Aileu

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Aileu (Begriffsklärung) aufgeführt.
Aileu
Aileu (Osttimor)
Aileu
Aileu
Koordinaten 8° 43′ S, 125° 34′ OKoordinaten: 8° 43′ S, 125° 34′ O
Aileu administrative posts.png
Basisdaten
Staat Osttimor

Gemeinde

Aileu
Verwaltungsamt Aileu
Suco Seloi Malere, Liurai
Einwohner 2927 (2010)
Aileu Vila
Aileu Vila

Aileu (Aileu Vila) ist eine Stadt in Osttimor. Sie ist die Hauptstadt des Verwaltungsamts Aileu[1] sowie der übergeordneten Gemeinde Aileu.[2]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aileu bedeutet in Mambai „gebogener Baum“. In den 1930er Jahren wurde Aileu von den Portugiesen, nach dem portugiesischen Präsidenten António Óscar de Fragoso Carmona, in Vila General Carmona umbenannt. Doch der Name setzte sich nicht durch und einige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte man zum alten Namen zurück.[3][4]

Geographie und Einwohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aileu liegt an den Flüssen Mantane und Mumdonihun, an der Straße, die Dili quer durch die Insel mit Betano an der Südküste verbindet. Das Zentrum der Stadt befindet sich im Suco Seloi Malere (Malere), etwa 30 km südlich der Landeshauptstadt Dili auf einer Meereshöhe von 913 m. Die Region ist sehr gebirgig, weswegen die Straße von Aileu bis nach Dili 47 km lang ist. Die Siedlung reicht nach Süden bis in den Suco Liurai hinein.

Die Stadt Aileu hat eine Grundschule (Escola Primaria No. 1), eine präsekundäre Schule, eine Sekundärschule, einen Hubschrauberlandeplatz, eine Polizeistation und ein kommunales Gesundheitszentrum.[5][6] Im Ortszentrum liegt das alte Verwaltungsgebäude aus der portugiesischen Zeit. Gleich daneben steht das Denkmal für die Opfer des japanischen Massakers in Aileu 1942. Außerhalb, etwa einen Kilometer vom Integrationsdenkmal entfernt, befindet sich an der Straße nach Dili eine Lourdesgrotte (Gruta) für Unsere Liebe Frau von Lourdes.

Aileu hat 2.927 Einwohner (Stand 2010).[7] Fast die gesamte Bevölkerung in Aileu spricht als Muttersprache Tetum Prasa, nur eine kleine Minderheit verwendet Mambai.[8]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine der Chinesischen Schule in Aileu (1970)
Neuseeländischer Militärhubschrauber der ISF über Aileu

1903 scheiterte in Aileu ein Aufstand gegen die Kolonialherren. Im Januar 1912 diente der Ort als Basis der Portugiesen bei der Niederschlagung der Rebellion von Manufahi.[9]

Zwischen 1942 und 1945 besetzten die Japaner Portugiesisch-Timor. Am 31. August 1942 wurde der Ort Aileu von Colunas Negras, timoresischen Verbündeten der japanischen Invasoren, überfallen. Fünf portugiesische Soldaten, mehrere Beamte und Missionare wurden dabei getötet. Japan schob diesen, wie auch andere Vorfälle, auf „eine Gruppe Westtimoresen, die sich im Osten ansiedeln wollten und von Portugiesen misshandelt worden wären.[9] Eine Gedenkstätte erinnert in Aileu heute an das Massaker.

In Aileu gab es Ende 1979 ein indonesisches Lager für Osttimoresen, die zur besseren Kontrolle von den Besatzern umgesiedelt werden sollten.[10] Anfang September 1999 wurden während der Krise in Osttimor Einwohner verschiedener Sucos der Region von der AHI-Miliz (Aku Hidup dengan Integrasi/Indonesia) aus ihrem Heim vertrieben. Der Suco Seloi Malere wurde am 6. September systematisch zerstört und die Häuser niedergebrannt.[10]

Ende 1999 gab es zeitweise Pläne, Aileu zur neuen Hauptstadt eines unabhängigen Osttimors zu machen. Diese wurden aber wieder verworfen.[11]

Kämpfer der osttimoresischen Widerstandsbewegung FALINTIL wurden in Aileu von 2000 bis Februar 2001 kaserniert, nachdem die Vereinten Nationen die Verwaltung im Land übernommen hatten. Später begannen 600 der Kämpfer hier mit einer Ausbildung zu Soldaten der neuen Verteidigungskräfte Osttimors.

Söhne und Töchter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aileu Vila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jornal da República: Diploma Ministerial n.o 24/2014 de 24 de Julho – Orgânica dos Postos Administrativos (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive)
  2. Timor-Leste GIS-Portal (Memento vom 30. Juni 2007 im Internet Archive)
  3. Geoffrey Hull: The placenames of East Timor, in: Placenames Australia (ANPS): Newsletter of the Australian National Placenames Survey, Juni 2006, S. 6 & 7, abgerufen am 28. September 2014.
  4. Ministry of State Administration and Territorial Management: District profile summary - Aileu
  5. Liste der Wahllokale zu den Parlamentswahlen in Osttimor 2007 (PDF-Datei; 118 kB)
  6. UNMIT: Timor-Leste District Atlas version02, August 2008 (PDF; 530 kB)
  7. Direcção Nacional de Estatística: Preliminary Result of Census 2010 English (PDF; 3,0 MB)
  8. Ergebnisse des Zensus 2010 für den Suco Seloi Malere (tetum; PDF; 8,3 MB)
  9. a b Geoffrey C. Gunn: History of Timor. Technische Universität Lissabon (PDF-Datei; 805 kB)
  10. a b „Chapter 7.3 Forced Displacement and Famine“ (PDF; 1,2 MB) aus dem „Chega!“-Report der CAVR (englisch)
  11. The Permanent Committee on Geographical Names: East Timor - Geographical names against a volatile background, 1999 (Memento vom 9. Februar 2013 im Internet Archive) (PDF; 63 kB)
  12. Webauftritt des Außenministeriums Osttimors (Memento vom 15. Mai 2013 im Internet Archive)