluorn-Winzeln, im Süden an die Stadt Schramberg und im Westen an die Stadt Schiltach und an Schenkenzell.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den beiden Ortsteilen Aichhalden und Rötenberg. Die beiden Ortsteile sind räumlich identisch mit den beiden früher selbstständigen Gemeinden gleichen Namens. Die zuvor selbstständige Gemeinde Rötenberg vereinigte sich mit Wirkung zum 1. Juli 1974 mit Aichhalden zur neuen Gemeinde Aichhalden. Die beiden Ortsteile bilden zugleich Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Im Ortsteil Rötenberg befindet sich eine örtliche Verwaltungsstelle unter der Bezeichnung Ortsverwaltung Rötenberg.[2]

Ortsteil Aichhalden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Aichhalden in den Grenzen vor dem 1. Juli 1974 gehören das Dorf Aichhalden, die Weiler Bühlen und Hinteraichhalden, die Höfe Buz, Eselbach, Reißer, Riesen, Schachen, Weiher und Zollhaus und die Wohnplätze Bruck, Heimliswald, Loch und Wanne.

Im Gemeindeteil Aichhalden liegen die aufgegangenen Ortschaften Alter, Angst, Dörfle, Dreimühlen, Grund, Güntershöhe, Heldhof, Hinteralter, Hinterhalden, Hinterstadt, Hochhäusle, Hub, Käppelesacker, Lachen, Lachhausen, Lochhof, Mergelgrube, Moos, Moosmichelhof, Sägermartinshof, Schenkenreute, Scheurenbauernhof, Spitzacker, Stolgen, Vorm Wäldle, Wannenhalde und Waschhalde.[3]

Ortsteil Rötenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichhalden-Rötenberg

Zur ehemaligen Gemeinde Bach und Altenberg gehörten das Dorf Bach und Altenberg und die Wohnplätze Bergsteig, Schwanenmoos und Segelacker. Diese seit 1819 bestehende Gemeinde vereinigte sich zum 1. Januar 1969 mit der Gemeinde Rötenberg zur neuen Gemeinde Rötenberg, die heute den Ortsteil Rötenberg bildet.

Zur alten Gemeinde Rötenberg (noch ohne Bach und Altenberg) gehörten das Dorf Rötenberg, die Weiler Kiener (mit Rötenberg zusammengewachsen) und Reint, die Höfe Brandsteig und Heftenbach und die Wohnplätze Etzenbühl, Mergelacker und Schoren.

Schutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Westen der Gemeinde liegt an der Grenze zu Schenkenzell das Landschaftsschutzgebiet Beim Zollhaus und Allmandswald. Die Eschach und der Seltenbach gehören zum FFH-Gebiet Baar, Eschach und Südostschwarzwald, im Südwesten der Gemeinde befinden sich zwei Teilgebiete des FFH-Gebiets Schiltach und Kaltbrunner Tal.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aichhalden wurde im Jahre 1223 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname ist eine Zusammensetzung aus Eiche und -halden. Geistliche und weltliche Herrschaften wechselten sich ab, bis der Ort als Bestandteil der Herrschaft Schramberg 1579 zu den schwäbischen Vorlanden der Habsburger kam und, abgesehen von einem württembergischen Zwischenspiel 1633/34, bis 1805 auch vorderösterreichisch blieb. 1806 kam Aichhalden endgültig zum Königreich Württemberg und wurde 1810 dem Oberamt Oberndorf zugeordnet. Bei der Kreisreform während der NS-Zeit in Württemberg gelangte Aichhalden 1938 zum neu gegründeten Landkreis Rottweil.

Vor 1933 bestand der heutige Teilort Aichhalden aus den zwei Teilgemeinden Vorder- und Hinteraichhalden, die nahezu selbständig waren und wichtige Beschlüsse und Entscheidungen getrennt fassten.[5]

1945 wurde Aichhalden Teil der Französischen Besatzungszone und kam somit zum neu gegründeten Land Württemberg-Hohenzollern, welches 1952 im Land Baden-Württemberg aufging.

Im Zuge der Gemeindereform wurden am 1. Januar 1969 die bis dahin selbstständige Gemeinde Bach und Altenberg nach Rötenberg eingemeindet. Die Eingemeindung von Rötenberg nach Aichhalden erfolgte am 1. Juli 1974. Am 1. Januar 1975 wurden die zu Aichhalden gehörenden Wohnplätze Lienberg und Brambach mit 250 Einwohnern und 330 Hektar Fläche nach Schramberg umgegliedert.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 brachte bei einer Wahlbeteiligung von 66,4 % (2014: 57,6 %) folgendes Ergebnis:[7]

Partei / Liste Stimmenanteil Sitze Ergebnis 2014
Offene Liste Aichhalden-Rötenberg 54,9 % 8 52,0 %, 7 Sitze
Unabhängige Wählergemeinschaft 45,1 % 6 48,0 %, 7 Sitze

Schultheiße und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsoberhäupter der Gemeinde Aichhalden von 1887 an waren:[8]

  • Wilhelm Kopp (1887 bis 1906)
  • Josef Dürler (1906 bis 1930)
  • Johannes Pfletschinger (1930 bis 1947)
  • Alfons Ginter (1948 bis 1954)
  • Josef Merz (1954 bis 1965)
  • Reinhold Kühner (1965 bis 1993)
  • Ekhard Sekinger (1993 bis 2017)
  • Michael Lehrer (seit 2017, laufende Amtsperiode bis 2025)

Bei der Bürgermeisterwahl am 5. April 2009 wurde Ekhard Sekinger mit 98 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 51,6 Prozent ohne Gegenkandidaten für eine dritte Amtszeit bestätigt.[9]

Michael Lehrer (parteilos) wurde am 7. Mai 2017 zum neuen Bürgermeister Aichhaldens gewählt. Er erreichte im zweiten Wahlgang 61,5 Prozent der gültigen Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 65,2 Prozent. Sein Amtsvorgänger Ekhard Sekinger war nach 24 Amtsjahren nicht mehr zur Wahl angetreten.[10]

Verwaltungsgemeinschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde gehört der Vereinbarten Verwaltungsgemeinschaft mit der Stadt Schramberg an.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens der Gemeinde Aichhalden lautet: Von Silber und Grün schräggeteilt, oben eine bewurzelte grüne Eiche. Die Blasonierung des Wappens der ehemaligen Gemeinde Rötenberg lautet: Von Gold und Rot in Form eines Hügels geteilt, oben eine liegende schwarze Hirschstange, unten die goldenen Großbuchstaben R und B.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Firmengruppe Simon ist seit 1963 in Aichhalden ansässig. Die Firmengruppe ist heute in den Bereichen Möbelbeschläge, Galvanotechnik, Sintertechnik, Bergbautechnik sowie im Werkzeugbau tätig.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Aichhalden gibt es eine Grund- und Hauptschule sowie eine weitere Grundschule im Ortsteil Rötenberg.

Ehrenbürger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenbürger der Gemeinde Aichhalden sind[11]

  • Oberlehrer Johannes Ott
  • Gemeindepfleger Johannes Summ
  • Altbürgermeister Alfons Ginter

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Aichhalden – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Baden-Württemberg – Bevölkerung nach Nationalität und Geschlecht am 31. Dezember 2020 (CSV-Datei) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung der Gemeinde Aichhalden vom 22. Juli 2003
  3. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. VI: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 507–508.
  4. Daten- und Kartendienst der LUBW
  5. Geschichte des Ortsteils Aichhalden. In: aichhalden.de. Abgerufen am 22. August 2017.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 515.
  7. Wahlinformationen des Kommunalen Rechenzentrums
  8. Bürgermeister seit 1887. In: aichhalden.de. Abgerufen am 22. August 2017.
  9. Staatsanzeiger Baden-Württemberg, Nr. 13 vom 9. April 2009, S. 11
  10. staatsanzeiger.de
  11. Ehrenbürger der Gemeinde Aichhalden. In: aichhalden.de. Abgerufen am 22. August 2017.